Game aus Zürich: «Cloud Chasers» Schweizer lassen Spieler die Flucht ergreifen

Das Mobile-Spiel «Cloud Chasers – Journey of Hope» kommt von den Zürcher Blindflug Studios, die bereits mit der Atomkriegs-Simulation «First Strike» wie eine Bombe einschlugen. Das neue Game geht wieder eine ernste Thematik spielerisch an. Wir haben es angespielt und die Entwickler besucht.

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Die Ausgangslage des heute für iOS und Android erscheinenden «Cloud Chasers» ist simpel: Vater Francisco und seine Tocher Amelia fliehen aus ihrer Heimat, weil es dort kaum noch Wasser gibt. Ihr Ziel ist eine privilegierte Welt über den Wolken, die sich durch den Aufzug «The Spire» erreichen lässt. Von dort stammen auch Drohnen, die der Bevölkerung die Wolken «absaugen» und damit Regen verhindern.

Das Game kommt von der Schweizer Spieleschmiede «Blindflug Studios», die beim Helvetiaplatz in Zürich zu Hause ist. Das Team besteht – ohne Autor und Komponisten – aus vier (!) Personen. «Wir wollen ernste Spiele machen», sagt Firmengründer und CEO Moritz Zumbühl. Ihr Erstling «First Strike» beleuchtet die Folgen eines atomaren Weltkriegs. Der Nachfolger geht nun auf eine persönlichere Ebene. Als Francisco und Amelia muss man einen Trip durch die Wüste absolvieren, ohne zu verdursten, von Krankheiten dahingerafft zu werden oder sonstwie zu sterben.

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Vom Startpunkt aus gilt es, fünf Wüstenabschnitte zu durchqueren. Dazwischen liegen Städte, in denen man Handel treiben kann. Die wichtigste Ressource ist Wasser, die gleichzeitig als Währung dient. Dabei verbraucht jeder Schritt im Sand einen gewissen Teil der Reserve, und auch wenn man nur stehen bleibt, geht der Vorrat langsam zu Neige. Um Wasser zu gewinnen, kann Amelia, sobald die Helden unter einer Wolken stehen, mit einem mechanischen Gleiter aufsteigen und dort die Reserven aufstocken. Allerdings lauern Drohnen, die nicht nur selbst Wolken absaugen, sondern auch das Fluggerät unter Beschuss nehmen. So gilt es auch, zur richtigen Zeit wieder zu landen, bevor der Gleiter zu viel Schaden nimmt.

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Geht der Wasservorrat zur Neige oder verliert einer der beiden Protagonisten sämtliche Energie, ist das Spiel verloren und man muss wieder von vorne beginnen. Damit die Reise nicht immer gleich verläuft, sind in der Wüste zufällige Objekte wie Höhlen oder verlassene Lastwagen zu finden. Darunter ist eines von insgesamt 260 Zufallsereignissen platziert. Wenn man Glück hat, finden die Flüchtigen Flaschen für einen grösseren Wasservorrat, Reparaturteile für den Gleiter oder Goldbarren, die sich in der nächsten Stadt teuer verkaufen lassen. Mit etwas Pech wird Francisco von einem Skorpion gestochen oder die Helden geraten in einen Hinterhalt von Banditen. Bei einzelnen Ereignissen hat der Spieler Einfluss, ob er zum Beispiel ein verlassenes Haus direkt durch die Türe betreten oder zuerst durchs Fenster schauen will. Die Ereignisse werden dabei in ausführlichen Texten beschrieben.

Das Spiel erinnert – abgesehen von den fantastischen Elementen wie dem Gleiter – an die aktuelle Flüchtlingsproblematik. «Wir haben keine politische Agenda», sagt Zumbühl auf die entsprechende Frage. «Wir machen Spiele zu Themen, die uns beschäftigen». So begann dann auch die Entwicklung für «Cloud Chasers» bereits im letzten Jahr. Auch der Release-Termin so kurz vor den Wahlen war so nicht geplant. Eigentlich hätte man das Game schon früher veröffentlichen wollen. «Allerdings haben wir die Arbeiten an den Übersetzungen unterschätzt».

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Trotz der Thematik wirkt «Cloud Chasers» auch dank des Grafikstils relativ leichtfüssig. Der hohe Schwierigkeitsgrad motiviert, wie bei anderen sogenannten «Roguelikes», die Reise immer wieder in Angriff zu nehmen. Auch dank der gelungenen Flugsteuerung des Gleiters und den solide geschriebenen Geschichten bei den Zufallsereignissen lohnt sich für rund 4 Franken ein Blick ins Spiel. Erhältlich ist «Cloud Chasers» für iOS und Android.

Publiziert am 15.10.2015 | Aktualisiert am 15.10.2015
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CEO Moritz Zumbühl (3.v.l.) gründete 2014 zusammen mit Lead Game Designer Jeremy Spillmann (5.v.l.) die Blindflug Studios. play

CEO Moritz Zumbühl (3.v.l.) gründete 2014 zusammen mit Lead Game Designer Jeremy Spillmann (5.v.l.) die Blindflug Studios.

Trailer zu «Cloud Chasers»

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3 Kommentare
  • Adrian  Müller 16.10.2015
    Grafisch hübsch und auch intressante Thematik. Jedoch habe ich von vielen gehört, dass das Spiel manchmal Situationen generiert, wo man nicht gewinnen kann. Ein schweres Spiel ist in Ordnung, ein Spiel, das absichtlich den Spieler verlieren lässt, nur um zu zeigen dass man nicht immer gewinnen kann, ist schlecht.
  • Tobias  Grütter 15.10.2015
    Sobald ich "Game" im gleichen Satz wie iOS oder Android lese, höre ich jeweils sofort auf. Schade um jede investierte Minute Arbeit.
    • Marcel  Stierli aus Mérida, México
      16.10.2015
      Und wie ist die Begründung? Ich meine, wenn es Leute gibt, denen das gefällt ist das ok. Von sich aus auf Andere zu schliessen ist töricht.