Staumelder im Vergleich So haben Sie im Verkehr die Nase vorn

Links abbiegen und am Stau vorbeifahren: Navis und spezialisierte Apps sind erstaunlich klug. Mitunter können sie sogar mehr, als die Polizei erlaubt.

Staumelder & Navigation Apps im Vergleich: Wir testen kostenlose Navis play
Allein auf Autobahnen stehen Schweizer jährlich circa 20'000 Stunden im Stau. Über Ostern ist das Risiko besonders gross. Keystone

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Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Auch diese Ostern wird sich eine Blechlawine Richtung Süden wälzen und vor dem Gotthard kilometerlang stauen. Wer trotzdem die Koffer packen will, sollte viel Geduld mit auf die Reise nehmen. Und – ebenso wichtig – die aktuellsten Infos über Verkehrsbehinderungen, wie sie uns Radio, Fernsehen und Internet ins Haus bringen oder mobile Navigationssysteme in die Hand spielen.

Entsprechende Navis können mittlerweile nämlich weit mehr, als uns von A nach B leiten. Sie informieren ihre Nutzer auch über die aktuelle Verkehrslage und warnen sie in Echtzeit vor Staus, Umleitungen und anderen Hindernissen. Externe Geräte, etwa jene der Marktführer Garmin und TomTom, kosten zwischen 200 und 500 Franken.

Kräftemessen zwischen Apps und klassischen Navis

Wer’s günstiger mag: Mittlerweile umfassen fast alle Smartphones kostenlose Navis. Das iPhone lotst uns beispielsweise mit seiner Karten-App durch den Verkehr, Android-Telefone nutzen dafür Google Maps und Windows Phones wiederum Nokia Drive+. Sämtliche Systeme bringen den Autofahrer erstaunlich zuverlässig ans Ziel. Vorteil dieser E-Kadetten: Sie sind überall mit dabei und weisen uns nicht nur im Fahrzeug den Weg.

Wer noch zusätzlichen Service wünscht, kann jede Menge Apps auf sein Smartphone laden. Zu den populärsten Programmen gehören die Applikationen der Spezialisten, jene von Garmin (Navigon) und TomTom. «TomTom Europe» beispielsweise kostet rund 60 Franken, und «Navigon Europe» ist bei Google für 69.95 Franken zu haben, bei iTunes für 100 Franken. Andere Apps bieten ähnlich viele Optionen (siehe Kasten). Die Auswahl ist gross. Doch aufgepasst: Wer sein Auto mit einem Navi nachrüsten will, muss folgende Punkte beachten:

  • Roaming-Fallen Im Gegensatz zu kommunen mobilen Navigationssystemen können Smartphone-Apps ohne Roaming keine Verkehrsinformationen abrufen. Daten-Roaming kann aber insbe­sondere im Ausland hohe Kosten verursachen (SonntagsBlick vom 1. März). Deshalb gilt: Wer häufig ins Ausland reist, sollte den Kauf eines mobilen Navigationsgerätes in Betracht ziehen – oder im Vorfeld zumindest genau prüfen, welche Datenmengen das Navi beansprucht.
  • Kleiner und leiser Auch wenn die Smartphones immer grösser werden – die Displays klassischer Navis bleiben unerreicht. Ausserdem sind deren Sprachausgaben in der Regel lauter und verständlicher. Auch hier können Smartphone-Apps nur bedingt mithalten.
  • Radarwarnungen Viele Navi­­­gationssysteme verfügen mittlerweile über Radar-Warnfunktionen. Benutzen sollte man diese jedoch nicht. In der Schweiz ist es verboten, vor Blitzern und anderen Verkehrskontrollen zu warnen. Oder entsprechende Radarwarner zu nutzen. Wer es trotzdem tut, muss mit Bussen von bis zu 200 Franken rechnen.
  • Ausrüstung Klassische Navi­gationssysteme umfassen in der Grundausstattung eine Halterung und eine Kurzanleitung. Nicht so Smartphones: Hier muss eine ­passende Halterung nachgekauft werden. Die Einrichtung muss zwingend auf das jeweilige Smartphone abgestimmt sein, denn bekanntlich unterscheiden sich iPhone, Samsung, Nokia & Co. nicht nur punkto Technik, sondern auch in der Grösse. Ebenso wichtig: Navigations-Funktionen strapazieren den Akku stark, deshalb gehört zwingend ein USB-Kabel ins Handschuhfach des Autos – um das Smartphone unterwegs neu aufzuladen.

Welches Navigationssystem den Weg weisen soll, muss jeder Nutzer für sich entscheiden. Klar ist: Selbst das teuerste Gerät kann den Osterstau vor dem Gotthard nicht verhindern. Und wer hineingerät, kommt auch mit der besten Lösung nicht schneller raus.

Staumelder im Vergleich

Publiziert am 31.03.2015 | Aktualisiert am 20.12.2016

TomTom Traffic

Liefert Daten zu Standort, Richtung, ­Geschwindigkeit. Stauinfos aus ­mehreren Quellen (Nutzerdaten, Polizei & Co.). ­Der Mobilfunk ist ins Navigationsgerät integriert. Die ­Leistung ist netzabhängig.

 

Testgerät: Navi TomTom Go mit integrierter SIM-Karte
Zeitsparpotenzial bei Fahrt: *****

Google Maps

Wird von Smartphones abgerufen: Wo bewegt sich das Gerät und wie schnell? Vorteil: Ein Smart­phone ­genügt, es braucht kein zusätzliches Navigationsgerät. Nachteil: die Verbindungskosten.

 

Testgerät: Smartphone Samsung Galaxy via Mobilfunk
Zeitsparpotenzial bei Fahrt: ****-

Becker Link2Live 

Der Nokia-Dienst liefert Nutzerdaten. Dazu Stauinfos von Strassensensoren, Polizei & Co. ­Zusätzlich zum Navi brauchts ein Smartphone. Auch hier fallen Verbindungskosten an.

 

Testgerät: Navi Becker Professional mit Smartphone gekoppelt
Zeitsparpotenzial bei Fahrt: ***--

Garmin Live Traffic

Der Nokia-Dienst ­liefert Nutzerdaten. Dazu Stauinfos von Strassensensoren, Polizei & Co. Via DAB+-Radio – keine Kosten, aber DAB+ ist nicht überall verfügbar.

 

Testgerät: Navi Garmin Nüvi via DAB+-Radiosender (auch via Smartphone möglich)
Zeitsparpotenzial bei Fahrt: **---

TMC

Staumeldungen von Polizei, Automobilclubs, Rettungsdiensten. Keine Mobilfunk­kosten. Nachteil: Verkehrslage wird ­seltener ­aktualisiert, Stau­infos sind ­ungenauer.

Testgerät: Navi TomTom Start via UKW-Radiosender
Zeitsparpotenzial bei Fahrt: *----

Quelle: Stiftung Warentest

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1 Kommentare
  • Greg  Dusky , via Facebook 01.04.2015
    und wie wäre es wenn auch di eoffline Apps aufgezähölt würden? Und: Umfahrungen von Staus werden zwar angegeben - deren Benützung ist mehr als fraglich den ndie Ortskundigen fahren genau dieselben Routen und alle fahren dort wegen dem Navi auch durch. Ergo: Stau Nummer zwei, drei, etc. In der Regel ist es kein Zeitverlust wenn man auf der Staustrekce bleibt - ausser man umfährt extrem weiträumig oder die Route ist für mehrere Stunden gesperrt.