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TRIO INFERNALE Alain Stutz, Toni Koch, Thamby Kumar-Sinna (v. l.) (Daniel Rihs)
Ein schönes Angebot an guten und günstigen bis zu sehr exklusiven Weinen aus dreizehn italienischen Regionen, aus Frankreich, Spanien, Chile und vom Weingut Francis Ford Coppolas im kalifornischen Napa Valley – das alles hat der Keller von Tonis Ristorante in Biel zu bieten.
Die umgebaute Mühle am Rande der Altstadt wird von den Betreibern stolz «das kulinarische Wahrzeichen von Biel» genannt. «Wir wollen das beste Restaurant der Stadt werden», doppelt Geschäftsführer Alain Stutz, 28, nach. Bei so viel Selbstsicherheit muss dieser Wunsch, dieser Plan wohl eines Tages in Erfüllung gehen.
Im Handelsregister ist Tonis Ristorante unter dem Namen Cittavecchia SA eingetragen, als Firmenzweck wird genannt: «Erbringung von Dienstleistungen im Bereich der Erlebnisgastronomie sowie Handel mit Lebensmitteln aller Art im In- und Ausland.»
Mit der «Erlebnisgastronomie» sind nebst Seminaren mit Essen auch Konzerte, Vernissagen mit anschliessenden Ausstellungen sowie Show-Kochen mit Prominenten gemeint. Und beim «Handel mit Lebensmitteln aller Art» geht es in erster Linie um Zutaten, die auch für die Speisen im Restaurant verwendet werden. Diese und ein Sortiment an italienischen Produkten sind im integrierten Shop erhältlich. Dort können auch edle Weine degustiert und gekauft werden.
Das überaus schicke Lokal ist aufgeteilt ins Ristorante, die Vino Bar, die Vino Lounge und den erwähnten Shop sowie die Veranstaltungsräume.
Die Speisekarte ist ungewöhnlich aufgebaut. In der Vino Bar gibts ganztags Antipasti und Pastagerichte sowie das Angebot aus dem Drei-Gang-Mittagsmenü, das auch im Ristorante zu haben ist. Abends ist die Chose genau gleich, mit dem Unterschied, das ein Fünf-Gänger auf der Karte steht.
Der Clou sowohl am Mittag als auch am Abend: Der Gast kann sich einzelne Gerichte aus dem Menü herauspicken und zahlt sie separat; ein ganzes Mittagsmenü kostet ab 40 Franken, das Abendmenü ab 70 Franken.
Auch mittags wird ein Amuse-gueule serviert. Alain Stutz: «Das gehört sich einfach so, und zeigt einen kleinen Teil unserer Kreativität.» Ich bekomme ein Poulet-Spiesschen auf einer Thai-Curry-Crème. Zum Drei-Gänger gehören schön al dente gekochte Spaghetti mit saftigen Vongole, zarte Entenbrust mit leichter Sauce und Safranrisotto. Anstelle der Kaki-Suppe wähle ich gut gereiften Käse mit Olivenbrot. Alles in allem: Eine prima Mahlzeit für 45 Franken, ohne Getränke. Da kann niemand meckern.
Am Herd stehen Thamby Kumar-Sinna, 43, Salsa-Tänzer und seit mehr als 20 Jahren Koch in der Schweiz sowie Anton (Toni) Koch, 53, Allrounder, Maler, Designer, Segler.
Ich bitte beide, spontan ein schnelles Tomaten-Spaghetti-Rezept für zwei Personen aufzuschreiben. Während Toni Koch innerhalb von zehn Minuten mit viel Knoblauch, Chili, Kräutern und Cherry-Tomaten was für Verliebte zaubert, geht der Salsa-Tänzer langsamer ans Werk (siehe Rezept).
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Beat Wüthrich, Gastrokritiker beim SonntagsBlick.