Fredy Bickel will mit BLICK leichter abnehmen «Die Spieler registrieren jedes Kilo»

  • Publiziert: 01.02.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Interview: Roland Grüter
play Ernährungsberaterin Ruth Ellenberger und FC-Zürich-Sportchef Fredy Bickel. (Michael Würtenberg/BLICK)

FCZ-Sportchef Fredy Bickel (44) will mit Hilfe von BLICK-eBalance abnehmen – Ernährungsberaterin Ruth Ellenberger gibt ihm Tipps, die auch andern helfen.

BLICK: Herr Bickel, Sie fordern vier BLICK-Leser zum Wettkampf – und versuchen mit Hilfe des BLICK-eBalance-Programms 10 Kilo zu verlieren. Weshalb setzen Sie sich diesem Druck aus?
Fredy Bickel: Da bin ich ganz Sportsmann. Ich sehe den Schritt an die Öffentlichkeit als zusätzliche Motivation, mich ins Zeug zu legen, um mein Ziel zu erreichen. Von jetzt 90 Kilo runter auf mein Traummass.

Was stört Sie am jetzigen Gewicht?
Fredy Bickel: Ich bin ja keine Kugel, fühle mich aber nicht mehr wohl in meiner Haut. Mein Übergewicht schränkt mich ein, ich bewege mich weniger frei. Das fängt morgens beim Binden der Schuhe an. Auch die Ästhetik hat gelitten. Mein Doppelkinn etwa stört mich enorm. So sehr, dass ich alte Autogrammkarten verteile: mit einem Bild, auf dem ich schlanker aussehe.
Ruth Ellenberger: Ich muss Ihnen ein Kompliment machen. Ihre Ehrlichkeit ist verblüffend – und eine prima Grundlage für einen Erfolg. Wie hat denn Ihr Umfeld reagiert, als BLICK Ihre Abnehmpläne bekannt machte?
Fredy Bickel: Die Reaktionen haben mich doch überrascht. Ich werde immer und immer wieder auf die Aktion angesprochen. Viele Bekannte wollten sogar selber an der Aktion mitmachen. Auch FCZ-Präsident Ancillo Canepa rief mich an.

Was wollte er von Ihnen?
Fredy Bickel: Wir schlossen vor Längerem eine Wette ab: Wer es als Erstes schafft, in einem halben Jahr 10 Prozent seines Körpergewichtes abzunehmen, gewinnt. Nun habe ich das Kräftemessen lanciert. Das fordert Cillo natürlich heraus und er meinte: Du Saucheib, nun holst du dir beim BLICK Hilfe, um mich zu schlagen.
Ruth Ellenberger: Ihre Haltung ist typisch für einen Sportler. Viele Ihrer Kollegen sehen den Druck als Kick, abzunehmen. Die meisten Menschen hingegen können damit weniger umgehen und sollten Druck entsprechend meiden. Mein Tipp: Die Abspeck-Pläne anfangs nicht allzu breit streuen.
Fredy Bickel: Im Sportfach ist das Thema halt ohnehin weniger tabu. Die Spieler registrieren und kommentieren jedes Kilo, das an meinem Bauch hängt.

Wie kamen denn die Pfunde?
Fredy Bickel: Erst war es ein Auf und Ab in kleinem Rahmen. Dann hörte ich vor sieben Jahren auf zu rauchen, und prompt geriet das Jojo ausser Kontrolle, schwankte zwischen 80 und 90 Kilo. Seither habe ich mich mehrmals ins Zeug gelegt und abgespeckt. Halten konnte ich das Gewicht aber nie. Leider.
Ruth Ellenberger: Um das zu verhindern, müssen wir die Sache im BLICK-eBalance-Wettbewerb anders angehen: weniger radikal, dafür nachhaltiger.
Fredy Bickel: Das ist ja mein Problem. Ich habe keinen blassen Schimmer, wie sich ein Konzept langfristig umsetzen lässt. Obwohl ich es geschafft habe, die Zigaretten zur Seite zu legen. Und ich war starker Raucher.
Ruth Ellenberger: Ich weiss, woran Sie scheitern.
Fredy Bickel: Klären Sie mich auf.
Ruth Ellenberger: Essen ist keine Sucht, sondern Genuss und vor allem eine Notwendigkeit. Wer Ernährung plötzlich als Übel sieht und sie sich gar verbietet, ist auf dem Holzweg: die Vorstellung, nicht mehr essen zu dürfen, ist schrecklich und mobilisiert Abwehrmechanismen.

Die Alternative für Fredy Bickel?
Ruth Ellenberger:
Sie sollten Ihr Leben nicht komplett auf den Kopf stellen. Also weiterhin ins Restaurant essen gehen oder sich ein Glas Wein gönnen. Die Vorsätze müssen so sein, dass man das Gefühl hat: Hey, das kann ich langfristig in den Alltag integrieren.
Fredy Bickel: Leider bin ich ein grosser Genussmensch.
Ruth Ellenberger: Weshalb leider? Das ist doch schön. Sie müssen auf den Genuss nicht verzichten, sondern bewusster leben. Wie essen Sie denn?
Fredy Bickel: Ich haue nicht wirklich über die Stränge. Doch plötzlich sitzt man in einer lustigen Gesellschaft, und da langt man halt zu. Apéros, Geschäftsessen – das setzt an.
Ruth Ellenberger: Von einmaligen Schmausereien bekommt keiner Übergewicht, die Gründe liegen immer im Alltag. Deshalb müssen Teilnehmer von BLICK eBalance als Erstes ein Ess-Tagebuch erstellen. Sie werden staunen, wie viele Ansatzpunkte Sie finden, ohne dass Sie auf Wichtiges verzichten müssen. Man kann ja nicht über längere Zeit in einem Ausnahmezustand leben.
Fredy Bickel: Bei mir ist es nicht der Alltag ...
Ruth Ellenberger: Sicher? Machen wir einen Schnelltest! Was trinken Sie?
Fredy Bickel: Keine Süssgetränke, dafür wohl ein Liter dieser modernen Mineralwasser mit Blüten- und Fruchtaroma. Die sind nicht gezuckert.
Ruth Ellenberger: Falsch. Pro Deziliter nehmen Sie rund 14 Kalorien zu sich. Da haben wir schon Sparmöglichkeiten: Programmieren Sie sich auf Light-Getränke um. Ich bin sicher, dass wir viele andere solche Kleinstquellen finden, auf die Sie leicht verzichten können.
Fredy Bickel: Da bin ich mal gespannt, obs klappt.
Ruth Ellenberger: Darauf wette ich. So wie Ancillo Canepa.

Jetzt muss der Speck weg!

Ab mitte Februar purzeln die Pfunde: Vier BLICK-Leserinnen und Leser starten zusammen mit FCZ-Sportchef Fredy Bickel und BLICK-Redaktor Lorenz Keller zu einem viermonatigen Marathon: Mit Hilfe der Online-Plattform BLICK-eBalance (siehe Artikel unten) versuchen sie möglichst nachhaltig und effizient abzunehmen. Wer das gesetzte Ziel am besten erreicht, erhält einen Einkaufsgutschein für die neue Gardarobe: 5000 Franken. BLICK berichtet regelmässig über den Speckweg-Wettbewerb. Fredy Bickel und Lorenz Keller werden ausserdem Ihre Erfolge und Rückschläge in einem Blog auf Blick.ch beschreiben.
play Statt Lift fahren ab sofort 58 Stufen steigen: FCZ-Sportchef Fredy Bickel auf dem Weg ins Büro. (Michael Würtenberg/BLICK)

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