Test: «Assassin’s Creed – Syndicate» London schlägt Paris um Meilen

Nach dem eher schwachen Pariser Abenteuer im letzten Jahr ist «Assassin’s Creed – Syndicate» ein starkes Spiel. Dies liegt vor allem am vielseitigen Gameplay und den beiden charismatischen Helden.

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Übersicht
Im Jahr 1868 steht das viktorianische London mitten in der Industriellen Revolution. Aus Schornsteinen bläst der Rauch, der von den unzähligen neuen Fabriken produziert wird. Kutschen transportieren Menschen über die holprigen Kopfsteinplaster der Stadt. Und im Geheimen bekämpfen sich Assassinen und Templer, die sich seit Jahrhunderten einen weltweiten Untergrundkrieg liefern. Auf Seiten der Assassinen macht sich das Zwillingspaar Jacob und Evie Frye auf in die britische Hauptstadt, um dort einige hochrangige Templer um die Ecke zu bringen.

Das hat uns gefallen
Nach zwei kurzen Einführungsmissionen landen die beiden Helden in der riesigen Stadt, wo sie tun und lassen können, was sie wollen. Zwar sind für die sieben Londoner Stadtviertel – vom armen Whitechapel über die City bis hin zum reichen Westminster – Levelempfehlungen vorhanden. Diese gelten aber vor allem für die verschiedenen Missionen, mit denen man die rund 50 Bezirke aus dem Einfluss der Templer befreit. Wer sich hingegen nur die Stadt anschauen möchte, kann dies relativ gefahrlos tun. Und wer nicht zu Fuss unterwegs sein will, kann sich im «GTA»-Stil eine Kutsche auf der Strasse klauen. Aber Achtung: Auch im Spiel herrscht Linksverkehr, was zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist.

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Ausser in den Hauptmissionen kann man frei zwischen den beiden Protagonisten hin und her wechseln. Während Jacob eher der Haudrauf ist, geht Evie lieber heimlich, still und leise vor. Beide Figuren haben einige freischaltbaren Fähigkeiten, die sie exklusiv besitzen. Evie wird zum Beispiel komplett unsichtbar, wenn sie stehen bleibt. Jacob hingegen machen feindliche Attacken weniger aus. Beide können Stadtbezirke befreien, indem sie hochrangige Templer entführen, zur Arbeit gezwungene Kinder aus den Fabriken befreien, Gangs bekämpfen oder für die Polizei Leute verhaften.

Daneben ist im Spiel auch wieder einige Prominenz vertreten. Im Auftrag des Schriftstellers Charles Dickens, der dem Okkulten nicht abgeneigt ist, können die Helden übernatürliche Monster jagen. Den Wissenschaftler Charles Darwin und den Arbeiterführer Karl Marx man vor Angriffen ihrer Gegner schützen. Und wie in Paris kann man auch in London Kriminalfälle lösen, indem man Verdächtige verhört und Beweise sammelt. Dies geschieht im Auftrag von Frederick Abberline, der 20 Jahre später erfolglos Jack the Ripper jagen sollte. Die meisten dieser Nebengeschichten sind besser geschrieben als die Hauptstory.

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Bei all den Aktivitäten ist die Steuerung wesentlich weniger störrisch als im Vorgänger. Mit zwei Tasten kann man auswählen, ob man sich eher aufwärts oder abwärts beweben will. Die Kämpfe sind relativ simpel gehalten, und falls doch mal eine gegnerische Übermacht vor den Helden steht, kann man sich dank dem neuen Greifhaken schneller denn je aus dem Staub machen. Weiterer Pluspunkt: Im Spiel lassen sich wieder sämtliche Schatzkisten öffnen, ohne dass man eine Companion-App herunterladen oder einen Ubisoft-Account anlegen muss. Zwar kann man echtes Geld in Spielwährung eintauschen – was aber völlig unnötig ist, da man mit der Zeit sowieso mit Pfund zugeschüttet wird.

Das hat uns genervt
Die Hauptstory wechselt in den einzelnen Kapiteln zwischen Jacob und Evie hin und her. Während sie sich um verschiedene Eden-Splitter – mächtige Artefakte aus früherer Zeit – kümmert, verfolgt er die Spuren der Templer. Beide Geschichten hängen aber ziemlich lange durch und nehmen erst gegen Schluss wieder Fahrt auf. Kommt dazu, dass London zwar gross, aber – wie letztes Jahr Paris – wieder nur eine einzige Umgebung ist. Abgesehen von einer kurzen Reise ins Jahr 1916 sucht man kleinere Nebenschauplätze wie in früheren Ausgaben in «Syndicate» vergebens.

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Publiziert am 11.11.2015 | Aktualisiert am 11.11.2015

Fazit

Nein, an das Piraten-Abenteuer «Black Flag» kommt «Syndicate» nicht heran. Dafür ist die Story zu wenig dramatisch und das Szenario etwas zu eintönig. Trotzdem hatten wir mit den vielen Aktivitäten in London massig Spass. zumal die freischaltbaren Fähigkeiten zusätzlich motivieren und die beiden Helden tatsächlich im Verlauf des Spiels massiv stärker werden. Und um in der Geschichte voranzuschreiten, sind grosse Teile der Nebenaufgaben tatsächlich optional. Einzig drei der sieben Stadtviertel muss man vom Templer-Einfluss befreien, um schliesslich das Ende zu sehen.

Wertung: 8 von 10 unsanft von der Strasse gerammte Kutschen

Assassin’s Creed – Syndicate, für PS4 und Xbox One (PC ab 19.11.), ab 18 Jahren

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3 Kommentare
  • Matthias  Gerlach , via Facebook 12.11.2015
    Ich bin Assassins Creed Fan der ersten Stunde und finde Unity auch deutlich spannender und interessanter als Syndicate. Sogar Arno, der Assassine aus Unity, hat mehr Charisma als die langweiligen Geschwister Fry zusammen. London ist geradezu langweilig gegenüber Paris und die Story war auch besser. Insbesondere das düstere Add-On war in Unity fantastisch. Dennoch macht Syndicate Spaß - habe aber nach Unity storytechnisch mehr erwartet.
  • Joe  Black 12.11.2015
    Zudem, lässt der Kontext der Industrialisierung auf ein Sprung in die Moderne deuten für den nächsten Teil und da muss ich sagen ist die Mörder Guilde bereits bestens durch Hitman repräsentiert. Ein zeitgenössisches Templer Vs. Assassinen Spiel würde nur wenig Sinn machen vor allem würde der Animus keinen Sinn mehr machen.
    Einziges wirklich witziges in Syndicate sind die Kutschen Rennen, darauf musste man zuerst Mal kommen.
  • Joe  Black 11.11.2015
    Also ich hatte keine PS4 und habe Sie mir endlich und extra für AC Syndicate gekauft...zudem habe ich Unity gekauft und muss sagen der historische Konext der französischen Revolution ist um einiges interessanter als die Industrialisierung in London.