Test: «Darkest Dungeon» Hier ist alles eine Frage der Psyche

Geduld und Strategie sind die Tugenden, die man im rundenbasierte Rollenspiel «Darkest Dungeon» benötigt. Ansonsten kann das Game mit seinem Schwierigkeitsgrad schnell zur Hölle werden.

Trailer zu «Darkest Dungeon»

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Übersicht
Im Februar 2013 starteten die Macher von Darkest Dungeon eine Kickstarter-Kampagne für ihr Spiel. Statt den angepeilten 75’000 kamen bis zum Schluss ganze 313’000 Dollar zusammen. Knapp zwei Jahre später ist das Spiel da, und die Spenden haben sich definitiv gelohnt.

 

Die Story ist schnell erzählt: In den unterirdischen Gewölben eines Anwesens tummeln sich Skelette, Dämonen und andere höllische Monster. Am Spieler liegt es nun, Helden zu rekrutieren und mit ihrer Hilfe die Höhlen auszuräumen, bis auch der titelgebenden dunkelste Dungeon frei von Gegnern ist.

Das hat uns gefallen
Eigentlich gibt es im Spiel zwei Einsatzbereiche. Zum einen ist da das Anwesen, in dem man neue Helden rekrutiert, für diese Fertigkeiten freischaltet und verstärkt oder sie für ihren Einsatz vorbereitet, indem man ihnen Ausrüstung und Talismane in die Hände drückt. Insgesamt stehen 14 Klassen zur Verfügung, und man darf im Verlauf des Spiel bis zu 25 Helden gleichzeitig auf dem Anwesen haben. Und die benötigt man, auch wenn nur vier von ihnen gemeinsam den Dungeon besuchen. Denn neben der Lebensenergie wird in den Einsätzen auch die Psyche der Helden beansprucht. Und diese benötigt um einiges länger, bis sie sich wieder erholt.

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Die Dungeons selbst sind oft eine Anzahl verschiedener Räume, die durch Zwischengänge verbunden sind. Mal gilt es, sämtliche Kämpfe zu absolvieren, mal 90 Prozent der Räume zu erkunden, mal einen Boss-Monster zu erledigen, um den Auftrag erfolgreich aufzuführen. Die Kämpfe selbst gehen rundenbasiert über die Bühne. Da die Kämpfer in längeren Auseinandersetzungen nicht nur Lebensenergie verlieren, sondern auch immer wahnsinniger werden, ist man gut beraten, die Monster möglichst schnell zu erleidgen. Zumal man auch zwischen den Kämpfen die eigenen Figuren nur bedingt wieder aufmöbeln kann. Der Schwierigkeitsgrad ist relativ hoch, und zudem gilt: Wer im Dungeon stirbt, bleibt tot. Da der Nachschub an Helden aber Gratis ist, lohnt es sich, erst Geld in neue Fähigkeiten zu investieren, wenn man überzeugt ist, dass der Held für längere Zeit überleben wird.

Auch die Psyche hat einen Haken: Viele Aktionen im Dungeon, sei es ein feindlicher Angriff, die allgemeine Dunkelheit oder eine ausgelöste Falle, können den Held verängstigen. Übersteigt die Anzeige den Wert von 100, kann der Held paranoid, selbstsüchtig, ausfällig oder ängstlich werden – inklusive entsprechender negativer Effekte. Diese lassen sich dann nur noch im Sanatorium gegen viel Geld heilen. Steigt der Wert gar auf 200, erleidet der Kämpfer sogar einen Herzinfarkt und stirbt kurz darauf. Auch auch diesem Grund sollte man nur psychisch stabile Helden in die Abgründe schicken.

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Zu guter Letzt überzeugt auch der liebevolle Grafikstil, mit dem das Spiel in Szene gesetzt ist. So könnte man sich die Screenshots durchaus auch in einem Horror-Comic vorstellen. Zusätzlich trägt auch der düstere Soundtrack vieles zur gelungenen Atmosphäre bei.

Das hat uns genervt
Wer «Darkest Dungeon» in Angriff nimmt, sollte viel Zeit mitbringen. Zwar dauert ein Einsatz nur zwischen 15 und 30 Minuten. Allerdings benötigen das Ausrüsten und Aufleveln der Helden sowie der Ausbau der einzelnen Gebäude auf dem Anwesen soviel Geld und Ressourcen, dass man locker 50 bis 100 Stunden ins Spiel versenkt. Dabei gilt: Je mehr Zeit man investiert, desto geringer ist die Möglichkeit, dass einem ein Held im Dungeon wegstirbt. Damit wirkt dann aber auch der Spielverlauf ziemlich repetitiv. Und ohne jedes Gebäude und jeden Helden bis zum Maximum ausgebaut zu haben, muss man sich gar nicht erst in die schwereren Dungeons wagen.

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Fazit

Man kann sich in «Darkest Dungeon» noch so gut vorbereiten. Ist das Würfelglück auf Seiten der Monster oder greifen sie zufällig immer das gleiche Teammitglied an, kann auch mal ein liebevoll hochgerüsteter Held ins Gras beissen – für immer. Wer sich damit nicht abfinden kann, dürfte «Darkest Dungeon» schnell wieder zur Seite legen. Wer aber eine Herausforderung mag, strategisches Gameplay liebt und auch dem Basisausbau nicht abgeneigt ist, der bekommt mit dem Rollenspiel eines der spassigsten Spiele der letzten Zeit vorgesetzt, das trotz etwas repetitivem Spielverlauf erstaunlich lange motivieren kann – und dafür auch den entsprechenden Umfang bietet.

Wertung: 9 von 10 nicht mehr aus dem Dungeon zurückkehrende Helden

«Darkest Dungeon» für PC und OS X (PS4 und PS Vita folgen), 19 Franken bei Steam

Publiziert am 02.02.2016 | Aktualisiert am 02.02.2016
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