«Civilization 6» im Test Komplexer, aber kaum intelligenter

Die «Civilization»-Reihe ist seit 1991 für Strategen nicht mehr vom PC wegzudenken. Der sechste Teil bietet gegenüber seinem direkten Vorgänger viele Neuerungen. Wir haben getestet, ob alle davon gelungen sind.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Ab März auf noch mehr Handys Super Mario erobert jetzt auch Android
2 Nintendos neue Konsole 14 Fragen und Antworten zur Switch
3 Nintendo Switch ab 3. März 2017 «Zelda» zum Start, «Mario» im Herbst

Games

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden

«Civilization 6» kaufen

«Civilization 6» für PC bei Digitec kaufen (55.10 Franken)

Übersicht

Ursprünglich als Umsetzung des gleichnamigen Brettspiels gedacht, hat sich die «Civilization»-Reihe seit ihrem Erstling immer weiter entwickelt. Dabei wurde jede Ausgabe um weitere Elemente ergänzt, womit sich der Aufbau eines eigenen Weltreichs immer komplexer gestaltete. Dies ist auch im sechsten Teil nicht anders. Während in «Civilization 5» zu frühe Expansion und das Aufstellen grosser Armeen mit vielen Nachteilen behaftet waren, ist im neuen Game von Beginn weg wieder mehr Aktivität gefragt. Leider haben es auch einige Altsünden ins neue Spiel geschafft.

«Civilization 6» für PC: Strategie-Spiel im Test: Hier das Gameplay play

 

Gameplay: So spielt sich «Civilization 6»

Das hat uns gefallen

Die wichtigste Änderung in «Civilization 6» ist das Konzept der Distrikte. Während früher Städte nur ein Feld auf der Karte einnahmen, müssen nun Viertel um das Stadtzentrum definiert werden, um gewissen Gebäude zu errichten. So erlaubt nur ein Campus eine Universität, während Tempel und Kathedrale im Religionsdistrikt zu stehen kommen. Zusätzlich darf man auch einen Hafen, eine Kaserne und ein Unterhaltungsviertel erstellen. Dabei gilt es, genau darauf zu achten, wie man die Stadt einteilt. Denn je nach Art des Viertels gibt es Boni, wenn diese neben einem Fluss- oder Gebirgsfeld liegen. Zusätzlich muss man auch die Wechselwirkungen mit allfällig geplanten Weltwundern, die ebenfalls ausserhalb des Stadtkerns liegen, in Betracht ziehen. Dies erlaubt viele neue strategische Planungen, die man erst beim vierten oder fünften Spiel so richtig perfektioniert.

Strategen konnten im fünften Teil ziemlich defensiv spielen, da sie nur ein einziges Stadtfeld verteidigen mussten. Diese Vorgehensweise geht im neuen Teil nicht mehr auf. Die Gegner können auch einzelne Distrikte teilweise zerstören und so die eigene Infrastruktur und damit die Wirtschaft schwächen. So ist es weise, eine kleine Eingreiftruppe mit aktuellen Einheiten zu halten, um allfällige Eindringlinge gleich wieder vom Acker zu jagen. Dies macht den Mittelteil – wenn die ganze Welt bereits erforscht ist und alle Völker bekannt sind – um einiges interessanter als in früheren Spielen.

«Civilization 6» für PC: Strategie-Spiel im Test: Hier das Gameplay play

 

Auch sonst machen die meisten Änderungen Sinn: Sei es die Unterteilung von Forschung und gesellschaftlichem Fortschritt, das Kartensystem für individuelle politische Richtlinien, die Einflussnahme auf Stadtstaaten oder die neuen Möglichkeiten, grosse Persönlichkeiten zu rekrutieren. Die vielen einzelnen Elemente greifen gut ineinander und machen «Civilization 6» zu einem der rundesten Teilen der Reihe.

Das hat uns genervt

So toll die Änderungen sind, so wenig kommt die künstliche Intelligenz damit klar. Dass die Barbaren keine Strategie verfolgen, ist noch logisch. Dass allerdings die konkurrierenden Völker Krieg betreiben, indem sie oft einfach einzelne Einheiten losschicken, ist einfach nur dumm. Zudem erklären die anderen Anführer zum Teil völlig irrational und ohne vorbereitete Armee den Krieg, nur um wenige Runden später dann wieder ein Friedensangebot zu unterbreiten. Diese Probleme plagen die «Civilization»-Reihe schon seit ihrem Start, und auch im neuen Teil ist leider keine Verbesserung erkennbar.

«Civilization 6» für PC: Strategie-Spiel im Test: Hier das Gameplay play

 

Weiter wirkt das neue Religionssystem noch relativ chaotisch. So darf man nun Missionare lossenden, um die eigene Religion zu verbreiten. Fremde Missionare lassen sich mit eigenen Missionaren bekämpfen und eigene Städte mit Inquisitoren vom religiösen Einfluss befreien. Dies klingt auf dem Papier gut, ist aber im Spiel sehr intransparent dargestellt. Zudem ist ein religiöser Sieg, im Gegensatz zu den anderen Erfolgsbedingungen, viel zu einfach zu erreichen. Hier muss man im Regelwerk nochmals über die Bücher.

Fazit

Zugegeben: In den ersten Runde macht das Spiel mit seinen vielen neuen Elementen wahnsinnig Eindruck und bietet auch viel Spielspass. Erst nach einigen Partien machen sich dann auch die Schwächen bemerkbar. Das wenig durchdachte Religionssystem trübt den Spielspass nicht gross. Das völlig irrationale Verhalten der gegnerischen Völker hingegen müsste von den Entwicklern dringend in Angriff genommen werden – zumal das Problem für die Reihe nicht neu ist. Trotzdem ist «Civilization 6» mit seinem neuen Städtebau ein massiver Schritt vorwärts und gehört zu den besten Ausgaben.

Wertung zu «Civilization 6»

Wertung: 8 von 10 sinnbefreiten Kriegserklärungen

«Civilization 6», für PC, ab 12 Jahren

Publiziert am 17.11.2016 | Aktualisiert am 17.11.2016
teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden