Virtual Reality mit Daydream Googles Superbrille erfüllt alle Hoffnungen

Googles Daydream-Brille begeistert: ein günstiges Top-Konzept für beeindruckende Virtual-Reality-Erlebnisse. BLICK hat die Brille bereits intensiv getestet.

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Das Daydream-System ist eine richtig günstige Gelegenheit, in die Welt von Virtual Reality (VR) einzutauchen. Das Potenzial ist riesig, da Google mit der offenen Plattform dafür sorgt, dass unzählige Anbieter Gadgets und Programme entwickeln werden. Das Konzept hat zwar durchaus noch kleine Schwächen, doch hat Google für viele Brillenprobleme richtig gute Lösungen gefunden.

Das fängt beim verwendeten Material an. Ein Mix aus Textil und Plastik, der sehr leicht und bequem zu tragen ist. Vielleicht die erste VR-Brille, die nicht auf die Nase drückt und auch über längere Zeit getragen werden kann. Zudem kann man das Innenfutter herausnehmen und waschen. Eine clevere Idee, gerade wenn man zu den Daydream-Pionieren gehört und die Brille dauernd ausleihen muss.

Ebenfalls klasse: Man kann die eigene Brille unter der Brille tragen, durch leichtes Verschieben findet man problemlos eine scharfe Einstellung. Die Stoffummantelung schirmt gut gegen aussen ab. Das Bild ist dank des hochauflösenden Smartphone-Bildschirms durchaus gut. Hier haben aber teurere Modelle wie Oculus Rift oder die Playstation VR die wohl deutlichsten Vorteile.

Die Fernbedienung ist der Knaller

Wer die Daydream-App heruntergeladen hat, kann das Smartphone einfach vorne in die VR-Brille einlegen. Dank NFC-Kontakt startet das passende Programm sofort auf, auch die Verbindung zur Fernbedienung steht gleich. Die Brille selber hat keinen Akku und ist nicht via Stecker verbunden. So kann man auf der Seite problemlos den eigenen Kopfhörer einstecken oder auch mal das Ladegerät.

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Die Fernsteuerung wird in Games etwa zum Steuerrad. THOMAS LUETHI / HEG

Die über USB-C aufladbare Fernbedienung ist die vielleicht genialste Weiterentwicklung des US-Konzerns. Natürlich gibts auch für die HTC Vice oder die Playstation VR Controller – doch nicht zum Preis von weniger als 100 Franken.

Die Fernbedienung hat ein Trackpad und zwei Knöpfe, zudem Lautstärkeregler. Lagesensoren sorgen dafür, dass man die Bedienung quer gehalten in einem Game wie «VR Karts Sprint» auch als Lenkrad verwenden kann. Selbst Wurfbewegungen werden direkt in die virtuelle Welt übertragen.

Insgesamt erleichtert die etwas zu plastifiziert wirkende Fernbedienung das virtuelle Erlebnis enorm. In den 3D-Menüs funktioniert sie wie ein Laserpointer – auf einen Inhalt zeigen und draufklicken. Erleichtert wird dies dadurch, dass man über die Brille die Fernbedienung in einer virtuellen Version sieht.

Alle 360-Grad-Videos von Youtube kann man anschauen

Auch wenn das System nicht wirklich sieht, wo genau man die Fernbedienung hält, stimmt der räumliche Eindruck sehr gut. Man hält etwas in der Hand – und sieht es auch vor sich. Die Bewegungen stimmen ziemlich gut. Und hat sich mal etwas verstellt, kann man die Ausrichtung mit einem Klick wieder richtig einstellen.

Die Fernbedienung kann je nach Anwendungen auch eine Taschenlampe oder eine Angelrute sein. Besonders gelungen ist «Fantastic Beasts and Where to Find Them», ein Game im Harry-Potter-Stil. In der Hand hält man einen Zauberstab, die Grafik ist wunderschön. Da versinkt man richtig im virtuellen Erlebnis.

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In «Fantastic Beasts» ist die Fernbedienung ein Zauberstab - und das wirkt richtig realistisch. zVg

Was Daydream nicht beherrscht: Man kann nicht mit realen Schritten im virtuellen Raum herumgehen, dazu fehlen Sensoren und Kameras. Zudem gibt es keine Vermischung von Realität und virtueller Welt. Die Optik ist gut, allerdings sieht man manchmal an der Seite die Ränder des Pixel-Smartphones.

Bei den Apps steht Google noch am Anfang, es gibt rund 40 bis 50 davon. Allerdings kann man sich auch alle 360-Grad-Videos auf Youtube anschauen, natürlich auch den Blick-VR-Kanal. Dank Googles Ruf und dem guten Konzept dürfte das Angebot in den nächsten Monaten stark wachsen.

Google Daydream gibts aber offiziell noch nicht bei uns. Wer eine will, kann diese beispielsweise über Meineinkauf.ch bestellen. Rund 85 Franken kostet das total, beim Schweizer Marktstart dürften es dann rund 70 bis 75 Franken sein. Wann Google hierzulande loslegt, steht noch in den Sternen.

Der günstige Preis hat einen Nachteil: Die Google-Brille funktioniert bislang nur mit dem Google-eigenen Pixel-Handy. Allerdings sollen bald weitere kompatible Smartphones folgen. Daydream-ready ist etwa das ganz neue Huawei Mate 9. Weitere folgen im nächsten Jahr, teilweise auch gleich mit passenden Headsets.

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Das Innenfutter der Brille kann man rausnehmen und waschen. THOMAS LUETHI / HEG

Unser Fazit: Die Google Daydream ist im günstigen Preissegment die beste VR-Brille. Die Qualität stimmt, das Bedienkonzept ist genial. Virtual Reality ist immer faszinierend, wenn man sie zum ersten Mal erlebt. Daydream ist aber auch für erfahrene Nutzer ein Erlebnis. Die Faszination dürfte daher lange anhalten.

Übrigens: Noch ein Hinweis für alle jene, die sich eine Brille in Deutschland beschaffen wollen. Bei uns im Test konnten wir nicht direkt über die Brille oder die Daydream-App Programme herunterladen (das ginge wohl nur mit deutschem Store und deutscher Kreditkarte). Sobald man allerdings die App ganz normal im Play Store herunterlädt, wird sie in Daydram unter «Mediathek» angezeigt. Man muss also nur wissen, welche Apps kompatibel sind.

Publiziert am 30.11.2016 | Aktualisiert am 19.12.2016

Holen Sie sich die neue «BlickVR»-App

Mit der neuen Gratis-App «BlickVR» für iPhone und Android erleben Sie Videos, als wären Sie live dabei. Mit einer Virtual-Reality-Brille wird das Erlebnis noch intensiver. Die einfachste Variante ist ein so genanntes Cardboard, eine Kartonschachtel mit zwei Linsen.

Wir erklären Schritt für Schritt, wie's geht. 

  1. Laden Sie die App «BlickVR» für Android oder iPhone gratis herunter. Die Installation funktioniert ab iOS 8 und ab Android 4.1.
  2. Im Startbildschirm sehen Sie die neuesten 360-Grad-Videos. Über die Schaltfläche oben links rufen Sie das Menü auf.
  3. Sobald Sie ein Video gestartet haben, können Sie die Abspielart wählen. Das linke Symbol steht für die Cardboard, mit dem Handy-Symbol rechts können Sie das Video auch ganz ohne Brille anschauen. WLAN oder über Flatrate ist fürs Streaming empfehlenswert.
  4. Haben Sie Cardboard gewählt, startet das Video automatisch nach fünf Sekunden. Legen Sie das Handy mit dem Display zum Gesicht in die VR-Brille und halten Sie alles gut fest. Um sich umzuschauen, drehen Sie einfach den Kopf.
  5. Haben Sie Smartphone gewählt, können Sie das Video direkt auf dem Bildschirm anschauen. Mit dem Finger können Sie nach links, recht, oben oder unten streichen und sich so umschauen.
  6. Wer in besserer Qualität tiefer in die Videos abtauchen will, holt sich die App-Version für die Samsung-Brille Gear VR. Diese finden Sie direkt im Oculus-Store. Der Clou: Sie können die «BlickVR»-App direkt mit der Brille auf der Nase in einem dreidimensionalen Menü steuern.
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2 Kommentare
  • Lionel Werren,  der Klartexter 30.11.2016
    Mein Gott, darüber wird man schon in fünf Jahren lachen! Da kann man ja auch einfach nah vor den Fernseher sitzen und das Zimmer verdunkeln, hat den gleichen Effekt.
  • Hanspeter  Elmer aus Glarus
    30.11.2016
    Googles Superbrille? Ein VR-Brille, die nicht mal die Qualität der (qualitativ ebenfalls mehr als bescheidenen) PS VR erreicht? Soll das ein Witz sein oder hat er Keller einfach keine Ahnung? Im ganzen Artikel findet sich kein einziger Hinweis darauf, dass bei solchen Billigbrillen vermehrt mit Motion Sickness zu rechnen ist und die Auswirkungen auf die Gesundheit (Augen) ebenfalls noch unklar sind. Wenn ihr schon keine Ahnung habt, dann lasst es doch einfach bleiben...