«Inside» getestet Ein Fall für die Konsole oder fürs Museum?

Mit «Inside» hauen die Dänen von Playdead nach «Limbo» ihr zweites Spiel mit hohem künstlerischen Anspruch heraus. Leider ist im Vergleich zum Erstling das Gameplay etwas vergessen gegangen. Wir haben das düstere Abenteuer getestet.

Trailer zu «Inside»

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Ab März auf noch mehr Handys Super Mario erobert jetzt auch Android
2 Nintendos neue Konsole 14 Fragen und Antworten zur Switch
3 Nintendo Switch ab 3. März 2017 «Zelda» zum Start, «Mario» im Herbst

Games

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden

Übersicht

Wie in «Limbo» ist auch in «Inside» ein kleiner Junge der Protagonist des Spiels. Der muss sich in einer beängstigenden und skurrilen Welt zurechtfinden, in der die Menschen wie Zombies durch die Gegend schlurfen, während Aufseher aufpassen, dass keiner von ihnen aus der Reihe tanzt. Ansonsten muss man sich die Story aus dem Geschehen selber zusammenreimen. Denn das Spiel kommt komplett ohne Worte und geschriebene Hinweise aus. Doch das Interpretieren des Gezeigten macht durchaus den Reiz von «Inside» aus.

Screenshots zu «Inside»

 

Das hat uns gefallen

Obwohl das Game von einem Indie-Studio stammt und mit der relativ rückständigen «Unity»-Grafikengine auskommt, ist die Inszenierung äusserst atmosphärisch. Zum einen erzeugen die fehlenden Worte und der nur sehr spärlich zu hörende Soundtrack eine sonderbare und ziemlich bedrückende Atmosphäre. Das Spiel ist kein Horror-Titel per se, leiht sich aber einige Elemente aus dem Genre aus. Dazu gehören zum Beispiel die ständig in schwarzen Limousinen auftauchenden Aufseher, die versuchen, den offenbar entflohenen Jungen mit Taschenlampen im Nebel aufzuspüren.

Optisch gibt das Spiel wie auch der Vorgänger einiges her. Spielerisch ist das Game ein Sidescroller. Heisst: Der Junge kann sich nur nach links und rechts, aber nicht nach vorne und hinten bewegen. Das Spiel kennt nur sehr wenige Gegner. Stattdessen gilt es, verschiedene Rätsel zu lösen. Zu diesem Zweck kann der kleine Protagonist auch mal eine Art Gedankenkappe anziehen. So kontrolliert er die sonst herumschlurfenden Personen und öffnet mit ihrer Hilfe zum Beispiel ein Tor, für das der Junge alleine zu wenig Kraft hätte. Daneben sind auch viele Unterwasser-Abschnitte zu finden, die man mit einem an eine Taucherkugel erinnernden U-Boot bereist. Auch hier gibt es Puzzles, bei denen es mal den Wasserpegel zu heben, mal zu senken gilt, um weiter zu kommen.

play

 

Das ganze Abenteuer weist ein angenehm hohes Tempo auf. Keines der Rätsel wird zu oft wiederholt. Und nach einer kniffligen Passage gibt es auch öfters längere Abschnitte, in denen der Junge einfach nach rechts rennt und mit dem Geschehen im Hintergrund die Geschichte erzählt wird. Diese lässt nach dem etwas seltsamen Schluss dann auch einigen Raum zur Interpretation – auch wenn die Hinweise auf die Botschaft, die das Game an den Spieler bringen will, nicht allzu subtil versteckt sind.

Das hat uns genervt

Während «Limbo» noch knifflige Hüpfeinlagen zu bieten hatte, bleibt «Inside» spielerisch ziemlich flach. Zwar stirbt man auch hier von Zeit zu Zeit. Das passiert aber meistens, weil man ein Rätsel nicht sofort begriffen hat. Nur in ganz wenigen Szenen muss man etwas Controller-Geschick unter Beweis stellen.

play

 

Kommt dazu, dass das Abenteuer mit rund drei Stunden Spielzeit relativ kurz ist. Das ist zwar auch dem hohen Tempo geschuldet. Trotzdem kommt das Ende überraschend und abrupt. Zwar hat man dem Spiel auch noch 14 geheime Räume spendiert. Jedoch ist die Möglichkeit gross, dass man die meisten davon aufgrund visueller Hinweise bereits im ersten Durchgang entdeckt. Hat man einen verpasst, kann man ziemlich genau an der entsprechenden Stelle des Spiels wieder einsteigen. Grosse Motivation für einen zweiten Durchgang gibt es nicht.

Fazit

Während «Limbo» für uns auch spielerisch perfekt funktioniert hat, lässt «Inside» hier einiges zu wünschen übrig. Zusammen mit dem kompletten Fehlen von Sprache und Soundtrack hat man dann doch irgendwann das Gefühl, dass es sich hier weniger um ein Spiel als vielmehr um ein Kunstwerk handelt. Als solches besitzt «Inside» aber eine gewaltige, bedrückende Atmosphäre und viele abwechslungsreiche Umgebungen, so dass einem während der knapp drei Stunden auch ohne grosses Gameplay nicht langweilig wird.

Wertung: 7 von 10 kleinen Jungen als Gamehelden

Inside, für PC und Xbox One, ab 16 Jahren

 

Publiziert am 19.07.2016 | Aktualisiert am 20.07.2016
teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden