Getestet Wenn Schweden ein iPhone bauen

  • Publiziert: 10.12.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Lorenz Keller

Lange hat Sony Ericsson für die Entwicklung eines High-Tech-Touchscreen-Telefons für Multimedia-Anwendungen gebraucht. Das Warten hat sich für die Kunden nur teilweise gelohnt.

Fertig mit kryptischen Buchstaben-Zahlen-Kombinationen: Auch Sony Ericsson setzt nun auf klangvolle Namen. Satio heisst das neue Flaggschiff des schwedischen Mobiltelefon-Herstellers. Das passt ganz gut zu dem schön designten Gerät, das ganz auf den modernen Lifestyle setzt. Es ist in drei Farben erhältlich, das getestete Gerät in Bordeaux ist besonders schick.

Glatte Metalloberfläche und ein grosses 3,5-Zoll-Breitbild-Display mit klarem, scharfem Bild: Das Satio macht was her, überbordet aber bei Gewicht und Grösse überhaupt nicht. Etwas ungewohnt: Die Rückseite ist nicht eben, wegen der Kameralinsen-Abdeckung steht ein Teil etwas vor. Was aber im Alltag keine negativen Auswirkungen hat. Auch wenn man das Gerät in die Jeans-Tasche schiebt, bleibt nichts hängen und der Verschluss öffnet sich nicht.

Ebenfalls ein Plus: Trotz Touch-Screen verzichtet der Hersteller nicht ganz auf Tasten. So kann man etwa die Fotokamera direkt bedienen, aber auch Anrufe annehmen oder auflegen. Auch der Schieberegler zur Sperrung von Display und Tasten ist praktisch.

Die grosse Stärke des Satio ist die 12-Megapixel-Kamera (!). Sie verspricht nicht nur auf dem Papier Kompakt-Kamera-Leistungen, sondern bringt sie auch im Alltag. Schnappschüsse lassen sich locker auf A3 vergrössern. Stark sind auch die unzähligen Kamerafunktionen – vom echten Blitz über den Bildstabilisator bis zur Lächel- und Gesichtserkennung. Praktisch: Personen oder Objekte lassen sich mit einem Klick auf den Touchscreen fokussieren, man kann Fotos mit Geotaggs (sprich geografischen Angaben) hinterlegen. Die Kompaktkamera kann der Hobbyfotograf also getrost zu Hause lassen – ausser er besteht auf einen schnellen Auslöser. Da kann das Satio nicht ganz mithalten.

Überzeugend auch das Gesamtpaket des Satio, das alles bietet, was man sich von einem Top-Telefon wünscht – von GPS über Videotelefonie und WLAN bis zur vollen Multimedia-Ausstattung. Schade nur, dass eine normale Kopfhörerbuchse fehlt und man so auf einen Zwischenstecker angewiesen ist, wenn man nicht die mitgelieferten Ohrstöpsel nutzen will.

Während die Symbian-Oberfläche stabil läuft und das Fulltouch-Medienmenü mit klarer Struktur überzeugt, hat man mit dem Touchscreen etwas mehr Mühe. Er reagiert äusserst unterschiedlich auf Fingerbefehle. Mal muss man nur wenig drücken, mal fester, mal startet er eine Anwendung auf den ersten Klick, manchmal auch erst auf den zweiten. Schade, dieser Mangel nervt nämlich im Alltag gewaltig und verhindert, dass das Satio ein später, aber dafür umso überzeugender iPhone-Killer wird.

Fazit: Kamera, Verarbeitung und Ausstattung sind Top, der Touchscreen eher Flop.

Sony Ericsson Satio, 3,5-Zoll-Display (16:9), 12-Megapixelkamera mit Autofokus und Xenon-Flash, GPS, WLAN, HSDPA, Schrifterkennung, Lagesensor, Bluetooth, TV-Ausgang, USB-Unterstützung, 8 GB Speicherkarte, 126 g, für 899 Franken im Handel (ohne Handy-Vertrag).

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