«Mafia 3» im Test Rachefeldzug mit gelungener Geschichte

Das Open-World-Spiel «Mafia 3» versucht, die «GTA»-Erfolgsformel nachzuahmen und etwas zu modifizeren. Das ist zwar nicht immer von Erfolg gekrönt, aber in einigen Bereichen überzeugt das Spiel. Wir haben den Actionkracher getestet.

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Übersicht

Der Protagonist von «Mafia 3» ist Lincoln Clay. Zu Beginn des Spiels kommt er zurück aus dem Vietnam-Krieg und engagiert sich im Jahr 1968 beim Black Mob, einer der Mafia-Organisationen in New Bordeaux. Nach einem Betrug durch die italienische Mafia kommen allerdings Lincolns Stiefvater und alle seine Freunde ums Leben. Auch Lincoln selbst liegt einige Monate schwer verletzt im Spital. Zurück auf der Strasse, will er an der Marcano-Familie Rache nehmen. Dabei bekommt er tatkräftige Unterstützung von seinem CIA-Kontakt im Vietnam, dem Agenten John Donovan.

Gameplay: So spielt sich «Mafia 3»

Das hat uns gefallen

Die Geschichte des Spiels – eigentlich eine simple Rachestory – wird erstaunlich vielschichtig und aus verschiedenen Perspektiven erzählt. So gibt es als erzählerischen Rahmen zum Beispiel Ausschnitte einer späteren Senatsaussage des CIA-Manns John Donovan oder Zitate einer Dokumentation über den Priester Father James, einer von Lincolns engsten Freunden. Neben diesen Rückblenden begegnet der Protagonist selber jeder Mengen skurrilen Figuren, wobei hier der dauerfluchende und ständig mürrische Ire Thomas Burke besonders heraussticht.

Mafia 3 - Open-World-Spiel im Test: So geht Rache richtig! play

 

Spielerisch wechselt das Game zwischen Autofahren und vielen Schiessereien an verschiedenen Orten ab. Beide Elemente sind zwar nicht perfekt, aber durchaus solide gelungen. Im Auto fällt – neben der leider etwas schwammigen Steuerung – vor allem der absolut brillante Soundtrack aus dem Radio auf. Egal ob «Soul Man» von Sam und Dave,  «Son of a Preacher Man» von Dusty Springfield oder «All Along the Watchtower» von Jimi Hendrix: Die über 100 Songs wirken wie ein Best-of der US-Musik der 60er-Jahre und versetzen einen auch akkustisch direkt in jene Zeit.

Bei den Schiessereien lohnt es sich, so lange wie möglich heimlich vorzugehen und einen Schurken nach dem anderen umzulegen. Dabei hilft Lincolns Möglichkeit, mit einem Pfiff zum Beispiel einen Gegner zu sich zu locken, um ihn – im Sinne des Wortes – um die Ecke zu bringen. Wird der Held entdeckt, entbrennen oft wilde Schiessereien, in denen er in Deckung gehen kann. Hier rücken die Gegner öfters schnell auf, und so gilt es aufzupassen, dass man sie möglichst schnell ausser Gefecht setzt. Bei längerem Beschuss ist Lincolns Ableben vorprogrammiert. Dafür kann er drei befreundete Mobster zu Hilfe rufen, die relativ effektiv mit den Gegnern aufräumen.

Mafia 3 - Open-World-Spiel im Test: So geht Rache richtig! play

 

Das hat uns genervt

Das Missionsdesign sieht nach den ersten drei Stunden, die als Intro dienen, durchwegs genau gleich aus. Lincoln muss, um einen feindlichen Mafia-Boss zu erledigen, sein Geschäft schädigen und so eine vorgegebene Anzahl Dollar als Schaden verursachen. Dazu fährt Lincoln an einen auf der Karte markierten Ort, räumt dort mit allen Gegnern auf, sammelt herumliegendes Geld ein, zerstört markierte Objekte und fährt dann zum nächsten auf der Karte markierten Ort, um genau das Gleiche zu tun. Zu Beginn vermag das ja noch dank der unterschiedlichen Schauplätze unterhalten. Aber nach zehn Stunden wird das Ganze so repetitiv, dass ein guter Teil des Spielspasses flöten geht. Hier hilft dann auch wenig, dass es als Sammelobjekte Playboy-Magazine aus den 60er-Jahren – inklusive spannender Interviews – gibt.

Auch technisch kommt «Mafia 3» nicht an die Konkurrenz heran. Zwar sieht New Bordeaux besonders bei Nacht mit gelungenen Lichteffekten ziemlich gut aus. Bei Tag machen sich dafür aber die Detailarmut und die verwaschenen Farben umso stärker bemerkbar. Hier hat «GTA 5» bereits vor zwei Jahren auf der PS4 massiv besser ausgesehen.

Fazit

Die höchstens durchschnittliche Optik wäre ja noch verzeihbar, das ständig gleiche und absolut vorhersehbare Missionsdesign ist es nicht: «Mafia 3» hätte mit seiner abwechslungsreichen Stadt New Bordeaux so viel Potenzial gehabt, verschenkt es aber, indem man über die meisten Stunden des Spiels genau die gleichen Aktionen ausführt. Wer sich über die etwas anderen Nebenmissionen – hier darf man dann auch mal mit dem Boot auf offener See Drogenpakete auflesen – und vor allem über die tolle Story motiviert, könnte mit dem Open-World-Shooter trotzdem seinen Spass haben.

Wertung von «Mafia 3»

Wertung: 7 von 10 Missionen in der Dauerwiederholung

Publiziert am 02.11.2016 | Aktualisiert am 03.11.2016
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1 Kommentare
  • Joe  Black 03.11.2016
    Die schwammige Steuerung beim Fahren lässt sich gut erklären und zwar dadurch, dass wir in den 60er sind und US-Schlitten zu dem Zeitpunkt wie fahrende Betonklotze manövrierbar waren.
    Die Detail Armut der Stadt bei Tage bringt für mich einen gewissen Flair mit sich, welcher dazu beiträgt, dass man sich zurück in die 60er versetzt fühlt.
    Zu den Vorteilen gehört für mich die KI der Polizeikräfte und die Tatsache, dass Augenzeugen diese alarmieren können.