Tim Cook widersetzt sich vehement Apple soll Terroristen-iPhone fürs FBI hacken

Gemäss einem Gerichtsurteil muss Apple dem FBI helfen, das Sicherheitssystem des iPhones zu knacken. Doch Tim Cook wehrt sich dagegen öffentlich.

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Es ist ein wohl bislang einmaliger Vorgang: Apple-CEO Tim Cook wendet sich in einem 6600 Zeichen langen Statement auf der offiziellen Webseite an die Öffentlichkeit. Und kündigt an, sich einem Urteil eines US-Gerichts zu widersetzen.

Und darum gehts: Das FBI versucht seit Monaten ein iPhone 5C zu knacken, das dem Terroristen Syed Farook (28) gehörte. Er hatte zusammen mit seiner Frau Tashfeen Malik (27) im Dezember in einem Behindertenheim 14 Menschen erschossen. Die Täter waren nach dem Anschlag im kalifornischen San Bernardino erschossen worden, das FBI geht von einem Zusammenhang mit der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) aus. 

Ein Gericht in Los Angeles hat nun entschieden, dass Apple bei diesem iPhone 5C mehrere Sicherheitsfeatures ausschalten muss. Etwa dass nach falscher Passwortangabe die Daten auf dem Handy automatisch gelöscht werden. Zudem soll der Verzögerungsmechanismus ausgesetzt werden, der bewirkt, dass bei falscher Eingabe jeweils länger gewartet werden muss bis zu einem erneuten Versuch. 

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Das Ziel: Das FBI soll mit der automatischen Masseneingabe von Passwörtern das iPhone knacken können. Das ist bislang nicht möglich, da die Ermittler nicht einmal wissen, welche Sicherheitsfeatures der Attentäter eingeschaltet hat. 

Apple wird gemäss Urteil verpflichtet, eine entsprechende Software zu schreiben und dem FBI zur Verfügung zu stellen. Dagegen wehrt sich Tim Cook vehement. Sein Argument: Die Software könnte wieder und wieder eingesetzt werden. 

«Die Regierung will etwas von uns, das wir nicht besitzen und das wir als zu gefährlich erachten, um es zu erschaffen», schreibt Tim Cook. Eine Art digitale Hintertür, die das FBI bei Vorlage eines Gerichtsbeschlusses nutzen könnte. In den falschen Händen wäre jedes iPhone ganz leicht knackbar - und zwar weltweit. Der Apple-Chef betont auch, dass sie nicht nur in diesem Fall den Behörden schon massiv Unterstützung gewährt hätten. 

Tim Cook hofft mit dem Brief auf eine öffentliche Diskussion über die Privatsphäre, Verschlüsselungstechnik und die Datensicherheit. «Wir nutzen die bestmöglichen Sicherheitsfeatures, weil wir davon überzeugt sind, dass die privaten Daten eines iPhones uns als Hersteller nichts angehen.»

Publiziert am 17.02.2016 | Aktualisiert am 22.07.2016
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6 Kommentare
  • Christoph  Lüscher 17.02.2016
    Wer wirklich interessiert ist, um was es geht, kann sich hier informieren, denn das Problem Sicherheit geht uns alle an :
    http://wp.me/p19WFc-IsW
    Wenn es dem US Geheimdienst nach etlichen Monaten nicht gelungen ist, ein einziges iPhone zu knacken, dann muss Apple einiges richtig gut gemacht haben!
  • Adrian  Müller 17.02.2016
    Irgendwie ist was faul daran. Das FBI hat sicher ehemalige Mitarbeiter von Apple bei sich und genügend Software zur Verfügung. Handy abschalten, Festplatte rausnehmen, kopieren und dann es mit dem eigenen System hacken. Das Handy kann Daten zwar schützen aber nicht wenn es ausgeschaltet ist und die Daten gespiegelt sind. Ansonsten hätte Apple ja vorschlagen können es bei Ihnen zu öffnen unter Aufsicht des FBI.
    • Jean  Stoerk 17.02.2016
      So viel Ahnungslosigkeit in fünf Sätzen, unglaublich.
      Aber wenn Sie meinen, die Lösung sei so simpel, dann sollten Sie sich beim FBI melden. Sie scheinen ja ein ausgewiesener Experte in Handysicherheit zu sein. Die warten bestimmt dringend auf fähiges Personal. Naja, nur der Vorschlag, die Festplatte auszubauen, dürfte für ziemliche Erheiterung sorgen.
  • Pascal  Meier 17.02.2016
    Ist alles nur Werbung. Sogar die Schweizer Polizei kackt iPhones wenn es sein muss, wer sicher sein will kauft Blackberry! (zB. Regierungsmitglieder, etc...)
  • Fritz  Blasimann 17.02.2016
    haha da will doch einer bloss nicht zugeben, dass so ein iPhone ziemlich einfach von Apple selber geknackt werden könnte. Dann fliegt ja noch der ganze Beschiss um die angebliche Sicherheit auf! Das FBI geht ja bloss zu Apple, weil sie nicht wollen dass die Daten gelösccht werden. Sonst hätten die Typen beim FBI daas Telefon schon längst gehackt. Da bröckelt schon wieder Lack am angebissenem Apfel ab.
    • Markus  Schweizer 17.02.2016
      Wieso bröckeln? Das sind ja genau die Sicherheitsmassnahmen eines iPhones resp. iOS. Und dass das FBI das iPhone noch nicht geknackt hat spricht eben für die Sicherheit..also wo bitte schön bröckelt der Lack? Und ich finde es absolut korrekt das Apple die Hintertürsoftware nicht entwickelt resp zur
      Verfügung stellt. SO wären dan wieder Tür und Tor geöffnet für ilegalle Machenschaften der Welt Geheimdienste. Dort liegt das Problem und nicht wegen paar krimineller individuen.