Test: «Batman – Arkham Knight» Starker Schluss mit sündhafter Schwäche

Mit «Batman – Arkham Knight» kommt die Reihe rund um den geflügelten Helden zu einem eigentlich gelungenen Abschluss. Leider zeigt sich, warum die Entwickler der Rocksteady Studios als Autorenn-Spezialisten keinen Blumentopf gewinnen würden.

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Übersicht
Nach dem Tod des Jokers in «Arkham City» muss sich Batman im neuen Spiel einer ganzen Riege von wütenden Superschurken stellen. So besitzt Scarecrow ein Nervengas, das Menschen einander umbringen lässt. Die Folge: Die Polizei evakuiert Gotham City, und bald ist Batman noch der einzige, der sich der Vogelscheuche stellt. Doch damit nicht genug: Der Pinguin benutzt die Stadt als Waffenumschlagplatz, Two-Face räumt die Banken aus, der Riddler entführt Catwoman und droht damit, sie umzubringen, und der neue Bösewicht Arkham Knight will der Fledermaus offensichtlich aus persönlichen Gründen ans Leder. Zum Glück ist auch Batman dank des erstmals zum Einsatz kommenden Batmobils so gut für den Kampf gerüstet wie noch nie.

Das hat uns gefallen
Wir haben das Game auf der PS4 getestet, und dort fällt als erstes die hervorragende Grafik auf. Im nächtlichen und verregneten Gotham City spiegeln sich die Neonlichter spektakulär auf dem Asphalt. Und schwebt Batman mit seinen Schwingen über die im Spiel recht grosse Stadt, sind auch in der weiten Ferne noch Gebäude und Beleuchtungen erkennbar. Kommt dazu, dass dank den perfekten Animationen die Figuren im Spiel absolut glaubhaft wirken. Der Atmosphäre hilft auch, dass keine Ladebildschirme nötig sind. Dafür kommt es besonders im Batmobil zu heftigen Bildaussetzern.

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Die Story vermag hingegen zu überzeugen: Zwar wird Batman fast schon übertrieben als emotionsloser Rächer dargestellt. Dafür könnte der im Original von John Noble («Fringe») gesprochene Scarecrow kaum boshafter und psychopathischer daher kommen. Auch sonst hat man sich Mühe gegeben, den Figuren einiges an Tiefe zu geben und die Geschichte mit unerwarteten Ereignissen zu füllen. Kommt dazu, dass es in den vielen Nebenmissionen mal einen Mordfall zu klären, mal Riddler-Rätsel zu lösen, mal Bankräuber aufzuhalten, mal Bomben zu entschärfen und viele weitere Dinge zu tun gibt. Sprich: Während des Spiels wirds selten langweilig.

Die Nebenmissionen zu lösen, lohnt sich. Denn auch dort gibt es Punkte, mit denen sich Batmans Fähigkeiten, egal ob im Flug, im Batmobil, im Kampf oder beim Einsatz seiner Gadgets verbessern lassen. Heisst: Je mehr optionale Aufgaben man löst, desto einfacher kann man sich den Verlauf der Hauptgeschichte machen. Weiter ist es immer noch ein atemberaubendes Erlebnis, mit ausgespannten Flügeln über die Dächer von Gotham City zu segeln.

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Das Kampfsystem hat man praktisch aus dem Vorgängern übernommen. So gilt es immer noch, mit perfektem Timing feindliche Angriffe zu blocken, während man selbst zwischen den verschiedenen Gegnern hin und her springt, um ihnen Faustschläge zu verpassen.

Das hat uns genervt
Wenn man sich nur das Batmobil gespart hätte, denn dieses ist für viele Probleme im Spiel verantwortlich. Im normalen Fahrmodus ist die Steuerung besonders in den Kurven äusserst schwammig, so dass man bei höherem Tempo fast zwangsweise irgendwo in der nächsten Mauer landet. Im Kampf-Modus steuert sich das Gefährt wie ein beliebiger Held in einen 3rd-Person-Shooter – inklusive seitlichem Verschieben. Hier gilt es, auf dem Boden eingezeichneten Linien auszuweichen, damit man nicht von feindlichen Geschossen getroffen wird, während man selbst die feindlichen Panzer ins Visier nimmt.

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Da dies nicht sonderlich kompliziert ist, lässt das Game gegen Ende bis zu 60 Fahrzeuge auf das Batmobil los – was in einem endlosen, an Langeweile kaum zu überbietenden Kampf endet. Noch schlimmer: In einzelnen Szenen muss sich Batman mit seiner Karre von hinten an feindliche Fahrzeuge «anschleichen», um sie zu erledigen. Genau: Der superreiche Bruce Wayne legt sich eine millionenschwere Karre zu, damit er sich nachher vor Panzern aus der Massenproduktion verstecken muss. Dies wirkt etwa gleich glaubwürdig wie Batmans Mantra, keine Leute umzubringen, während er mit dem Batmobil haufenweise böse Buben über den Haufen fährt.

Publiziert am 13.07.2015 | Aktualisiert am 13.07.2015

Fazit

Traurig aber wahr: Ohne Batmobil wäre «Batman – Arkham Knight» das viel bessere Spiel geworden. Da alles – sowohl das Missionsdesign, als auch die Zahl der auf den Strassen lauernden Gegnern – auf das Gefährt ausgerichtet ist, lässt sich das Spiel unmöglich zu Fuss lösen. Ansonsten wäre das Game das absolut beste aus der «Arkham»-Reihe, was primär an der perfekt gestalteten Umgebung, dem satten Umfang, den inzwischen unzähligen Gadgets und an der raffinierten Geschichte liegt.

Wertung: 7 von 10 verunglückten Batmobil-Manövern

Batman – Arkham Knight, für PC, PS4 und Xbox One, ab 18 Jahren

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1 Kommentare
  • Cha  Ron , via Facebook 14.07.2015
    Gratulation, endlich erkennt mal jemand, dass das Batmobil völlig überflüssig war in diesem Spiel. Kommt dazu, dass einem in vielen Situationen das Batmobil aufgezwungen wird, so von wegen spielerischer Freiheit. Und was die Tank Battles angeht, ich habe noch nicht viel schlechteres/langweiligeres in einem Spiel gesehen. Die Grafik/Atmo ist fantastisch alles andere maximal mittelmass. Ich war enttäuscht vom Spiel.