Test: Soul Calibur 5 Die Seele verkauft?

Wie die Vorgänger konzentriert sich auch «Soul Calibur 5» auf Prügeleien mit Waffeneinsatz. In der jüngsten Ausgabe kommen besonders Online-Spieler auf ihre Kosten. Wir haben das Game getestet.

  • Publiziert: 06.02.2012
  • Von Martin Steiner

Übersicht
Das neue «Soul Calibur» spielt rund 17 Jahre nach der letzten Ausgabe. Dies ist den wiederkehrenden Charakteren anzusehen, die dementsprechend gealtert sind. Die Story dreht sich um die Schwerter Soul Edge und Soul Calibur, die ihren Besitzern grosse Macht verleihen. Auf der Suche nach den Waffen sind die Zwillinge Patroklos und Pyrrha, die sich auf eine Reise quer durch Europa begeben.

[+] Gelungene Gameplay-Neuerungen
Auch die fünfte Ausgabe der «Soul Calibur»-Reihe konzentriert sich auf heisse Duelle. Doch wo in anderen Spielen nur die Füsse und Fäuste zum Einsatz kommen, besitzt hier jede der rund 25 Figuren eine Waffe. Neu verfügt jeder Charakter auch über eine Anzeige, die sich mit der Zeit auffüllt und spezielle Manöver erlaubt. Offensiv lassen sich Standard-Manöver verstärken oder man löst eine besonders vernichtende Attacke aus. Neue kostet auch eine Parade einen gewissen Teil der Anzeige. Ein neues Defensiv-Manöver kostet zwar nichts, benötigt aber genaueres Timing. Und wer zu viele Angriffe blockt, steht nach einer gewissen Zeit für einige Sekunden völlig wehrlos da. Das Game spielt sich so wesentlich offensiver als bisherige Ausgaben.

[+] Umfangreicher Charaktereditor
Zurück ist der Charakter-Editor, der dieses Mal um einiges umfangreicher ist. So lassen sich nicht nur die Gesichter und Körpermasse anpassen, sondern die Fighter auch in über zehn verschiedene Kleidungsstücke oder Accessoires einkostümieren. Bei den Kampfstilen stehen jene der vorgegebenen Charaktere zur Verfügung. Wohl wegen des Balancing ist aber eine Anpassung der Angriffe nicht möglich. Trotzdem macht es Spass, sich so seinen zumindest optisch individuellen Kämpfer zu erschaffen.

[+] Satte Grafik
Vor allem die Charakter-Animationen überzeugen grafisch. Trotz des umfangreichen Editors wirken sämtliche Bewegungen in den entsprechenden Kostümen überaus flüssig. Auch die Arenen, egal ob an Bord eines Schiffes oder vor dem Hintergrund einer tobenden Schlacht sind äusserst detailreich ausgefallen.

[+] Spektakuläre Online-Gefechte
Durch die gelungene Spielmechanik bringen Online-Kämpfe gegen andere Spieler den grössten Spass. Mit jedem Sieg klettert man dabei die Ranglisten hinauf und tritt gegen ähnlich starke Gegner an. Zudem lassen sich die Wiederholungen von Kämpfen anderer Spieler anschauen. Die Gefechte leiden bei einem entsprechenden Internet-Anschluss kaum unter Verzögerungen.

[–] Schwache Story
Der Story-Modus von «Soul Calibur 5» ist äusserst dünn ausgefallen. Die haarsträubende Geschichte bietet nicht mehr als eine lieblose Aneinanderreihung von Kämpfen, die mit einer Serie Bleistift-Zeichnungen und lustlos gesprochenen Dialogen miteinander verknüpft werden. Hier haben ältere Ausgaben gezeigt, dass es viel besser geht.

[–] Langeweile für Solo-Spieler
Auch sonst herrscht für Einzelspieler weitestgehend Tristesse. Während der Story-Modus mehr oder weniger zusammenhangslos Gefechte aneinanderreiht, geschieht im Arcade- oder im Schnelkampf-Modus genau das Gleiche. Hier hätten wir uns massiv mehr Abwechslung gewünscht.

Fazit

«Soul Calibur 5» ist das Spiel fürs Grobe. So ist das Tempo im Gegensatz etwa zur «Street Fighter»-Reihe immer noch gemächlich. Dafür spielen das Timing und die Positionierung eine umso gewichtigere Rolle. Kurz: Das Gameplay kann nach wie vor auf höchstem Niveau überzeugen. Schade, dass sich das Spiel hier so stark auf den Online-Modus konzentriert. Im Gegensatz zu früheren Ausgaben beginnen sich Solo-Gamer relativ schnell zu langweilen. Hier wären ein paar freischaltbare Dinge oder zum Beispiel kleine Geschichten für jeden Charakter nicht zuviel verlangt gewesen.

Wertung: 8 von 10 sitzenden Schwertstreichen

Soul Calibur 5, für PS3 und Xbox 360, ab 16 Jahren

Wie ist «Soul Calibur 5»»

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