Test: Everybody’s Golf Einlochen auf Japanisch

Keine Sony-Plattform ohne eine neue Folge von «Everybody’s Golf». Auch Besitzer der PS Vita können zum Start zum Birdie oder zum Eagle einlochen. Wir haben den ungewöhnlichen Sporttitel getestet.

  • Publiziert: 20.02.2012, Aktualisiert: 21.02.2012
  • Von Martin Steiner

 

Übersicht
Golf ist ja an für sich eine ernste Angelegenheit. Nach einem gelungenen Schlag ist das artige Händeschütteln mit dem Caddy meist das Höchste der Gefühle. Dagegen führen die Manga-Figuren aus «Everbody’s Golf» schon mal Luftsprünge und Freudentänze auf. Die putzige Aufmachung täuscht aber nicht darüber hinweg, dass der Titel einiges an Tiefgang besitzt und auch gestandene Gamegolfer fordern kann.

[+] Einfach zu lernen
Die Basis des Spiels kennt man aus unzähligen anderen Golftiteln. Der erste Tastendruck löst die Schlagbewegung aus, der zweite bestimmt die Stärke des Schwungs und der dritte entscheidet, wie genau der Ball der vorgegebenen Richtung folgt. Auch bei «Everybody’s Golf» schwingen die Figuren nach dieser Art den Schläger. Zwar lassen sich auch einige andere Steuerungsvarianten freischalten. Die sind aber komplizierter als die Urvariante und somit mehr als Gimmick zu betrachten.

[+] Schwer zu meistern
Trotz der einfachen Spielmechanik ist das Game alles andere als einfach. Bei jedem Schlag gilt es, die Windrichtung und das Gelände in die Planung einzubauen. Liegt das Green zum Beispiel zehn Meter unter dem aktuellen Standort, gilt es etwas weniger Tempo zu geben oder zu einem anderen Schläger zu greifen. Auch die mit einem Gitternetz angezeigten Unebenheiten auf dem Grün müssen berücksichtigt werden, damit der 5-Meter-Putt zum Birdie im Loch landet und nicht Zentimeter daneben.

[+] Grosser Umfang
Das Spiel beinhaltet sechs komplette Golfkurse mit je 18 Löchern. Diese lassen sich aus verschiedenen Abschlag-Positionen und auch rückwärts spielen. Der Umfang sorgt dafür, dass man doch einige Zeit benötigt, um mit allen Bunkern und Wasserhindernissen Bekanntschaft zu schliessen.

[+] Gelungene Karriere
Auf dem Golfplatz gilt es, auf jeder Schwierigkeitsstufe fünf konventionelle Turniere mit je 19 vom Spiel gesteuerten Gegnern zu absolvieren. Gewinnt man vier, kann man im Matchplay-Verfahren gegen einen einzelnen Konkurrenten antreten. Hier gilt es, unabhängig von der gesamten Schlagzahl, die meisten Löcher für sich zu entscheiden. Gewinnt man diese Partie, steht das Gegenüber künftig als spielbare Figur zur Verfügung. Daneben lassen sich mit verdientem Geld auch neue Bälle, Schläger und viele weitere Dinge freischalten. Jeder Gegenstand besitzt verschiedene Eigenschaften. Gewisse Bälle lassen sich zum Beispiel weiter, aber weniger präzise schlagen. Dies führt zu einer gewissen Entwicklung während der Karriere, die zusätzlich motiviert.

[+] Hübsche Grafik
Die Umgebungen auf dem Golfplatz sind recht detailreich dargestellt und sehen hübsch aus, auch wenn dies bei den recht statischen Bildern nicht allzu schwierig ist. Besonders überzeugend ist die Fernsicht. So kann man auch aus weiter Distanz erkennen, wo auf dem Green sich das Loch mit der eingesteckten Fahne befindet.

[–] Dröge Präsentation
Neben den Anime-Figuren wirkt das Spiel besonders zwischen den einzelnen Events sehr schlicht. Das Freischalten von neuen Gegenständen ist die einzige Beschäftigung neben dem Golfplatz. Mal ein Abschlag-Wettbewerb oder sonstige Aktivitäten würden hier für mehr Abwechslung sorgen.

[–] Keine Speicherfunktion
Während der Runde lässt sich das Spiel nicht speichern. Dies kann zur Folge haben, dass man mit einem versiebten Schlag am 17. Loch die letzte gespielte halbe Stunde zunichte macht. Für die Karriere von «Everybody’s Golf» benötigt man neben hoher Konzentration auch eine gewisse Frustresistenz. Alle drei Löcher einen Speicherstand wäre hier eine elegante Lösung gewesen.

Fazit

Wer bereits die letzten Ausgaben von «Everybody’s Golf» auf der PS3 oder der PSP gespielt hat, kann sich, abgesehen von den sechs neuen Golfkursen, auf ein überraschungsarmes Spielerlebnis gefasst machen. Macht aber nichts, denn auch das neue Spiel überzeugt mit seinem simplen Gameplay, das hochgradig süchtig machen kann. So erwischt man sich öfters dabei, wie man dann doch noch eine Runde spielt, obwohl man sich schon lange mit etwas anderem Beschäftigen wollte. Allerdings sollte man auch mit Rückschlägen leben können, ohne dass man die PS Vita an die nächste Wand knallt.

Wertung: 8 von 10 gelungenen Hole-in-Ones

Everybody's Golf, für PS Vita, ab 22.2.12, ab 3 Jahren

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