Mädchen stirbt nach Game-Marathon

  • Publiziert: 07.11.2005, Aktualisiert: 02.01.2012

Die Meldungen aus dem asiatischen Raum über Online-Gamer, die nach pausenlosem Spiel vor Erschöpfung tot zusammenbrechen, häufen sich. Zwei neue Fälle machen von sich reden.

Schon wieder! Im Mai 2005 springt ein Junge aus China von einem Hochhausdach in den Tod, um sein Lieblings-Online-Rollenspiel mit seinen Freunden «im Paradies» weiterzuspielen. Ein Monat später erleidet ein Russe einen Schlaganfall wegen exzessiven Dauerzockens eines Online-Rollenspiels. Danach stirbt ein 28-jähriger Koreaner nach einer 50-Stunden-Online-Session an Herzversagen.

Die traurige Serie nimmt kein Ende: Den Erschöpfungstod stirbt auch «Snowy», wie sich ein Mädchen aus China im Online-Rollenspiel «World of Warcraft» nannte. In ihrer Gilde (Quasi-Mannschaft im Online-Rollenspiel) soll es als freundlich gegolten haben und eine zentrale Funktion übernommen haben. Kurz vor seinem Tod, gab das Mädchen an, «sehr müde» zu sein. Dennoch habe es sich auf einen besonders lange andauernden Quest (Aufgabe in «World of Warcraft») vorbereitet. Eine Woche nach dem Ableben von «Snowy» versammelten sich ihre Freunde in der virtuellen Welt, um seiner zu gedenken.

Dem Tod des Mädchens folgt ein nächster: Ein chinesischer «World of Warcraft»-Gamer soll ebenfalls durch massloses Dauerzocken an Herzversagen gestorben sein.

Die chinesische Regierung verpflichtet nun im Rahmen eines Jugendschutzprogramms die Anbieter von Online-Games, eine zu lange Spieldauer als ungesund und unattraktiv zu deklarieren. Die gesetzliche Schadensgrenze wurde auf fünf Stunden festgesetzt.

play Die Gamer-Freunde von «Snowy» kamen virtuell zusammen, um eine Andacht zu halten (Bild: «World of Warcraft»-Gamer gedenken der Terror-Opfer von London).

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Tod durch Dauerzocken: ernsthafte Gefahr oder Panikmache?»