HD Voice: Erst belächelt, jetzt über Nacht eingeführt Swisscom machts Orange nach – Sunrise folgt

BERN - Endlich hat das Knacksen und Knarzen beim Handy-Telefonieren ein Ende. Swisscom bringt morgen HD Voice - aber nur wenige Kunden profitieren.

  • Publiziert: 31.01.2012, Aktualisiert: 01.02.2012
  • Von Thomas Benkö
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Fit für die Zukunft: Das Nokia Lumia 800 unterstützt HD Voice.

(Reuters)

Trotz massiven technischen Fortschritten bei Handys knarzt es auch heute noch in der Leitung. Um diesen Missstand auszumerzen, führte Orange letzten September «HD Voice» ein. Nun folgt in einer Hauruck-­Aktion Swisscom. Der Marktführer kündigte den Start für den 1. Februar an. Mit HD Voice wird die Gesprächsqualität glasklar, da ein grösseres Tonspektrum übertragen wird. Störende Hintergrundgeräusche werden weitgehend entfernt.

Bei Swisscom findet damit ein krasser Sinneswandel statt. Noch Mitte November lästerte Swisscom-Sprecher Olaf Schulze im «Blick am Abend» über Orange: «Die Einführung von HD Voice ist im Moment vor allem eine Marketing-Aktion, wenn auch eine gute. Aber es gibt noch zu wenige Geräte, die HD-fähig sind. Deshalb profitiert der Kunde momentan noch praktisch nicht von der neuen Technik. Diese ist im Übrigen auch nicht wirklich neu.» Und weiter: «HD Voice würde uns sicher einige Millionen kosten. Dieses Geld möchten wir lieber in den Ausbau der Netze investieren. Davon profitieren die Kunden momentan mehr.»

Schlechte Erinnerungen an MMS werden wach

Die neue Technik funktioniert ohne eigenes Zutun. Voraussetzung ist, dass sich sich beide Gesprächspartner im UMTS-Netz von Swisscom befinden und je über ein HD-fähiges Handy verfügen. Etwa das Nokia Lumia 800, das HTC Sensation XL oder das Sony Ericsson Xperia arc S. Untauglich ist momentan leider das weit verbreitete iPhone.

Gespräche sind übrigens nur innerhalb des jeweiligen HD-Netzes möglich. Also nicht von Orange zu Swisscom oder umgekehrt. «Auch Sunrise plant im Verlauf dieses Jahres, HD Voice in ihrem Netz einzuführen», sagt Sprecher Tobias Kistner. Damit erinnert HD Voice an die unselige Einführung von MMS. Damals war es auch nicht möglich, diese «Bild-SMS» zwischen verschiedenen Betreibern zu verschicken.

«Keine Zusatzkosten»

Trotz den Anlaufschwierigkeiten ist Comparis-Telekom-Experte Ralf Beyeler grundsätzlich positiv eingestellt: «Gut finde ich, dass HD Voice keine Zusatzkosten verursacht», sagt er zu Blick.ch. «Ich verstehe aber wirklich nicht, wieso sich die drei Schweizer Telekombetreiber nicht zusammengesetzt haben, um den neuen Service gemeinsam einzuführen.»

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