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Diese Frage stellte sich Hannes Reeh, der 30-jährige Shootingstar vom Neusiedlersee. Der Jungwinzer aus dem Burgenland beantwortete sie mit der Umsetzung der Unplugged-Idee in die Tat. Quereinsteiger Rudi Hofmann aus dem Traisental war von der Idee derart begeistert, dass er Reeh auf der Unplugged-Tournee begleitete. Auf die Musik angewandt heisst Unplugged: pur, ohne Verstärker, frei von elektronischen Hilfsmitteln. In der Winzerwelt: pur aus der Natur, ohne Hefen, Enzyme und Schönungen oder sonstiges Aufbessern.
Heissestes Pflaster Österreichs
Reeh hat sein Debüt mit dem Jahrgang 2007 gefeiert. Erfahrung hat er als Kellermeister bei John Nittnaus gesammelt. Nicht nur das Äusserliche seiner Produktelinie mit dem Ethno-Label verzückt, selbstverständlich auch der Inhalt der Flaschen. So bestachen anlässlich der musikalisch begleiteten Unplugged-Tour der beiden Winzer durch die Zentralschweiz und in Zürich Reehs Chardonnay, die Cuvée Heideboden mit Reehs Lieblingstraube Zweigelt als Hauptkomponente und vor allem der Unplugged Merlot 2008, dessen Fassprobe uns restlos überzeugte. Kein Wunder gedeihen in Andau Merlot und auch die spät gelesene Sorte Cabernet Sauvignon derart perfekt, ist doch das Dorf mit 2400 Sonnenstunden im Jahr das heisseste Pflaster Österreich.
Es muss nicht immer Rot sein
Hofmann seinerseits setzt ausschliesslich auf Weisses. Seit 2000 bewirtschaftet er ein eigenes Weingut an der Mündung der Traisen in die Donau. «Da war grüne Wiese», sagt der Winzer zum Ort, wo heute seine Rebberge stehen. Hofmann war Gastronom, importierte Wein für eine Wiener Firma. Was die Bescheidenheit des Mannes gebietet zu verschweigen: Er ist Diplom-Sommelier und Weinakademiker. Auch wenn Rudi das Metier nicht erlernt hat, ist er doch nicht ein ahnungsloser Kaufmann, der sich seinen Lebenstraum verwirklicht.
Auch bei Hofmann gilt: Ressourcenschonung und ökologische Verantwortung sind Prinzipien. «Früher haben wir viel mehr gesteuert. Heute ist es ein kontrolliertes Zuschauen und Sein-Lassen.» So umschreibt Rudi seine Art, seine Weine entstehen zu lassen. «Das ist wie Kindererziehung. Zu eng dürfen die gesetzten Leitplanken nicht sein, sonst stösst man immer an. Wein darf nicht dem Kontrollwahn unterliegen». Schliesslich habe man den Wein vor Hunderten vor Jahren auch Wein werden lassen, ohne zu viele Eingriffe. «Und doch entstand Wein.» Überzeugt haben uns Hofmanns Riesling Klassik und die Cuvée C.M.S., zwei Weine für die heisseren Monate.