Für Sie degustiert: Mondial du Merlot Die türkische Überraschung

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320 Weine von 160 Produzenten aus 17 Ländern. Die Hälfte aus der Schweiz, der Rest verteilt auf die ganze restliche Weinwelt. Wobei Frankreich und Italien den Hauptharst ausmachen. 34 Gold- und 66 Silbermedaillen wurden verteilt, also rund 30 Prozent der Weine prämiert. Das sind die Eckzahlen zum Mondial du Merlot, der zum dritten Mal von der Vereinigung Vinea organisiert wurde, zum sechsten Mal insgesamt.

Sieger weil viel Holz?

Gehen wir zu den offiziellen Siegern über. Es sind dies Tamborini in Lamone im Tessin für den besten reinsortigen Merlot und den besten Wein des Wettbewerbs. Der Comano 2011 ist in unseren Augen ein Merlot, der Potenzial hat, aber viel zu holzbetont ist. Einmal mehr zeigt sich: Frisches Holz fällt in einer Prämierung auf. Meistens positiv. Weil er, wenn der Gaumen schon müde ist, den Degustatoren immer noch auffällt.

Der Weltmeistertitel geht an Pierre-Maurice Carruzzo et fils aus Chamoson im Wallis. Dieser Titel geht – analog zu jenem für den Pinot-noir-Weltmeister – an jenen Bewerber, der mit drei Jahrgängen in Folge desselben Weines die höchste Punktzahl erreicht. Carruzzo schnappt sich den Preis für die Jahrgänge 2005, 2006 und 2007. Unser Urteil: Die Merlots von Carruzzo sind ganz okay, aber nichts Weltmeisterliches... Da ist die Qualität an der Pinot-noir-WM doch ganz anders.

Von den vier Spezialpreis-Gewinnern überzeugte nur einer nicht: Derjenige für die beste Merlot-Assemblage, eine Merlot-Cabernet-Sauvignon-Cuvée aus dem Languedoc-Roussillon. Weil Assemblagen ohnehin nichts verloren haben bei einem Mondial du Merlot - zumal wenn der Anteil gerade mal 51 Prozent betragen muss – gehen wir nicht näher auf den Wein ein.

Kein einziger Reinfall

Und unser Türke? Der brilliert mit der höchsten Punktzahl, die BLICK den 22 degustierten Weinen vergeben hat. Ein erdiges Gewächs mit massiven Tanninen, viel Frucht im Gaumen und einem tollen Finish: 17,5, als einziger Wein. Was auch bedeutet: Derart ausgezeichnet ist die Qualität dann doch wieder nicht, wie sie die Organisatoren verkaufen. Unter den degustierten Weinen – allesamt Preisträger - ist keiner total durchgefallen. Was in Zeiten weltweit immer besser werdender Weine niemanden wirklich überraschen darf. Aber der Weltklasse-Wein fehlt halt. Den liefern an dieser Stelle bald nach: Mit dem Besuch auf Ornellaia, um mit dem Masseto den vielleicht besten italienischen Wein zu verkosten, einen reinsortigen Merlot. Doch das ist eine andere Story...

Publiziert am 09.08.2013 | Aktualisiert am 14.11.2016

17,5 - DIE TÜRKISCHE SENSATION

Chamlija Merlot 2011, Strandja Mountains, Kirklareli, Türkei

Recht erdige Nase, nur dezente Frucht, die sich im Gaumen umso mehr ausbreitet, viel Parfüm, massive Tannine, Riesenpotenzial, tolles Finish. Ein wunderbarer Wein des türkischen Shooting-Star-Weinguts Chamlija aus der Region Kirklareli am Fusse des Strandja-Gebirges. Eine nicht allzu heisse Region mit markanten Tag-/Nacht-Temperatur-Unterschieden und ganz langer Weintradition. Schon die alten Thraker bauten dort im 2. Jahrhundert Wein an. Der Chamlija Merlot gilt in Fachkreisen als bester türkischer Wein aller Zeiten. „Er hat zum Beispiel bei einer anderen Blind-Degu den grossen Troplong Mondot aus dem Bordelais in die Schranken verwiesen“, sagt Mustafa Camlica vom Weingut. Die Produktion ist extrem limitiert, auf 2400 Flaschen. Leider ist der Wein bei uns nicht erhältlich.

UND EIN FREUNDLICHER WEISSER

Aus dem österreichischen Kamptal kommt der neue Weisse von Laurenz V. Er heisst Friendly Grüner Veltliner, dies deshalb, weil vom linken Ufer des Kamp die Säure und die Mineralität stammen und vom rechten die Cremigkeit und die Länge. Zusammen ergebe das diesen freundlichen Stil, sagt das Weinhaus. Und weiter: „Die Frucht aus der Wiege des Grünen ist so klar und saftig.“

Wie schaut die Realität aus? In der Nase ist der „Freundliche„ wunderbar fruchtig, mit Noten von Agrumen und exotischen Früchten wie Lychees oder Bananen. Im Gaumen dominiert die Mineralität, wie Schiefer, er wird recht bitter und grün, gegen Ende vegetal, mineralisches Finish. Die Bilanz: Ein ansprechendes Sommerweinchen.

Mehr nicht. Aber auch nicht weniger! Score: 15/20 (CHF 17.--. www.vinexus.ch)

 

WO GIBTS WAS ZU DEGUSTIEREN

Eine Auswahl der besten Degu-Tipps der nächsten Zeit:

·  10 und 11. August. Räbefescht Oberflachs, Wein trifft Kunst.  Sieben Oberflachser Winzer öffnen ihre Tore, dazu Schlemmen in Beizli und lokale Kunst in den Galerien. www.rebbauverein-oberflachs.ch.

·  15. August. Tour de Suisse. 17-19.30 Uhr.  Eine önologische Enteckungsreise durch unser Land - nicht auf dem Velo. Eintritt frei. Baur au Lac Vins, Filiale Regensdorf, Adlikerstrasse 272. www.bauraulacvins.ch.

·  15 und 16. August. 16-21 Uhr. Vinaare (Bild). Zehn Winzer präsentieren ihre Weine. Um 19 Uhr Cena Viticoltore resp. Vinaare-Tafel. Event-Lounge Kiesplatz Schwellenmätteli Bern. Eintritt Degu CH 20.--. www.cultivino.ch.

·  16 und 17. August. Freitag bis 20 Uhr, Samstag zu den regulären Öffnungszeiten. Entdecken Sie Südfrankreich. Über 30 Weine mit mediterranem Charme. Zwei Tipps finden Sie nebenstehend. In allen Mövenpick-Weinkellern. www.moevenpick-wein.com.

·  17 und 18. August. 11-21 resp. 17 Uhr. Offene Räbhüsli in Oberdorf BL. Anlässlich des 75-Jahr-Jubiläums schenken 45 Hobby-Räbburen roten und weissen Dielenberger Himmellüpfer aus. www. himmelluepfer.ch.

·  23. August, 11-17 Uhr. Aatrinkete 2013 der Staatskellerei Zürich (Foto). Rot und Weissweine Jahrgang 2013 zur freien Degustation. Geführte Besichtigung des Guts. Musik und Kulinarisches. Klosterplatz, 8462 Rheingau. www.staatskellerei.ch.

·  26. August, 11-19 Uhr. Mémoire & Friends. Der grösste Anlass der Schweizer Weinszene mit den 51 Winzern der Mémoire des Vins Suisses und ihren Freunden. Kongresshaus Zürich. www.memoire-and-friends.ch.

·  26. und 27. August, jeweils  17.30 -20 Uhr. Grosse Degustation von Baur au Lac Vins. Elena Nicodemi vom Weingut des Jahres, der Fattoria Nicodemi aus den Abruzzen, und zehn weitere Winzer sind vor Ort. Petit Palais, Hotel Baur au Lac, Zürich. Eintritt frei. Anmeldung unter www.bauraulacvins.ch.

·  29. bis 31. August. 18 resp. 16-22 Uhr. Schaffhuser Wiiprob. Im Kreuzgang des Museums zu Allerheiligen präsentieren über 20 Produzenten des Schaffhauser Blauburgunderlandes ihre Weine. www.schaffhauserland.ch.

·  1. und 2. September, 14-19 Uhr. Concerto del vino italiano. Degustation mit den Besitzern von über 40 Weingütern. Workshops. Eintritt Degu CHF 25.--. Workshops siehe Website. Dolder Grand, Kurhausstrasse 65, Zürich. www.caratello.ch.

- 5. September, 17-19.30 Uhr. Châteauneuf-du-Pape-Degu. Nach seinem Dornröschenschlaf ist der Kultwein des Rhônetals wieder in aller Munde. Baur au lac vins, Filiale Hotel, Zürich. Eintritt frei. www.bauraulacvins.ch.

- 8. und 9. September, Sonntag 13-18 Uhr, Montag 14-20 Uhr. Weine vom Zürichsee. Am 12. Weinpavillon in Meilen gibts Weine von 12 Winzern zu entdecken. Dazu Gastauftritte von Bündner Winzern. Eintrittskarten kann man ausdrucken unter www.zuercherwein.ch.

- 9. September, 16-18.30 Uhr. Rocche Costamagna, Piemont. Alessandro Locatelli persönlich präsentiert seine Weine von A wie Arneis bis B wie Barolo. Baur au lac vins, Filiale Hotel, Zürich. Eintritt frei. www.bauraulacvins.ch.

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17/20

Merlot Barrique 2011, Domaine Angelrath, Le Landeron, Neuenburg (Bild: Jean-Claude Angelrath mit Trophäe)

Fruchtig-würzige Nase, leichte Teer- und Toasting-Noten, viel Eleganz, präsente Tannine, feingliedrig, mittlere Länge. (CHF 29.--, www.angelrath.ch)

Synthèse 2011, Domaine de l’Arjolle, Languedoc Roussillon

Rechtes Holz in der Nase, samten im Gaumen, viel Finesse, Vanille, gute Länge.

Riverbero 2005, Langhe Rosso, Le Vigne di Ca Nova, Nicola Bianchi, Piemont

Tertiäraromen nach Leder, Erde, aber auch schöne Frucht, saftig, dezente Tannine, Frische, schöne Länge.

Bankert & Söhne, Sankt Martins Berg, Merlot Reserve 2009, Villany-Siklos, Ungarn

Eingekochte Früchte, viel Wärme, leichte Röstaromen, Süsse im Gaumen, Kraft, Eleganz, hohe Typizität, tolle Länge.

L’As 2010, Pierre-Maurice Carruzzo et fils, Chamoson, Wallis

Assemblage aus Merlot und Cabernet Sauvignon. Schöne Frucht, ausladende Nase, viel Frucht, Vanille, hoch elegant, feingliedrig, würzig gegen Ende, gute Länge. (CHF 28.--, www.pmcarruzzo.ch)

Marina Cvetic Merlot 2009, Masciarelli, Abruzzen

Tolle, kirschig-ausladende Nase, extreme Power, Würze, reife Tannine, leicht grünlich-vegetal, ein Monster mit einer Superlänge.

 

16,5/20

- Comano 2011, Tamborini Carlo Eredi, Lamone, Tessin

- Merlot 2005, Pierre-Maurice Carruzzo et fils, Chamoson, Wallis

- Merlot Riserva Siebeneich 2010, Kellerei Bozen, Südtirol

- Merlot Nadia 2011 und 2010, Adrian & Diego Mathier (Bild, zusammen mit Gattin Nadia, die Namensgeberin des Merlot ist), Salgesch, Wallis

- Tenuta San Rocco, Merlot 2011, Tamborini, Porza, Tessin

- Lamone Merlot Riserva 2010, Sacha & Christian Pelossi, Lamone, Tessin

(Die restlichen hier nicht gelisteten Weine haben Wertungen zwischen 15 und 16 Punkten erhalten.)

2x Domaine de Boède

Zwei Tipps von der gleichen Domaine aus dem Midi, beide mit hervorragendem Preis-/Leistungverhältnis. Rund 30 weitere Südfranzosen können Sie in den Mövenpick-Weinkellern am 16. und 17. August degustieren.

Le Pavillon 2012

Pfeffrig-würzige Nase, rote Beeren, im Gaumen fruchtig, schöne reife Tannine, intensiv, wunderbarer Sommer-Alltagswein, leicht gekühlt zu geniessen. Score: 16/20 (CHF 12.80. www.moevenpick-wein.com)

Les Grès 2011

Ausladende fruchtige Nase, Pflaumen, im Gaumen Schmelz ohne fett zu wirken, harmonisch, Power, Eleganz, Wärme, ausgereifte Tannine, tolle Länge. Score: 17,5/20 (CHF 24.--. www.moevenpick.com)

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