Angespielt: MAG Online-Shooter mit Grössenwahn

REDMOND (USA) – Obwohl das «Massive Action Game» jetzt nur noch «MAG» heisst, hat es heisse Baller-Action für bis zu 256 PS3-Spieler zu bieten. Wir konnten das Spiel bei den Entwicklern im amerikanischen Redmond anspielen.

  • Publiziert: 08.05.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Martin Steiner

Während die meisten Multiplayer-Shooter Schlachten für maximal 64 Spieler bieten, wollen die Entwickler von Zipper Interactive höher hinaus. In «MAG», dem neuen Game der «Socom»-Erfinder, sollen sich 64, 128 oder sogar 256 Spieler gleichzeitig aufs Dach geben. Damit dies klappt, braucht es sowohl technisch wie auch spielerisch einiges an Innovation. Auf technischer Seite soll eine komplett neue Netzwerk-Architektur die vielen Gamer möglichst ohne Verzögerungen miteinander verbinden. Spannender für uns war allerdings die spielerische Seite.

Hightech gegen Schrottplatz
Zur Story: 20 Jahre in der Zukunft haben die Supermächte die Wirtschaft so zugrunde gerichtet, dass sie keine Ressourcen mehr für eigene Armeen haben. Deren Job übernehmen dafür drei Privatarmeen, die sich weltweit immer wieder bekriegen. Die Raven stehen auf Hightech-Gadgets und leichte Plastikrüstungen, die sie klinisch sauber halten. Das Gegenteil sind die Svor, die ihr Underdog-Image und aggressives Verhalten auch mit Rüstungsteilen vom Schrottplatz unterstreichen. Einer regulären Armee am ähnlichsten sind die Valor, die sich durch ihre Herkunft aus Alaska selber für knallharte Typen halten.

Damit nicht jeder planlos auf alles ballert, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, sind die 128-köpfigen Armeen in 32er-Platoons und 8er-Squads unterteilt, wobei jeweils jener Spieler mit der grössten Erfahrung der Chef ist und Zugriff auf zusätzliche Befehle hat. So kann ein Leader entscheiden, welches Ziel als nächstes angegriffen oder verteidigt wird. Zwar können dann die Untergebenen immer noch planlos auf dem Feld umherirren. Wer allerdings den Vorgaben folgt, erhält zusätzliche Erfahrungspunkte. Und somit schnelleren Zugriff auf neue Waffen oder die Möglichkeit, seine eigenes Einheit zu leiten.

Brücken, Fahrzeuge und Radarstationen
Während den Schlachten gilt es dann Bunker zu zerstören, Brücken zu verteidigen, Fahrzeuge zu eskortieren oder Raketensilos in die Luft zu sprengen. Neben den Missionszielen gibt es aber auch weitere optionale Aufträge. Zerstört der Gegner zum Beispiel die eigene Radaranlage, sind die feindlichen Truppen nicht mehr auf der Karte erkennbar.

Wir hatten die Möglichkeit eine Schlacht mit insgesamt 128 Spielern anzuspielen. Dabei fiel uns besonders die gelungene Steuerung auf. So bewegen sich die Soldaten von «MAG» wesentlich schneller als jene von «Killzone 2». Trotzdem hatten wir keine Probleme, unseren Charakter durch die dschungelartige Umgebung zu navigieren oder feindliche Truppen ins Visier zu nehmen. Grafisch wirkt das Game trotz seiner grossen Level äusserst detailliert. Und durch die verschiedenen Missionsziele hatten wir nie das Gefühl, dass sich die Soldaten übermässig auf den Füssen herumstanden.

Brillante Führungsstrukturen
«MAG» steht oder fällt grösstenteils mit der Netzwerkarchitektur. Wenn es den Entwicklern aber tatsächlich gelingt, 256 Spieler ohne Verzögerungen miteinander zu verbinden, steht uns ein grosses Online-Spiel in Haus. Besonders die Idee, dass Teamspieler schneller in den Rängen aufsteigen und somit selber taktische Befehle ausgeben, ist so einfach wie brillant. Wir sind gespannt, ob und wie sich die einzelnen Schlachten auf die Gamewelt auswirken werden und können es kaum erwarten, die hoffentlich demnächst startende Beta zu spielen. Das fertige Spiel soll schliesslich noch vor Ende Jahr für die PS3 erscheinen.

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