Der Zürcher Thomas Frey baut Traktoren für die ganze PC-Welt Die Schweizer Pixel-Bauer

Die Computerspiel-Branche boomt. Auch Game-Entwickler aus der Schweiz mischen im Markt mit.

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Am Donnerstag startet die erste Fantasy Basel-Messe. Nebst Film und Comics stehen Videogames im Fokus. Letzteres ist eine Branche, die weltweit boomt. So hat zum Beispiel die Gangstersimulation «GTA 5» innert drei Tagen ab Verkaufsstart eine Milliarde Dollar Umsatz generiert. Von diesen Zahlen können Schweizer Firmen nur träumen. Trotzdem gibt es auch bei uns eine lebendige und erfolgreiche Entwicklerszene.

Vielleicht haben Sie schon auf dem Computer oder Handy mit einem Traktor Felder bestellt? Dann ist es gut möglich, dass Sie eine Ausgabe des populären «Landwirtschafts-Simulators» gespielt haben. Ein Schweizer Spiel. Die Entwicklerfirma Giants Software ist mit 15 Mitarbeitern in Schlieren ZH zu Hause. Seit 2008 entstehen dort die beliebten Traktor-Games. Und das äusserst erfolgreich: So verkaufte sich alleine die Ausgabe 2013 weltweit über zwei Millionen Mal. Der «Landwirtschafts-Simulator 2015» ist seit letztem Oktober für den PC erhältlich und ging bis heute ebenfalls über eine Million Mal über den Ladentisch. Nun erscheint das Spiel am 19. Mai auch für Videospiel-Konsolen (Playstation 3 und 4, Xbox 360 und One).

«Der Erfolg kam nicht von heute auf morgen», sagt Thomas Frey (34), Mitinhaber von Giants Software. «Die erste Ausgabe verkaufte sich rund 80 000-mal. Wir lernen an der Sache. Für uns ist von Ausgabe zu Ausgabe ein Fortschritt zu erkennen. Zudem scheint das Thema für viele Leute interessant.»

Frey selbst ist auf einem Bauernhof aufgewachsen, hat sich aber schon früh für Games interessiert. Er absolvierte an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK) den Lehrgang Game Design, der seit 2004 existiert.

Frey ist vor allem für die Optik der Spiele zuständig. Besonders für die Umsetzung der Traktoren werden weder Kosten noch Mühen gescheut. Die Maschinen sind aufgrund von Fotos und weiterem Referenzmaterial detailgetreu nachgebildet. Die Motorengeräusche nehmen die Schweizer direkt bei den Herstellern auf.

Giants Software ist die Speerspitze der noch jungen Game-Industrie in der Schweiz. Grosse Studios mit mehreren Hundert Angestellten sucht man hier aber vergebens. Dies liegt primär daran, dass Städte wie etwa das kanadische Mont­real Entwicklerfirmen mit massiven Steuervergünstigungen anlocken. In der Schweiz hingegen liegt der politische Support auch aufgrund der wiederholt aufkeimenden «Killerspiel»-Debatte brach.

Dennoch unterstützt Pro Helvetia angehende Entwickler seit 2010 mit 1,5 Millionen Franken. Zudem forderten Politiker verschiedener Parteien – vom Grünen Balthasar Glättli bis zum SVP-Mann Lukas Reimann – im März dieses Jahres vom Bundesrat einen Bericht, wie die Politik die Schweizer Szene unterstützen könnte.

Publiziert am 12.05.2015 | Aktualisiert am 12.05.2015
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  • Hypnotica  Trance , via Facebook 12.05.2015
    Wird langsam Zeit, dass da was geht. Spiele entwickeln ist eine hoch komplexe Sache. Nur schade, dass sehr viele schweizer Entwickler, wie auch ich, im Ausland arbeiten müssen, oder für ausländische firmen von hier aus, aber mit dann mit dolars bezahlt werden, zum tarif der im ausland üblich ist. Also unterbezahlt.
    Die CH braucht echt ein grösseres Studio, mit mehr Sponsoren. Ideen gäbe es genug. Nur sollte diese Branche entlich auch unterstützt werden vom Bund.