Der Heisse Draht zum Thema Ernährung Gicht? Vegetarisch essen und ja keine Exzesse mehr!

  • Publiziert: 02.02.2009

Kürzlich hatte ich meinen ersten schmerzhaften Gichtanfall und bin nun sehr verunsichert. Habe ich in der Ernährung Fehler gemacht? Was soll ich jetzt vermehrt essen? Peter K.

Die Krankheit Gicht ist schon bei den alten Griechen und Römern dokumentiert. Heute ist Gicht eine der häufigsten Stoffwechselkrankheiten in den Industrieländern. Die Krankheit oder die Veranlagung dazu ist meist vererbt. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Leiden Sie an Gicht, dann ist in der Regel Ihr Harnsäurespiegel im Blut aufgrund einer Stoffwechselstörung erhöht. Mit der Zeit bilden sich Harnsäurekristalle in den Gelenken, später auch in der Haut. Erste Zeichen eines akuten Gichtanfalls sind heftige Schmerzen, Rötung und Schwellung vor allem im Gelenk des grossen Zehs. Das langfristige Ziel ist die Normalisierung Ihres Harnsäurespiegels. Oft geschieht dies in der ersten Phase medikamentös durch den Arzt, damit sich die Stoffwechsellage möglichst rasch wieder normalisiert.

Anschliessend sollten Sie aktiv werden. Bringen Sie ein paar Kilo zu viel auf die Waage, kann eine moderate Gewichtsreduktion das erneute Risiko eines Gichtschubes massiv reduzieren. Fasten Sie aber auf keinen Fall, denn dies bewirkt im Nu einen Anfall. Ebenfalls sind Schlemmerorgien und Alkoholexzesse tabu. Sie belasten Ihren Stoffwechsel um ein Vielfaches. Trinken Sie stattdessen täglich zwei bis drei Liter alkoholfreie, ungezuckerte Getränke. Sie leiten die Harnsäure rasch aus Ihrem Körper und senken das Risiko einer schmerzhaften Kristallisierung.

In der Nahrungsmittelauswahl sind Lebensmittel mit einem hohen Puringehalt kritisch. Purine werden im Stoffwechsel zu Harnsäure abgebaut und haben somit einen direkten Einfluss. Sehr purinhaltig sind Fleisch, Innereien, Fische, Meeresfrüchte, Fleischextrakte sowie Hülsenfrüchte. Planen Sie darum vegetarische Tage ein. Und richten Sie Ihr Menü zukünftig vermehrt mit drei Viertel pflanzlichem Anteil an – von Kartoffeln bis Gemüse.

Der Heisse Draht

Ernährungsberatung mit Helena Kistler-Elmer, dipl. Ernährungsberaterin HF.

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