Designerin als Technik-Trendsetterin Vom 3D-Drucker auf den Laufsteg

Der 3D-Drucker wird erschwinglich. Bereits ab 1000 Franken gibts die günstigsten Geräte. Fertigt bald jeder sein eigenes Abendkleid?

  • Publiziert: 21.02.2012
  • Von Mirko Hofmann
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Extravagant: Die holländische Designerin Iris van Herpen stellt an der Fashion Week Paris ihre Kollektion aus dem 3D-Drucker für Sommer 2012 vor.

(KEYSTONE)
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Spitzenmodell: uPrint 3D-Drucker für 15'900 Franken.

Mit einem 3D-Drucker lässt sich vieles herstellen, auch Kleider. Das sagte sich die Designerin Iris van Herpen und präsentiert in ihren neusten Kollektionen immer wieder auch extravagante Abendkleider – direkt aus dem 3D-Drucker.

Schicht für Schicht

Für die Industrie sind solche Druckgeräte bereits seit einigen Jahren sehr nützlich. Damit lassen sich dreidimensionale Gegenstände schnell und kostengünstig herstellen. Das Prinzip ist einfach: Das Design des Gegenstandes wird auf dem Computer entworfen, an den Drucker gesendet, und dieser legt dünne Kunststoffschichten aufeinander, bis das fertige Objekt steht. Alternativ können auch Kunstharze oder verschiedene Metalle als Werkstoffe verwendet werden. Ob Ersatzteile für Maschinen, eine Spielfigur oder eben ein Abendkleid, alles lässt sich so als dreidimensionales Objekt ausdrucken.

«Für uns ist die Arbeit mit einem 3D-Drucker unverzichtbar geworden», sagt Joerg Knappworst, Leiter Prototypenbau beim Sportartikelhersteller Adidas gegenüber «10vor10». Früher brauchte es mehrere Tage, um einen ersten Prototypen eines Designs in den Händen zu halten. Heute geht das, dank einem professionellen 3D-Drucker, nur noch rund acht Stunden.

Die Anschaffungskosten solcher Geräte lagen noch vor wenigen Jahren bei weit über 10'000 Franken. Doch seit 2010 sind die Preise stark gesunken. Heute sind die günstigsten 3D-Drucker für den Heimgebrauch bereits ab 1000 Franken erhältlich.

3D-Drucker bald in jedem Haushalt?

In Zukunft dürften 3D-Drucker so immer mehr auch in unserem Alltag eine wichtige Rolle spielen. Etwa für den Austausch von Objekten via Internet könnte die Technik unverzichtbar werden. Und die News-Seite Businessinsider.com sieht im 3D-Druckverfahren gar die nächste ­Trillion-Dollar-Industrie. Doch bis es so weit ist, braucht es gemäss verschiedenen Analysten und Prognosen noch einige Jahre. So bleiben Künstler wie Iris van Herpen, die den 3D-Drucker zur Umsetzung ihrer Kreationen nutzen, vorerst eine Randgruppe. Doch mit sehr gros­ser Wahrscheinlichkeit ist die holländische Designerin für einmal nicht nur eine Trendsetterin in Sachen Mode, sondern auch bezüglich Technik.

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