Am 26. September 2006 öffnete die ursprüngliche Studenten-Site
Facebook seine virtuellen Tore für jedermann. Diesen Sommer, also knapp 2 Jahre danach, zählte das Freunde-Netzwerk mehr als 100 Millionen angemeldete User. Mittlerweile sind es gar 130 Millionen.Das rege Treiben zu ermöglichen, kostet: Immer mehr und bessere Rechner müssen angeschafft, die Site ausgebaut und optimiert werden. Eigentlich kein Problem für die grösste Netzwerk-Site des WWW: Die Werbung zahlts.Doch mit der weltweit erlahmenden Wirtschaft und dem abflauenden Hype um Facebook & Co. stocken die Geldflüsse aus der Werbeindustrie. Für 2009 reduziert das US-Marktforschungsinstitut «eMarketer» seine ursprünglichen Prognosen für die Werbung auf Communitys von total 1,8 Millarden Dollar auf 1,3 Milliarden. Konkret heisst das bei Facebook: Statt der angepeilten 265 Millionen Dollar sollen lediglich 210 Millionen Franken in die Kassen fliessen. Gut 20 Prozent weniger. Bei der Plattform MySpace sind statt 755 Millionen nur 685 Millionen zu erwarten.Neue Geldquellen sind gefragtFacebook & Co. könnten die angesammelten Nutzerdaten anderen
Unternehmen verkaufen. Grosses Potenzial für grosse Gewinne. Doch: Der Vertrauensverlust bei den Usern, dem eigentlichen Kapital der Communitys, wäre immens. Umsetzung: unwahrscheinlich.Geld in die Kassen könnten auch Gebühren für gewisse Features spülen. Das bedeutet, dass die Webseiten gratis nur noch eingeschränkt genutzt werden können. Zahlenden Premium-Mitgliedern stehen dafür alle Möglichkeiten offen. Die Networking-Site Xing.com beispielsweise kennt dieses System bereits.Umsetzung: denkbar.Nach dem Motto «mehr bringt mehr» denkt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg laut Onlinedienst «Wiwo.de» über die Einführung eines eigenen Zahlsystems nach. Die User könnten sich gegenseitig nicht nur Filme,
Musik, Bücher etc. empfehlen, sondern auch gleich über eigens von Drittanbietern entwickelten Facebook-Progrämmchen («Apps») auch kaufen. Facebook kassiert pro Kauf Provision. Ganz ähnlich wie bei den berühmten Tupperware-Partys im gemütlichen Wohnzimmer: Die Freunde fungieren als Vertreter. Auch MySpace arbeitet an ähnlichen Ideen.Umsetzung: in Planung.Werbung immer noch wichtigste GeldquelleInsgesamt bleibt aber die Werbung wohl die wichtigste Geldquelle der Community-Sites. Dafür mausern sich Facebook & Co. immer mehr zum zentralen Knoten für die Internet-Aktivität ihrer Nutzer. Geschickt lassen sie ihre Mitglieder Inhalte aus dem ganzen Web miteinander verknüpfen, so dass sie am Ende, die Site nur selten verlassen müssen. Je länger die User in der Community verweilen, desto attraktiver für Werber, desto fetter wieder die Werbeeinnahmen.Was halten Sie von den neuen Finanzierungsmöglichkeiten von Facebook & Co.? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!