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Übersicht
Wir schreiben den Start des 20. Jahrhunderts: Die USA wandeln sich langsam zu einem modernen Staat, der Wilde Westen steht kurz vor dem Ende. Die Regierung macht mit einer Behörde namens «The Bureau» gnadenlos Jagd auf die letzten Outlaws. John Marston, ehemaliges Gang-Mitglied, will nach einem missglückten Raubzug nichts mehr mit kriminellen Machenschaften zu tun haben. Allerdings holt ihn die Vergangenheit wieder ein: «The Bureau» lässt Johns Frau und Kinder entführen und zwingt ihn dazu, seine ehemaligen Gangmitglieder aufzutreiben und zur Strecke zu bringen.
Gameplay
«Red Dead Redemption» spielt sich wie ein «GTA» im Wilden Westen. Die gigantische Umgebung kann John hoch zu Pferde bereisen. Für längere Distanzen kann er aber auch den Zug oder die Postkutsche nehmen. Die Welt ist in drei Regionen unterteilt. New Austin erinnert an den klassischen Wilden Westen texanischer Prägung. Nuevo Paraiso stellt hingegen das damalige Mexico dar. Als letztes bereist John West Elizabeth, das die Zeit des Wilden Westens bereits grösstenteils hinter sich hat.
Abseits der Hauptgeschichte kann der Held an allen Ecken und Enden Missionen lösen. Mal gilt es für einen Ladenbesitzer einen Dieb einzufangen, mal eine Prostituierte vor einem Messerstecher zu retten, mal einen Schatz in einer abgelegenen Mine zu suchen. Für jede gelöste Mission erhält John Ruhm und Ehre in Form von Punkten. Erstere stellt seinen Bekanntheitsgrad dar, zweitere steigt oder fällt je nachdem, wie John die Missionen löst. Fängt John den Dieb zum Beispiel mit dem Lasso ein, steigt seine Ehre, erschiesst er den Flüchtigen, sinkt sie.
Erstaunlich die Vielfalt der Betätigungsmöglichkeiten: Durch ein Zufallssystem kann John beim Durchreiten der Wüste auch zufällig in knifflige Situationen gelangen. Etwa wenn gerade eine Postkutsche überfallen wird. Im Saloon hingegen spielt John auch mal gerne eine Runde Poker oder Black Jack – oder steckt sich möglichst schnell das Messer zwischen die ausgespreizten Finger. Mit Wanted-Postern kann unser Held zusätzlich flüchtige Verbrecher jagen. Oder mit Schatzkarten – meist sind darauf Zeichnungen von markanten Felsformationen zu erkennen – den grossen Reichtum suchen. Kurzum: Langweilig wird es dem Spieler sicher nicht.
Der «Konzentrationsmodus» aus dem Vorgänger kommt auch in «Red Dead Redemption» wieder zum Einsatz. Mit jedem gelungenen Schuss aus einer Knarre füllt sich ein Balken, mit dem man einen Zeitlupen-Modus aktiviert. Hier lassen sich die nächsten Kugeln auf den Gegnern vormarkieren und so mehrere Feinde aufs Mal ausschalten, sobald man wieder zurück im normalen Spiel ist. Neu kann John auch hinter Felsen und Vorsprüngen in Deckung gehen.
Technik
Egal ob mitten in der Wüste oder in einem der kleinen Dörfer: Das Game sieht absolut fantastisch aus. Bei den Bäumen sind einzelne Blätter zu erkennen und bei einem Blick in die Ferne wirken die umliegenden Hügelzüge schon beinahe fotorealistisch. Auch die Fauna bekommt in Form von Vögeln, Hasen, Pumas und Wölfen ihren Auftritt. Die Sprecher der vielen Charaktere machen ihren Job absolut professionell und verleihen dem Spiel zusätzlich eine Menge Atmosphäre.
Das Game birgt praktisch unzählige Möglichkeiten, sich in einem authentischen Western-Umfeld zu betätigen. Dabei dürfte beispielsweise auch ein simpler Ausritt hoch zu Ross eine Menge Spass bringen, zumal man an allen Ecken und Enden über kleine Aufgaben stolpert. Kurzum: Das Western-Epos hat das Zeug, das gloriose «GTA 4» als bestes Spiel mit einer offenen Welt abzulösen. Das Game erscheint am 21. Mai für PS3 und Xbox 360.