Die wahre Esskultur der Türken Das Geheimnis von Minze und Thymian

Zwei türkische Chefköche zeigen in der Migros Klubschule in Zürich, dass sie sich mit Döner erst gar nicht abgeben.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Parker und die Schweiz Nischenprodukte für Wiederholungs-Täter
2 Weinempfehlung Der Duft von Rosen und Veilchen
3 Leckeres Fleisch-Rezept Tatar vom Rindsfilet auf Speckrösti

Essen & Trinken

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden

Die Profis wie Yakup Tomicin und Emre Erguvan aus Istanbul kochten Rezepte vor, die viel typischer sind als dieses Fastfood, das eigentlich zu den türkischen Essgewohnheiten sowieso nicht so passt. In der Türkei nimmt man sich Zeit zum Essen mit Freunden, und die Gerichte leben von der Obst-und Gemüsevielfalt des Landes.

Das Geheimnis der türkischen Küche

Zumal es im Osmanischen Reich eine anspruchsvolle Oberschicht gab, die auch die Kulinarik beeinflusst hat. Einen «Döner mit alles» hätte der Sultan seinen Dienern an den Kopf geschmissen. Der wäre ihm sicher zu scharf gewesen. Koch Yakup Tomicin selbst ist kein Freund von Salz. Widersteht man als Schweizer dem ersten Reflex, nachzusalzen, schätzt man nach den ersten Bissen die zarte Parfümierung mit Minze oder Thymian. Das gilt sowohl für die türkische Yayla-Suppe als auch für den Eintopf Orman Kebab. Die Joghurtsuppe aus Joghurt, Reis und etwas Mehl würzt Tomicin mit etwas Paprikapulver und ganz fein geschnittener Minze. Das Grundrezept ist simpel (zu finden im Internet). Im Prinzip wird nur gekochter Reis mit Joghurt und Mehl gut verrührt, bevor man das Ganze aufkochen lässt. Die Suppe wird, je nach Jahreszeit, kalt oder warm gegessen. Der Schmortopf Orman Kebab (Kebab bezeichnet einfach ein Fleischgericht) aus Lamm, Zwiebeln, Rüebli, Kartoffeln und Erbsen erinnert an unsere Eintöpfe, erhält aber durch den Thymian ein spezielles Aroma.

Schon mal Mihlama-Käse probiert?

Türken sind übrigens grosse Käsefreunde. Sie essen ihn schon zum Frühstück mit Oliven, sagt Tomicin. Er führt eine Art Fondue vor, bei dem der Mihlama-Käse (gibts im türkischen Supermarkt) mit Butter und etwas Mehl zu einer stark Fäden ziehenden Masse geschmolzen wird, mit der man die Brotwürfel wickelt. Währschaft, geht schneller als schweizerisches Fondue und schmeckt, sofern man nicht den Ritus des gemeinschaftlichen Essens vorzieht, an einem Wintertag  wunderbar.

Türkische Desserts - Ideen

Auch an Desserts wartet die türkische Küche mit mehr auf als nur Baklava. Leicht herzustellen ist die gebackene Quitte mit Apfelfüllung «Ayva Tatlısı». Dazu braucht es Quitten, eine kleinere Menge Äpfel, Kristallzucker und Gewürznelken. In einem Topf die Kerne der Quitten, die Gewürznelken und den Zucker in Wasser aufkochen. Die Quitten hinzugeben und kochen bis sie weich sind. Unterdessen Ofen auf 170 Grad vorheizen. Die Äpfel schälen und grob raffeln. Die weichgekochten Quitten auf Backblech bereitstellen und die geriebenen Äpfel in den Sirup geben, zehn Minuten auf niedriger Stufe unter Rühren kochen. Die Füllung in und auf die Quitten verteilen und sie im vorgeheizten Ofen zehn Minuten backen, auskühlen lassen und mit Rahm servieren. Ist leicht, schmeckt frisch und hat gar nicht so viele Kalorien.

Publiziert am 16.12.2016 | Aktualisiert am 16.12.2016
teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden