Teure Verbindung So roamen Sie ohne Reue

Telefonieren im Ausland kann ins Geld gehen. Die wichtigsten Tipps, wie Sie die Roaming-Gebühren in Schach halten.

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Ob Skiplausch in Tirol oder Frühlingserwachen auf Madeira – wer seine Ferien im Ausland verbringt, sollte sein Smartphone haushälterisch benutzen. Denn während die EU für das sogenannte Roaming Höchsttarife festgelegt hat, handeln die Schweizer Anbieter ihre Tarife individuell aus. Die Folge: ein Gebührendschungel und saftige Tarife. Für Schweizer ist die Handynutzung im Ausland bis zu fünfmal teurer als für EU-Bürger.

Von den drei grössten Anbietern (Swisscom, Sunrise und Orange) hat Swisscom die niedrigsten Standardtarife. Bei Gesprächen aus einem EU-Land in die Schweiz verlangt Swisscom von Abo- und Prepaid-Kunden derzeit noch 50 Rappen pro ­Minute, ab April nur noch 45 Rappen.

Bei Sunrise beträgt der Standardtarif 1.70 Franken. Orange unterscheidet zwischen Nachbarländern und weiteren EU-Ländern. Ruft ein Abonnent aus Frankreich an, zahlt er 1.70 Franken. Ein Telefonat aus Spanien kostet hingegen 2 Franken. Prepaid-Kunden ­zahlen sogar noch etwas mehr.

Auch wer im Ausland mit dem Handy im Internet surft, muss aufpassen. Die Standardpreise für einen Datenverbrauch von beispielsweise 10 MB im EU-Raum betragen bei Swisscom 4.50 Franken, bei Sunrise 10 Franken und bei Orange sogar 20 Franken.

Gleiches Angebot für 55 bis 2400 Franken

Doch die Standardtarife sind nur eine Seite der Medaille. Stark ins Gewicht fällt auch, welches konkrete Grundangebot (Abo oder Prepaid) mit welchen Optionen kombiniert ist.

Vergleichen lohnt sich. Ein Beispiel: Jemand verbringt 14 Tage in Portugal. Er telefoniert insgesamt 60 Minuten in die Schweiz, nimmt für die gleiche Dauer Anrufe aus der Schweiz entgegen und tätigt zehn kurze Telefongespräche innerhalb von Portugal. Zudem verschickt er 50 SMS und verbraucht 100 MB Daten.

Gemäss dem Telekom-Vergleichsdienst Dschungelkompass.ch fährt unser Feriengast mit einem Angebot von Sunrise (Freedom start + Travel 200) am günstigsten: Es kostet 55 Franken im Monat. Das günstigste Angebot von Swisscom (Natel easy smart + Datenpakete 5 GB/Tag + World Option Flex + Data Travel 50 MB) kommt ihn auf 78 Franken zu stehen, das billigste Angebot von Orange kostet bereits 86.50 Franken (Me PrePay + Go Europe + Go Europe Data 50 MB). Doch selbst das ist noch ein Schnäppchen: Wer nämlich mit einem völlig falschen Grundangebot seine Ferientage verbringt, zahlt für die gleiche Nutzung im schlimmsten Fall sogar über 2400 Franken!

Zusatzangebote können sich also durchaus auszahlen. Um das passende Angebot zu ermitteln, sollte man anhand früherer Abrechnungen überprüfen, wie man das Handy nutzt. So lancierte Sunrise im Februar die Option Travel 200, die Gesprächsminuten und Datenvolumen enthält: 200 Minuten für Telefonate aus Europa, 20 SMS, 200 Megabyte fürs Surfen. Ankommende Anrufe sind unlimitiert. Die Kosten für diese Option belaufen sich auf 35 Franken monatlich. «Das lohnt sich vor allem für Mittel- bis Vielnutzer», sagt Oliver Zadori, Gründer und Betreiber von Dschungelkompass.ch.

Swisscom hebt im April die Roaminggebühren auf

Unbeschwert telefoniert künftig, wer bei Swisscom ein Natel-infinity-plus-Abo hat: Ab dem 13. April entfallen für Abonnenten die Roaminggebühren. Mit dem günstigsten XS-Abo (59 Fr./Monat) kann im Ausland 30 Tage unbeschränkt innerhalb der EU telefoniert und gesimst werden. Eingeschlossen sind zudem 1 GB Datennutzung. Mit der XL-Variante ist das Roaming sogar während 365 Tagen inklusive. Wer sich dies leisten möchte, muss allerdings tief ins Portemonnaie greifen – das XL-Abo kostet 179 Franken im Monat.

Für André Bähler, Leiter Politik und Wirtschaft bei der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), ist deshalb klar: «Es braucht auch nach dem Schritt von Swisscom dringend behördlich festgelegte Preisobergrenzen für die Roaming-Tarife.»

Tarifvergleich
www.dschungelkompass.ch

 

Gebührenvergleich
Schweizer Handykosten im europäischen Ausland

in CHF *SwisscomSunriseOrange
Anruf pro Min. von
EU-Land in die Schweiz
0.451.701.70–2.00
Ankommender Anruf pro Minute (EU-Land)0.270.800.60–0.80
SMS von EU-Land in die Schweiz0.270.500.45
10 MB Datenverbrauch in EU-Ausland4.5010.0020.00

* Standardpreise ohne Optionen und Datenpakete; Stand: Februar 2015, Swisscom-Tarife gültig ab 1. April 2015 Quelle: Swisscom

Publiziert am 05.03.2015 | Aktualisiert am 05.03.2015
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Die Smartphone-Nutzung am Strand kann trotz tieferer Roaming-Tarife weiterhin teuer werden. play
Für Schweizer ist die Handynutzung im Ausland bis zu fünfmal teurer als für EU-Bürger. Thinkstock

So vermeiden Sie hohe Kosten

Auch ohne Roaming-­Option können Sie die ­Telefongebühren im Ausland tief halten.

  • Deaktivieren Sie das ­Daten-Roaming in den Handy-Einstellungen.
  • Nutzen Sie drahtloses ­Internet (WLAN).
  • Schalten Sie die Combox aus: Auch nicht abgehörte Nachrichten werden verrechnet.
  • Benutzen Sie die SIM-­Karte eines lokalen Anbieters. Das funktioniert allerdings nur, wenn das Handy für fremde SIM-Karten nicht ­gesperrt ist.
     

Achtung: Roamingkosten entstehen auch bei automatischen Updates von Apps.

Quelle: Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) / dschungelkompass.ch

1 Kommentare
  • Giovanni  Boccacchio aus Zürich
    05.03.2015
    Im Ausland kaufe ich mir stets einen lokalen Chip. Das dauert ein paar Minuten. Damit sind praktisch alle Probleme gelöst, ausser dass sich die Angerufenen über die ausländische Nummer wundern. Wenn dies alle konsequent so handhaben würden, würden die Abzockerpreise automatisch ganz entfallen. Ina siatischen Ländern wie Indien oder Malaysia ist telefonieren Teil der Grundversorgung und kostet einen "Pappenstiel".