«No Man’s Sky» getestet Riesiges Weltall mit wenig Inhalt

Die Ausgangslage von «No Man’s Sky» mit 18 Trillionen zu besuchenden Planeten klingt faszinierend. Allerdings merkt man dem Spiel auch an, dass es nur zwölf Leute entwickelt haben. Wir haben die PS4-Version getestet.

Trailer zu «No Man's Sky»

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Übersicht

Wie bringt man 18 Trillionen Planeten in ein Spiel? Genau: Man lässt diese mit einem Algorithmus und mit vorgegebenen Regeln vom Computer generieren. So geschehen ist das in «No Man’s Sky», das nun auf der Verkaufsplattform Steam zu einem absoluten Hit avanciert ist. So spielten zum PC-Launch am Freitagabend 200’000 Spieler das Game gleichzeitig – mit Abstand der Spitzenwert in diesem Jahr. Und das obwohl zwei Tage zuvor «No Man’s Sky» bereits auf der PS4 erschienen ist. Doch was kann der gehypte Titel? Vieles, aber von allem ein bisschen zu wenig.

Screenshots zu «No Man's Sky»

 

Das hat uns gefallen

Das Universum, in das der Spieler mit seinem Raumschiff geworfen wird, ist tatsächlich gigantisch gross. So dauert nur schon eine schnelle Fahrt in der Sternenkarte – die an einen alten Windows-Bildschirmschoner erinnert – rund 40 Minuten, bis man im Zentrum angelangt ist. Jeder angezeigte Stern ist ein eigenes System mit meist mehreren Planeten, die sich ohne Ladezeiten direkt aus dem Weltraum besuchen lassen. Das vermag absolut zu beeindrucken und man fühlt sich im Spiel sehr, sehr klein.

Auch die Planeten selbst sind riesig und ziemlich vielfältig. Die einen sind schneebedeckt, die anderen von grünen oder sogar blauen Wiesen bedeckt, während wieder andere sich als reine Steinwüsten präsentieren. Verschiedene Klimazonen auf dem gleichen Planeten sucht man allerdings vergeblich. Dafür muss man sich oft für widerwärtige atmosphärische Bedingungen rüsten. Neben Hitze und Kälte machen auch giftige und radioaktive Umgebungen dem Spieler zu schaffen.

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Den Grossteil des Games verbringt man damit, Ressourcen wie Plutonium, Gold, Zink, Kohlenstoffe und viele weitere Materialien abzubauen und damit Upgrades für den Helden, sein Schiff und seine Laserknarre, die gleichzeitig als Abbaugerät dient, zu produzieren. Oder man investiert verdientes Geld in neue Inventarplätze und bessere Raumschiffe. Neue Upgrade-Rezepte findet man auf den Planeten selbst, wo in verschiedenen Einrichtungen nicht nur kleine Mini-Aufgaben, sondern auch drei Alienrassen auf einen warten. In Gesprächen und auch bei über die Planeten verstreuten Monolithen kann man deren Sprache erlernen, so dass man bei jedem Besuch etwas besser versteht, was die Ausserirdischen wollen. Errät man zum Beispiel, dass das Gegenüber etwas Geld oder einen gewissen Rohstoff von einem möchte, kann es als Belohnung ein neues Upgrade geben. Das Erlernen der Aliensprache ist dann auch eine der Betätigungen, die über längere Zeit motivieren kann.

Das hat uns genervt

Abgesehen von einer dünnen und viel zu schnell erledigten Geschichte, lässt einem das Spiel mit seinen Inhalten ziemlich alleine. Und sogar wenn man sich selber Aufgaben setzen möchte, fällt das schwerer als gedacht. Zwar gibt es vom Spiel neun Ziele wie Anzahl Alienbegegnungen, abgeschossene Raumschiffe oder gelernte Worte als Vorgabe. Allerdings sind das viel zu wenige, um den Spieler längere Zeit bei der Stange zu halten. Zudem geizt das Game mit statistischen Angaben. So hätten wir uns zum Beispiel gewünscht, dass wir den bisher zurückgelegten Weg in der Sternenkarte zurückverfolgen können oder nur schon die bisherige Distanz in Lichtjahren angezeigt bekommen. Auch beim Entdecken von Tierarten auf den Planeten hätte man sich motivierendere Ziele gewünscht.

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Kommt dazu, dass sich die verschiedenen Betätigungsmöglichkeiten relativ schnell wiederholen. Hier merkt man, dass für die Inhalte, die «von Hand» entwickelt werden mussten, sehr wenige Leute zu Verfügung standen. Deshalb trifft man immer wieder auf die gleichen Raumstationen, Handelsposten oder Gebäude auf den Planeten. Dünn ist auch die Story, die mit einem aufgerüsteten Raumschiff bereits nach wenigen Stunden erledigt ist.

Das grösste Problem auf der PS4 sind allerdings wiederholte Abstürze des Spiels. So passiert es regelmässig beim Wechseln des Sternensystem, dass man auf einmal das PS4-Menü wieder vor sich hat. Zudem kam es während des Testens zu einem Freeze des Bildschirms, aus dem wir nur durch Ziehen des Stromsteckers wieder herauskamen. Auf einer Konsole dürfen solche Dinge nicht passieren.

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Fazit

«No Man’s Sky» ist ein faszinierendes und wichtiges Spiel, das mit zehnfacher Entwicklerpower eines grossen Studios auch spielerisch zum absoluten Megahit hätte werden können. Momentan beginnen sich die Tätigkeiten und auch die wenigen Aufgaben so schnell zu wiederholen, dass man sich nur noch über neue Upgrades oder bessere Raumschiffe motivieren kann. Trotzdem hatten wir mit dem Game für rund 20 Stunden tolle Unterhaltung. Ohne die absolut unverzeihbaren Abstürze wäre auch noch eine höhere Wertung dringelegen.

Wertung: 7 von 10 noch nicht ganz ausgereiften Spielkonzepten

No Man's Sky, für PC und PS4, ab 7 Jahren

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«No Man's Sky» für PS4 bei Digitec kaufen (74 Franken)

 

Publiziert am 16.08.2016 | Aktualisiert am 22.08.2016
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4 Kommentare
  • Franco  Sibonetti 17.08.2016
    Ein Spiel als nicht so gut zu bezeichnen nur weil es einem den Weg nicht vorzeigt den es zu finden gilt, zeigt wie wenig die jungen Menschen von heute noch bereit, ihr Sein in die eigenen Hände zu nehmen. Es liegt im Leben nicht alles auf dem Gabentisch, man muss sich tatsächlich etwas mehr bewegen um an neue Horizonte zu gelangen. Da nehme ich mich selbst nicht aus. Es gibt keine Story.....DU selbst schreibst die Geschichte in diesem Spiel. Das ist doch wunderbar!
  • Manfred  Flanders 16.08.2016
    Schön, dass Blick nicht auf de Hype-Welle mitsurft. Das Spiel wurde viel zu sehr gehypt, was nützen 18 Trillionen Planeten? Nichts. Sehen sowieso alle ähnlich aus, wenn nicht gleich. Die Tiere sind wild zusammengebastelt und sehen auch immer irgendwie aus. Man hätte besser auf Qualität, statt auf Quantität gesetzt. Ähnlich wie Pokemon Go spielen das alle wegen dem Hype, in 2-3 Monaten interessiert sich niemand mehr dafür.
  • Adrian  Müller 16.08.2016
    Ja No mans sky hat noch einige Macken. Aber fehlender Inhalt oder keine Story als negativ zu bezeichnen, würde dann auch heissen, dass Minecraft wirklich schlecht wäre. Dies macht das Spiel aus und wenn ihr sagt, dass es euch schon 20 Stunden unterhalten hat, möchte ich gerne einige Spiele wissen, die überhaupt auf diese Spieldauer kommen.
    • Kevin  Wyss aus Gwatt
      16.08.2016
      Genau, No Mans Sky ist ein Sandbox Game, jeder kann machen was er will und wie er will, der Weg ist das Ziel, aber wenn man sich mit dem Game nicht genug ausseinander setzt, verstehe ich es, dass man es relativ Schlecht bewertet.
      Ich finde es super, ich liebe es einfach zu erkunden. Aber klar ist, dass es wirklich zufest gehyped wurde und dadurch wohl der eine oder andere vom Game entäuscht wurde.