Yotaphone 2 im Test Das innovativste Handy kommt aus Russland

Ausgerechnet ein russischer Hersteller bringt neuen Wind in die Smartphone-Branche. Das Yotaphone überrascht mit einem zweiten E-Ink-Display auf der Rückseite.

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Russen haben nicht nur Wodka und die Kalaschnikow erfunden. Lange gehörte russische Technik zur Weltspitze: So kommt das erste Passagierflugzeug der Welt aus St. Petersburg. Und auch in der Raumfahrt war Russland den westlichen Ländern lange Zeit eine Nasenlänge voraus.

Natürlich ist das Yotaphone 2 nicht ganz so spektakulär. Doch es zeigt, dass im Osten weiterhin innovativ gearbeitet wird. Denn das Smartphone ergänzt ein klassisches 5-Zoll-Android-Telefon mit einem zweiten Display auf der Rückseite.

Und das ist wunderbar unauffällig verbaut. Das Yotaphone kann mit einer Dicke von 8,9 Millimetern und einem Gewicht von 144 Gramm locker mit der Konkurrenz mithalten. Dreht man das Smartphone auf die Rückseite, glaubt man zuerst, einen Aufdruck oder Kleber zu sehen.

Digitale Tinte auf der Rückseite

In Wahrheit ist dort ein stabiles Electronic Paper Display verbaut, das mit digitaler Tinte genau gleich wie ein E-Book-Reader funktioniert. Die grossen Vorteile: Hat sich eine Anzeige einmal aufgebaut, braucht sie keinen Strom mehr und ist permanent sichtbar. Zudem ist sie sehr angenehm lesbar.

Die grossen Nachteile: Die Anzeige ist nicht besonders dynamisch und nicht farbig. Zudem reagiert der Touchscreen etwas träger als beim normalen AMOLED-Bildschirm auf der Vorderseite. Trotzdem lässt sich das Handy auch über die Rückseite gut steuern.

Yota liefert spezielle Apps für den Zweitbildschirm. Vier Screens kann man sich voreinstellen: mit Uhr, Wetter, Benachrichtigungen, Musikplayer oder natürlich auch einen E-Book-oder RSS-Reader. Man kann auch auf dem Hauptschirm jederzeit einen Screenshot machen oder gleich den ganzen Inhalt auf die Rückseite spiegeln.

Nur wenig optimierte Apps

So lassen sich - in gemächlichem Tempo - alle Apps auch von der Rückseite steuern. Schade, kann man nur einige wenige Anwendungen direkt von der Rückseite her starten. Auch ein bisschen mehr für das E-Ink-Display optimierte Apps wären ganz gut.

So dreht man doch recht oft das Smartphone von hinten nach vorne und wieder retour. Immerhin funktioniert das tadellos, der Sensor erkennt, welche Seite gerade oben ist.

Insgesamt ist der zweite Bildschirm mehr als ein erstaunlicher Gag. Viele Funktionen lassen sich so stromsparend nutzen, gerade wer viel liest, wird das Electronic Paper Display schnell schätzen. Allerdings nur bei gutem Licht, denn eine Hintergrundbeleuchtung fehlt.

Teuer, aber exklusiv

779 Franken kostet das Yotaphone 2 bei Digitec.ch. Ziemlich viel Rubel für ein Smartphone. Die zusätzlichen Investitionen fliessen primär in den zweiten, weltweit exklusiven Screen. Technisch ist das Gerät nicht mehr ganz auf Topniveau.

Der Quadcore-Prozessor hat schon ein paar Monate auf dem Buckel, die acht Megapixel-Kamera ist nur Mittelmass, und die 32 GB Speicher sind nicht erweiterbar. Dafür hält der Akku gut zwei Tage oder, je nach Nutzerverhalten, rund doppelt so lange wie bei der Konkurrenz.

Publiziert am 15.01.2015 | Aktualisiert am 15.01.2015
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