Für Sie degustiert: Die Nr. 1 der Innerschweiz Ottigers fabelhafter Sauvignon Blanc

Ein bisschen Lokalkolorit. Ganz in der Nähe meiner Zuger Heimat bringt Toni Ottiger Tolles in die Flaschen: Eine beeindruckende Palette von 26 verschiedenen Weinen. Mit einem erstaunlichen Grundlevel. Wer hätte das an den Gestaden des Vierwaldstättersees erwartet?

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Wer sich Kastanienbaum nicht vom Schiff aus nähert und die Reben nicht schon von weitem langsam grösser werden sieht, der wird noch beeindruckter sein, wenn er plötzlich vor der Rosenau steht. Sieben Hektare. Alle gegen Süden und Südwesten zum See hin gelegen. Nährstoffarmer, kiesiger Moränenboden. Dazu ein bisschen Klimaerwärmung. Und schon steht Luzern derart gut aufgestellt auf der Weinlandschafts-Karte, das Ottiger dieses Jahr in die renommierte Schatzkammer des Schweizer Weins, der Mémoire des Vins Suisses, aufgenommen wurde. Er produziert 26 Weine aus zehn verschiedenen Traubensorten. Total rund 50'000 Flaschen.

1981 übernahm der Ex-Banker das Land in Pacht. Seither hat er sich kontinuierlich hinaufgearbeitet. Die Spitze des Eisbergs sind seine Pinot Noir und der Sauvignon Blanc sowie der schlicht Süsswein genannte Süsswein.

Wir besuchen Ottiger an den Tagen der Offenen Weinkeller. Es herrscht enorme Betriebsamkeit. Ottiger rusht von einem zum anderen. Stammgäste, Journalisten, Tagestouristen aus Luzern. Alles da. Repräsentieren. Präsentieren. Ottiger macht das gerne. Man spürt: Er weiss genau um die Qualität seiner Weine. Um das kleine Wunder, das er da vollbringt. Da stellt er sein Ego nicht immer unter den Scheffel. Warum auch? Das Selbstbewusstsein ist durchaus angebracht. Manchem Schweizer Winzer würden wir ein bisschen mehr Ottiger wünschen, um sein Produkt adäquat der Qualität verkaufen zu können.

«Wir haben hier wirklich eine sehr gute Lage», sagt der Luzerner und zeigt auf «seinen» Berg. «Und ich habe Top-Personal.» In erster Linie meint er damit Ralph Burki, seinen Önologen. Aber auch Rebmeister Urs Gretener. Und: Ottiger hat immer Lehrlinge in seinem Betrieb. Gleich zwei davon haben in der Schweizer Weinszene bekannte Namen: Lampert und Pelizzatti. Niemals hätten die erfolgreichen Winzereltern ihre Kids in die Innerschweiz in die Lehre gegeben, wären sie von Ottigers Fähigkeiten nicht restlos überzeugt. Wie wir.

Publiziert am 29.10.2015 | Aktualisiert am 18.01.2017
  Alain Kunz

BEST OF OTTIGER

Le Petit Mousseaux: Pfirsich, Mango, generell sehr fruchtig, erfrischende Nase, feine Perlage, knackige Säure, mundfüllend, schöner Nachhall. Der Schaumwein für jeden Tag! Score: 16,5/20 (CHF 19.--)

Riesling-Silvaner Rosenau Auslese 2014: Schöne florale, kräftige Nase, Pfirsich, leichte Agrumen, im Gaumen Schmelz, füllig, schöne Mineralität, Frische, wunderbares Finish. Score: 16,5/20 (CHF 21.--)

Sauvignon Blanc Rosenau 2014 (Foto): Grün-kräuterige Nase, Harz, Waldaromen, Agrumen, im Gaumen Tannennadeln, grünes Holz, Fülle, Schmelz, Power, schönes Finish. Aussergewöhnlicher, hoch spannender Sauvignon. Score: 17/20 (CHF 25.--)

Süsswein Rosenau 2012: Herb-florale Nase mit Frucht-Anleihen, reife Pfirsiche, Ananas, schöne Säure im Gaumen, reine Fruchtsüsse, keine zuckrige Klebrigkeit, minzig-eukalyptische Frische, tolle Länge. Super! Score: 17,5/20 (CHF 42.—für 37,5 cl)

Pinot Noir Rosenau Barrique 2013: Holznoten, nur dezente Frucht, im Gaumen leicht parfümiert, Schmelz, Velours-Textur, Vanille, Zigarren, frisches, mittellanges Finish, dank der Säure trinkig. Score: 16,5/20 (CHF 29.--)

Pinot Noir Rosenau Spissen 2011: Hoch aromatische Nase, leichte Röstaromen, Parfüm, Chriesi, Schmelz, sanfte Power, schöne Länge. Wunderbar! Score: 16,5/20 (Preis siehe Spissen 2013)

Pinot Noir Rosenau B 2013: Ausladende, leicht parfümierte Nase, Frucht dahinter, minime Röstaromen. Mandeln, im Gaumen filigran-burgundisch, rotkirschig, floral, süffig, elegant, viel Frische, gute Länge. Score: 17,5/20 (CHF 45.--)

REST OF OTTIGER

  • Von Mousseaux Rosenau Brut: 16/20 (CHF 30.--)
  • Muscat Oliver Rosenau 2013: 16/20 (CHF 15.50 für 50 cl)
  • Riesling-Silvaner Luzern 2014: 15,5/20 (CHF 17.50)
  • Riesling-Silvaner Rosenau 2014: 15,5/20 (CHF 18.--)
  • Solaris Oberrüti 2014: 16/20 (CHF 24.--)
  • Solaris VdP Suisse 2013: 16/20 (CHF 23.--)
  • Pinot Gris Rosenau 2013: 15/20 (CHF 26.--)
  • Le Blanc Luzern Cuvée 2013: 15/20 (CHF 26.--)
  • Quintett Cuvée VdP Suisse: 15/20 (CHF 17.50)
  • Garanoir Rosenau Rosé 2014: 15/20 (CHF 20.--)
  • Regent Luzern 2013: 15/20 (CHF 29.--)
  • Garanoir Rosenau 2013: 15,5/20 (CHF 20.--)
  • Merlot Rosenau 2013: 16/20 (CHF 29.--)
  • Terzett Cuvée VdP Suisse 2013: 16/20 (CHF 18.50)
  • Le Rouge Luzern Cuvée 2013: 16/20 (CHF 29.--)
  • Pinot Noir VdP Suisse 2014: 15/20 (CHF 18.50)
  • Pinot Noir Luzern 2014: 15,5/20 (CHF 18.50)
  • Pinot Noir Rosenau 2014: 16/20 (CHF 20.--)
  • Pinot Noir Rosenau Spissen 2013: 16/20 (CHF 36.--)

(Die Weine gibts entweder bei www.weinbauottiger.ch oder in den Manor-Läden in Luzern und Emmen)

DREI SPANNENDE MENCIA-WEINE

Die Kellerei Castro Ventosa in Valtuille im spanischen Anbaugebiet Bierzo in Galizien gibt es seit 1752. Allerdings ist deren Geschichte erste seit kürzester Zeit eine Qualitätsstory. Erst seit Raul Perez beschloss, die Kellerei, die ausschliesslich auf Massenweine aus war und selber bloss Rebensaft für ganze 10 000 Fläschchen abfüllte, umzukrempeln. Das hiess: Neue Mencia-Reben anpflanzen und die bestehenden rigoros zurückschneiden. Das Resultat: 300 000 Flaschen von beneidenswerter Qualität! Parker hat alle Weine mit 90 und mehr Punkten geratet. Zurecht.

El Castro del Valtuille 2011 (Foto): Kräftig, würzig, im Gaumen leicht schweflig, reduktiv, dennoch äusserst frisch und süffig. Score: 16,5/20 (CHF 23.--. www.bauraulacvins.ch)

El Valtuille Cepas Centenarias 2011: Ausladende, würzige Nase, Harz im Gaumen, zältlig, schweflig, Frische, recht langes Finale. Score: 17/20 (CHF 49.80 für Jahrgang 2012. www.bauraulacvins.ch)

El Valtuille Cova de la Raposa: Kräftige, würzige Nase, Kräuternoten, vor allem im Gaumen, rechte Power, dennoch elegant, schön langes Finish. Wunderbar! Score: 17,5/20 (CHF 63.--. www.bauraulacvins.ch)

  Alain Kunz

DREI COUPS DE COEUR VOM KÜFERWEG

Sie trotzen dem Mainstream, sind eigenständig, aussergewöhnlich und ein grosses Trinkvergnügen. So charakterisiert die Bio-Weinhandlung am Küferweg in Seon ihre Weine, die sie für ihre Coups-de-Coeurs-Linie selektioniert. Im März waren das drei Weine aus Frankreich und Italien. Als Probierpaket gibts die nicht mehr, aktuell ist das Piemont dran mit der Tenuta San Pietro aus der Region Florenz. Dazu mehr demnächst. Die Weine sind auch alle einzeln erhältlich. Besonders gemundet hat uns der Rosé Château La Calisse aus der Provence. Schade ist ausgerechnet der ausverkauft – er entpuppte sich als grosser Sommer-Spasswein. Egal. So sicher wie der Sommer vorbei ist, so sicher kommt demnächst der Jahrgang 2015 auf den Markt.

Touraine Chenonceaux, Domaine de L’Aumonier 2013, Touraine AOC: Die Nase dieses Sauvignon Blanc ist extrem grasig und mineralisch, weist dezente Agrumennoten auf, im Gaumen rechte Säure, etwas wässrig, dann leicht vegetal, frisch im Geschmack, Zitronenwasser bis zum mittellangen Finish. Score: 15/20 (CHF 16.80)

Château La Calisse Rosé 2014, Côteaux Varois en Provence AOP (Foto): Wunderbar florale Nase, ein richtiger Blumenstrauss gepaart mit frisch gepflückten Erdbeeren, im Gaumen Schmelz, perfekte Säure, Fruchtsüsse, mittleres Finish, enorm süffig. In der Provence wissen sie halt, wie man Rosé macht! Score: 16,5/20 (CHF 19.80, ausverkauft)

Morellino di Scansano Poggio Trevvalle 2013, Grosseto: Der Maremma-Sangiovese aus dem Scansano-Gebiet hat eine rotbeerige Nase, Würze, Thymian, im Gaumen frisch-knackig, recht viel Säure, wirkt dennoch unaufdringlich, der Alkohol ist etwas zu sehr spürbar, eukalyptisches, mittellanges Ricola-Finish, easy-drinking. Score: 16/20 (CHF 16.--)

(Alle Weine gibts bei www.kueferweg.ch)

ZUGER MESSE: TRE BICCHIERI FÜR 18.50 FRANKEN!

Noch bis Sonntag, 1. November hat die Zuger Messe ihre Tore geöffnet. Viele Weinstände schmücken die grösste Messe von Zug. Die meisten kann man unbeachtet links liegenlassen. Einige nicht. Geheimtipp: Am Stand von Diego Mathier in der Halle 7, den in Zug traditionsgemäss dessen Frau Nadia und Ex-Glashof-Chef Stephan Franzen bewirtschaften, gibt es den weissen Ambassadeur des Domaines zu degustieren. Also jenen Wein, der bei den Decanter World Wine Awards mindestens 95 Punkte machte und die Regional Trophy einheimste. Das ist umso bemerkenswerter, als 2013 der erste Jahrgang dieser weissen Walliser Assemblage ist.

Drei weitere Tipps gibts hier - und jetzt gehen wir ins Ausland, nach Österreich, Italien und Spanien.

Blaufränkisch Guter Roter 2012, Weingut Giefing, Neusiedlersee: Präsente, kräuterige Nase, rote Früchte, Minze, Basilikum, floral, im Gaumen Vanille, Parfüm, pelziger Schmelz, dicht, Velours, frisches, langes Finish. Toll! Score: 17,5/20 (CHF 32.50. www.felsenkeller.ch)

Chianti Classico Fattoria le Corti 2012, Firenze (Foto): Sangiovese-typische rotbeerige Nase, leicht spitz und grün, herbal, im Gaumen toller Schmelz und Fluss, richtiggehend erfrischend, deshalb sehr trinkig, aber auch füllig-fruchtig, Frische, recht langes Finish. Die drei Gläser im Vini d’Italia 2016 sind absolut nachvollziehbar. Und das zu diesem Preis! Score: 17/20 (CHF 18.50. www.felsenkeller.ch)

Comabarra Tres Vinyes 2010, Tomas Cusiné, Costers del Segre: Feingliedrig-kräuterige Nase, irgendwo zwischen roten und schwarzen Früchten, im Gaumen parfümiert, hoch elegant, Minze, aromatisch-frisches Finish, leichte Apfelnoten, schöne Länge. Score: 17,5/20 (CHF 36.--. www.etter-distillerie.ch)

WO GIBTS WAS ZU DEGUSTIEREN?

  • 29. Oktober bis 12. November. Montag bis Samstag 13-21 Uhr, Sonntag 11-19 Uhr. Expovina. Die grösste Weinausstellung der Schweiz! 120 Aussteller präsentieren an der 62. Zürcher Weinausstellung auf 12 Schiffen 4000 Weine. Details zu den Seminaren und Workshops am Weinforum bitte der Homepage entnehmen. Eintritt: CHF 25.--. Bürkliplatz Zürich. www.expovina.ch.
  • 12. November. 17.-19.30 Uhr. AfterWorkTasting. Elegantes zum Fest. Besondere Weine zum Schenken und Geniessen. Gratis. Baur au Lac Vins, Filiale Regensdorf, Adlikerstrasse 272. www.bauraulacvins.ch.
  • 12.-15. November. DO/FR 16-21 Uhr, SA 14-21 Uhr, SO 11-18 Uhr. Das Wyschiff in Zug. Über 300 Weine von 20 renommierten Schweizer Winzern. Ein toller Anlass! Eintritt CHF 10.-- inkl. ein Wyschiff-Glas. Auf der MS Zug, Bahnhofsteg, Zug. www.wyschiff-zug.ch.
  • 14. November. 10-17.30 Uhr. Grosse Jahresdegustation mit vielen anwesenden Winzern. Gratis. Weibel Weine, im Gwatt, Thun. Anmeldung unter: www.weibelweine.ch.
  • 16. November. 16.30-20 Uhr. Best Wines of Sicily. Die ganze Vielfalt des Weinkontinents Sizilien. Drei Seminare um 15, 16.30 und 17.45 Uhr mit VINUM-Italien-Korrespondent Christian Eder. Zunfthaus zur Zimmerleuten, Zürich. Tageskasse CHF 10.--. Bei Anmeldung gratis unter www.vinum.ch/sizilien.
  • 18. November. 17.30-22 Uhr. Salon du Champagne. Premiere im Zürcher Metropol: Rund 30 Produzenten laden zur Verkostung von 150 Champagner-Cuvées. Mehrere Masterclasses. Vorverkauf: CHF 49.--. Abendkasse: CHF 59.--. Metropol, Zürich. www.salon-du-champagne.ch.
  • 21. November. 17-22 Uhr. Salon du Champagne. Rund 30 Produzenten laden zur Verkostung von 150 Champagner-Cuvées. Mehrere Masterclasses. Tickets: CHF 59.--. Swissôtel Metropole, Genf. www.salon-du-champagne.ch.
  • 21. November. 11-19 Uhr. Herbstdegustation am Küferweg mit 150 Bio-Weinen. 11-12 Uhr Geführte Degu Tenuta San Pietro und Brezza. Ab 13 Uhr Tischgespräche mit den anwesenden Produzenten. 12-19 Uhr Katharina Galizias Leckerbissen. Gratis. Weinhandlung am Küferweg, Seetalstrasse 2, Seon. www.kueferweg.ch.
  • 21. November. 10-18 Uhr. Gereifte Weine. Degustieren Sie Weine aus den letzten 15 Jahren des Weinschaffens am Kap. Kapweine, Rütibüelstrasse 17, Wädenswil. www.kapweine.ch.
  • 30. November. 16-20 Uhr. Vini d'Italia-Tour 2016 von Gambero Rosso. Die 29. Ausgabe der italienischen Weinbibel wird im Beisein vieler hochdekorierter Winzer vorgestellt. Gratis. Swissôtel, Schulstrasse 44, Zürich-Oerlikon. Anmeldung unter trudibruelhart@bluewin.ch.

LA PASSION DU TERROIR

Was ist Terroir? Ein oft gebrauchter, zum Modewort gewordener, aber ebenso unpräzis definierter Ausdruck, der das Zusammenspiel von Böden, Klima, Pflanze und Mensch in der Entstehung eines Weines umschreibt. Und optimalerweise den Traditionen des betreffenden Gebietes höchstmögliche Beachtung schenkt. Das ist auch das Ziel der Winzer, die sich am Donnerstag, 5. November im Hotel Schweizerhof in Bern treffen. Sie kommen aus dem Rhone-Tal, dem Languedoc-Roussillon/Sud-Ouest, dem Burgund, der Loire sowie dem Piemont und der Toskana. Topstars seit ehedem und aufstrebende Sterne am Weinhimmel – alles in Bern versammelt. Fotos: Daniel Gazzar mit Vincent Girardin aus Meursault. Preis: CHF 30.--. 16 bis 20 Uhr. Nur auf Voranmeldung auf www.gazzar-weine.ch.

 

PINOT RHEIN: TOP-STEINBOCK-ASSEMBLAGE

Es war die Idee von fünf befreundeten Bündner Winzern, die sich regelmässig zum Gedanken- und Weinaustausch trafen: Die besten Barriques zusammenzulegen um zu sehen, was herauskommt, wenn jeder seine Eigenart in einen assemblierten Wein hineinträgt. Würde die Assemblage besser sein als die einzelnen Pinots?

Eine Vertikaldegustation aller seit 2006 produzierten Pinot Rhein gibt eine klare Antwort: Ja! Verglichen wurden die Pinot-Rhein-Weine anlässlich dieser Degu mit einerseits den Spitzenweinen der beteiligten Winzer. Und mit den Siegern der Vorjahre in der Kategorie Pinot Noir am Grand Prix du Vin Suisse.

Und so geht das mit dem Pinot Rhein: Nur die besten Trauben werden verwendet. Der Ertrag liegt bei weniger als 3,5 Deziliter pro Quadratmeter, also analog den besten Burgundern. Hansruedi Adank (Foto) erläutert: „Wir entscheiden im Weinberg, was in den Pinot Rhein kommt. Es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass es eigentlich immer die gleichen Lagen sind. Jeder von uns Vieren vinifiziert dann den Wein nach seiner eigenen Philosophie, um seine Typizität zu bewahren. Jeder wählt vier bis fünf Barriques aus.“ Für den Jahrgang 2012 wurden erstmals verschiedenste Leute eingeladen, die endgültige Selektion jener Barrique zu treffen, die dann in den Pinot Rhein kommt. Adank: „Das war spannend!“ Und das Resultat ist toll!

Das je nach Sichtweise vier- oder fünfblättrige Pinot-Rhein-Kleeblatt besteht aus Hansruedi Adank aus Fläsch, Hanspeter Lampert aus Maienfeld, Uwe Schneider von Cicero Weinbau aus Zizers sowie Ueli und Jürg Liesch aus Malans.

  Alain Kunz

DIE PINOT-RHEIN-VERTIKALE

2006: Eher dezente Nase, beerig, im Gaumen viel Power, enorme Frische, sehr fruchtig, süffig, Struktur, tolle Länge. Score: 17,5/20

2007: Leichte Parfümschwaden, eher rotbeerige Nase, etwas Kaffee, im Gaumen schlank, würzig, sauber, frisches, mittellanges Finish. Score: 16,5/20

2008: Minime Holzaromatik, Schoggi, Pflaumen, im Gaumen filigran, elegant, schöne Struktur, Frische, rotkirschig, mundfüllend, enorm frisch und lang. Toll! Score: 17,5/20

2009: Floral, sehr kirschige Nase, ausladend, im Gaumen Schmelz, burgundische Struktur mit etwas Säure, Power, schöne Länge. Score: 17,5/20

2010: Chriesige Nase, Haselnüsse, minimes Parfüm, im Gaumen leichtfüssig, Säure, kräuterig, sehr frisch, dann etwas schwächelnd, mittleres Finish. Score: 17/20

2011: Dunkel-teerige Nase, Holzkohle, schwarze Früchte, harmonisch im Gaumen, Schmelz, aristokratische Eleganz, schöne Länge. Score: 18/20

2012: Rechte Holznoten, ein Hauch Chriesi und Haselnüsse, im Gaumen viel Frische, hoch elegant, filigran, feinkörnige Tannine, superbe Länge. Score: 17,5/20

(Der Pinot Rhein kostet 52 Franken und ist in den Onlineshops der vier Winzer erhältlich.)

DIE PINOTS DER VIER WINZER

Fläscher Pinot Noir Barrique 2013, Adank: Rauchige Noten, Zigarrenkiste, überdeckt im Moment alles. Im Gaumen vanillig, feinkörnige Tannine, elegant, leichte Bitternoten gegen Ende, mittleres Finish. Score: 16/20 (CHF 33.--. www.adank-weine.ch)

Pinot Noir Sélection 2011, Weingut Heidelberg, Lampert. Rotbeerige Nase, Chriesi, im Gaumen Eleganz, sanft, Velours-Textur, sauber, wenig Druck und relativ kurz. Score: 15,5/20 (CHF 21.50 für Jahrgang 2012.  www.lampert-weinbau.ch)

Pinot Noir M 2010, Cicero Weinbau: Ausladende Nase, leicht Parfümschwaden, aristokratische Nase, im Gaumen würzig-kräuterig, bleibt auch gegen Ende recht grün, Peperoni, hart, frisch, mittleres Finish. Score: 16/20 (CHF 37.—für Jahrgang 2011. www.civeroweinbau.ch)

Pinot Noir Barrique 2007, Weingut Treib, Liesch (Foto): Dezente Nase, leichte Röstaromen, Frucht, null Altersnoten, recht voluminös im Gaumen, Frische, Säure, alles in Balance, schöne Länge. Score: 17/20 (CHF 27.—für Jahrgang 2013.  www.liesch-weine.ch)

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