Energieverbrauch Jedes achte Gerät ist falsch deklariert

Ob Kühlschrank oder Lampe – auf fast allem, was bei uns zu Hause Strom frisst, klebt eine Energie­Etikette. Doch jedes achte Gerät ist falsch deklariert.

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Macht der Kühlschrank schlapp, muss subito Ersatz her. Füllmenge und Preis sind dabei zentrale Kaufkriterien. Doch es lohnt sich, auch den Energieverbrauch zu berücksichtigen, damit später die Stromkosten tief bleiben. Helfen soll dabei die Energieetikette: Sie teilt die Geräte in die Klassen G (schlechteste) bis A+++ (beste) ein und verdeutlicht dies mit einer farbigen Skala.

Auf der Suche nach dem richtigen Kühlschrank werden Schnäppchenjäger positiv überrascht: Selbst die günstigsten Geräte tragen ein A++, diese verbrauchen allerdings einen Drittel mehr Strom als jene mit A+++.

Die Unterschiede sind gross – und verwirrlich

Tatsächlich sind in der Schweiz heute nur noch Kühlschränke ab der Klasse A++ zugelassen. Bei Dunstabzugshauben vergleichsweise ist ein G erlaubt, die energieeffizientesten Geräte wiederum tragen ein A+. «Die unterschiedlichen Regelungen können Konsumenten verwirren», sagt Anette Michel, Projektleiterin bei topten.ch, einer Online-Plattform für die energie­effizientesten Elektrogeräte. Doch: Insgesamt hat die Energieetikette viel bewegt. «Sie erlauben Herstellern, energieeffiziente Innovationen deklariert zu vermarkten. Dieser Anreiz führt dazu, dass die Produkte insgesamt effizienter werden», so Michel.

Um besser auswählen zu können, empfiehlt die Expertin, den absoluten Energieverbrauch pro Jahr zu beachten. Dieser muss auf der Energieetikette ebenfalls notiert sein. Die entsprechenden Kilowattstunden pro Jahr sind in grosser Schrift auf der Etikette notiert und damit ein guter Marktwert.

Bei Kühlgeräten hängt der Strombedarf stark von der Grösse des integrierten Tiefkühlfachs ab. Je nach Einsatz – etwa am Arbeitsplatz – kann man mitunter ganz darauf verzichten, man spart dadurch viel Energie und Geld. Auch die Geräuschemission gilt es zu ver­gleichen – diese ist in Dezibel auf­geführt.

Wer sich vor dem Gang in ein Geschäft informieren will: Besonders einfach ist der Gerätevergleich auf unabhängigen Online-Beratungsplattformen (siehe Box).

Angaben der Hersteller wurden in Tests widerlegt

Die Energieetikette wird von der EU vergeben, die Schweiz hat das Label übernommen. Doch gelegentlich pfuschen die Hersteller in der Deklaration; das hat die deutsche Stiftung Warentest unlängst bei Staubsaugern bewiesen. Die Reinigungsleistung, die in den Kategorien A bis G angegeben wird, wich mitunter stark von den angegebenen Werten ab. «Es gibt grosse Unterschiede zwischen dem, was die Labels verkünden, und dem, was unser Labor herausfand», so die Tester. Ein Grund für die enormen Abweichungen könnte der Spielraum sein, den die Produzenten bei der Labelprüfung haben, etwa bei der Wahl des Testteppichs.

Ein im Juli veröffentlichter Prüfbericht des Bundesamts für Energie (BFE) – es vergibt in der Schweiz die Etiketten – übt Kritik: Nur 88 Prozent aller Geräte waren korrekt deklariert. In der Kontrolle der zugehörigen Prüfberichte wurden weitere elf Prozent als ungenügend bezeichnet. «Angesichts dieser bescheidenen Qualität sollen mehr Kontrollen durchgeführt werden», hält das BFE fest. Diese dürften künftig besser werden.

Publiziert am 18.09.2015 | Aktualisiert am 18.09.2015
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In der Schweiz sind nur Kühlschränke ab Klasse A++ zugelassen. play

In der Schweiz sind nur Kühlschränke ab Klasse A++ zugelassen.

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So finden Sie das richtige Modell

Um Fehlkäufe bei Elektrogeräten zu verhindern, empfiehlt es sich, eine persönliche Kriterienliste zu notieren. Punkto Fassungs­vermögen des Tiefkühlers oder Lärm eines Geschirrspülers gibts beispielsweise grosse Unterschiede. Bevor man ein Gerät im Internet kauft oder im Fachmarkt in den Kofferraum lädt: Die vorgängige Recherche in einem Online-Vergleichsportal zahlt sich aus – mitunter in barer Münze.

Ein Vergleich zeigt nicht nur Unterschiede im Energieverbrauch auf, sondern berücksichtigt auch Faktoren wie die Akku-Reichweite von E-Bikes oder den Wasser­verbrauch bei Waschmaschinen. Darüber hinaus bieten sie herstellerneutrale Tipps für den Kauf. Die angegebenen Verkaufspreise sind allerdings mit Vorsicht zu geniessen, meist liegen die effektiven Preise deutlich ­darunter.

www.compareco.ch Vergleichsportal des Fachverbands für Haushalt und Gewerbe (FEA): nur für Geräte mit Energieetikette.

www.topten.ch Vergleichsportal von WWF, Schweiz. Agentur für Energieeffizienz und Elektrizitätswerk der Stadt Zürich: Selbst Rasenmäher sind hier zu finden.

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1 Kommentare
  • Marc  Hubertus , via Facebook 18.09.2015
    Schaut man beim Bund, wie das Geld auf die Straße geworfen wird bei der Beschaffung, wundert es einem nicht, wie man über den Tisch gezogen wurde mit den neuen Energierichtlinien.
    Was man heute angeblich Einspart bei der Energie, bezahlt man schlichtweg mehr bei den Geräten und speziell bei den Lampen!!!
    Hatte vorher mit Glühbirnen nicht so ein Verschleiß, wie mit diesen sch... Sparlampen und Garantiezeit kann man vergessen!!
    Wer sammelt schon die Kassenzetteln von diesen, Fahrweg nicht vergesse