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Einerseits verständlich, denn Ende vierzig wallen ja die Wechseljahre, und da ist Frau froh, (fast) alle Klamotten von sich schmeissen zu können. Das macht sie normalerweise im Büro und im Badezimmer. Aber öffentlich?
Ich fands mutig und blätterte sofort zu Seite 42. Wow, die sieht aber jung aus. Oh, das sind ja Dessous-Models, ziemlich nackt. Und hübsch retuschiert. Weiter, ich will endlich die blutte Lolita sehen. Und das, was uns Frauen an anderen Aktfrauen interessiert: Hat sie Cellulitis wie ich? Einen Hängebusen, wie, na ja, nicht wie ich? Sind die Schamhaare aus der Form? Besenreiser, etc. etc.
Frauen wollen weibliche Unperfektheit erspähen, Männern reichen schon Brustwarzen. Danach kriegen sie den unscharfen Blick. Drum müssen wir uns im Bett auch nicht genieren, ob der Bauch wabbelt, der Busen hängt. Das merkt der Mann nicht.
Lolita ist auf jeden Fall auf den weiblich fiesen Blick eingestellt, sie starrt wie ein erschreckter Igel in die Kamera. Natürlich und ungeschminkt, schwärmt der Kommentar. Logo, drum schaut sie so. Ich selbst gehe ohne Lippenstift nicht mal auf den Hundespaziergang. Geschweige denn zu Aktfotoaufnahmen.
Gemein ist auch, dass Lolita nur einen Küchenhocker zum Posieren erhielt. Kein Wunder, wirkt ihr Füdli so platt. Und bei der Hockposition auf dem Boden, sehr echt, denn sowas tun Frauen jeden Tag, tut sie mir leid. Wenn nackt, dann bitte gemütlich auf dem Sofa. Mit Kuscheldecke.
Überhaupt. Wir wollen lieber nackte Männer sehen: Blocher blutt mit 70! Schawinski nackt mit 63! Gar, BLICK-Scheff nackt mit 48! Wäre viel natürlicher, denn Machtmänner tun ja fast alles, um sich in Position zu setzen.