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Kinderlebensmittel sind im Trend. In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl dieser Produkte auf dem Markt verdreifacht. Bunte Verpackungen und mitgeliefertes Spielzeug lassen die Kinderherzen höher schlagen. Die Zugabe von Vitaminen und Mineralstoffen überzeugt dann auch die Eltern. Sie glauben, dass sie ein auf Kinderbedürfnisse speziell abgestimmtes Lebensmittel kaufen. Doch Ihre Frage ist sehr berechtigt: sind sie wirklich nötig und auch nützlich für das Kind?
Nimmt man die Zutatenliste unter die Lupe, wird schnell klar, dass solche Lebensmittel eine mässig schlaue Alternative sind. Die Mehrheit der Produkte enthält eine grosse Menge Zucker, ist fettreich und künstlich aromatisiert. Meist sind verschiedene Arten von Zusatzstoffen drin, was vor allem für Allergiker problematisch ist. Ein weiterer Negativaspekt sind die verwirrenden Inhaltsstoffe. Was macht Kalzium in einem Fruchtsaft? Was hat Vitamin C in den Frühstücksflocken zu suchen?
Kinder verlieren so den natürlichen Bezug zur Herkunft unserer Nahrung. Zudem: Die zusätzlichen Vitamine und Mineralstoffe machen diese Lebensmittel nicht wirklich gesünder. Ein neunjähriges Kind müsste 17 Milchschnitten essen, um seinen Tagesbedarf an Kalzium zu decken. Gleichzeitig hätte es dann aber auch 40 Stück Würfelzucker und etwa 125 Gramm Fett gegessen!
Mein Fazit: Mit dieser Ernährungsbilanz sind Kinderprodukte keinesfalls lebensnotwendig. Was ein Kind wirklich braucht, lässt sich immer noch am Besten mit einem ausgewogenen Speiseplan aus Getreideprodukten, Obst, Gemüse, Fleisch, Ei und Milch decken.
Trotzdem macht ein Verbot in der heutigen Zeit wohl wenig Sinn. Die Kunst ist es, bei Bedarf selektiv zu entscheiden, welche Art von Kinderlebensmitteln auf den Tisch kommt. Sind sie dann wie Süssigkeiten dosiert, schadet auch der Spezialfood in kleinen Mengen kaum. Vorausgesetzt, die sonstige Ernährungsweise ist ausgewogen.