So entstehen unsere 360-Grad-Videos Mit der Cam in der Hand im Düsenjet

Bis zu sechs Actioncams filmen gleichzeitig, doch der Dreh ist erst die halbe Arbeit. So entstehen unsere spektakulären 360-Grad-Videos.

360-Grad VR-Video: Im Düsenjet-Cockpit der Patrouille Suisse play
Multimedia-Produzent Dominik Baumann beim 360-Grad-Filmen im Kampfjet der Patrouille Suisse. ©Blick/VBS

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Im Düsenjet-Cockpit mit der Patrouille Suisse

Im Cockpit des Tigers ist es eng. Dominik Baumann (49), der Multimedia-Produzent der BLICK-Gruppe, hat zusammen mit seiner Halterung für sechs Actioncams knapp Platz. Und die muss er erst noch in der Hand festhalten, befestigen kann man die Kameras nicht.

«Der Flug mit der Patrouille Suisse ist mein bisher spektakulärster Einsatz», erzählt Baumann. Nicht nur, weil die Aufnahmen schwierig zu realisieren sind, sondern weil der Video-Spezialist selber mitfliegt. Und auch bei Loopings die Kameras ruhig halten muss. Alles muss passen, es gibt nur eine Chance für die Aufnahmen.

360-Grad VR-Video: Im Düsenjet-Cockpit der Patrouille Suisse play
Kopfüber über Rapperswil: Im 360-Grad-Video ist man wie live dabei. ©Blick/VBS

Der Aufwand lohnt sich. Wer nicht selber Pilot ist, sieht Kunstflugstaffeln immer nur vom Boden aus. Dank des 360-Grad-Videos erlebt man den spektakulären Formationsflug wie wenn man selber im Cockpit sitzen würde. Und erhält von Pilot Gunnar Jansen, Fliegername «Gandalf», auch gleich noch aus erster Hand alle wichtigen Informationen.

Google wirbt mit dem «BlickVR«-Video

Fast neun Millionen Klicks erhält das Video, das inzwischen auch in der «BlickVR»-App zu sehen ist, auf Youtube und gehört zu den erfolgreichsten 360-Grad-Produktionen bisher. Youtube selber benutzte den Clip, um den eigenen VR-Kanal zu promoten und auch Mutterkonzern Google hat das Patrouille-Suisse-Videos bei verschiedenen Anlässen gezeigt.

360-Grad VR-Video: Im Düsenjet-Cockpit der Patrouille Suisse play
So sieht das Video in der Version für VR-Brillen wie das Cardboard aus - abrufbar in der App «BlickVR» für Android und iPhone.

Holen Sie sich die neue «BlickVR»-App

Mit der neuen Gratis-App «BlickVR» für iPhone und Android erleben Sie Videos, als wären Sie live dabei. Mit einer Virtual-Reality-Brille wird das Erlebnis noch intensiver. Die einfachste Variante ist ein so genanntes Cardboard, eine Kartonschachtel mit zwei Linsen.

Wir erklären Schritt für Schritt, wie's geht. 

  1. Laden Sie die App «BlickVR» für Android oder iPhone gratis herunter. Die Installation funktioniert ab iOS 8 und ab Android 4.1.
  2. Im Startbildschirm sehen Sie die neuesten 360-Grad-Videos. Über die Schaltfläche oben links rufen Sie das Menü auf.
  3. Sobald Sie ein Video gestartet haben, können Sie die Abspielart wählen. Das linke Symbol steht für die Cardboard, mit dem Handy-Symbol rechts können Sie das Video auch ganz ohne Brille anschauen. WLAN oder über Flatrate ist fürs Streaming empfehlenswert.
  4. Haben Sie Cardboard gewählt, startet das Video automatisch nach fünf Sekunden. Legen Sie das Handy mit dem Display zum Gesicht in die VR-Brille und halten Sie alles gut fest. Um sich umzuschauen, drehen Sie einfach den Kopf.
  5. Haben Sie Smartphone gewählt, können Sie das Video direkt auf dem Bildschirm anschauen. Mit dem Finger können Sie nach links, recht, oben oder unten streichen und sich so umschauen.
  6. Wer in besserer Qualität tiefer in die Videos abtauchen will, holt sich die App-Version für die Samsung-Brille Gear VR. Diese finden Sie direkt im Oculus-Store. Der Clou: Sie können die «BlickVR»-App direkt mit der Brille auf der Nase in einem dreidimensionalen Menü steuern.

 

Die ersten Panoramafotos hat Fotograf Dominik Baumann schon 2009 gemacht, dafür auch mehrere Male bei der «Los Angeles Times» in den USA Weiterbildungs-Aufenthalte absolviert. Seit 2013 sind bewegte Bilder in 360-Grad-Optik dazugekommen. «Die Technik war damals ganz neu und im Alltag auch einsetzbar«, erinnert sich Baumann.

Das Shooting selber ist nur die halbe Arbeit. Denn aus bis zu sechs parallel aufgenommenen Videos muss eine einzige 360-Grad-Aufnahme am Computer zusammengebaut werden. «Stitching» nennt man das. Je mehr Kameras zum Einsatz kommen, desto besser die Auflösung des fertigen Resultats, aber desto grösser ist auch der Aufwand. Etwa um Fehler an den Schnittkanten zu beheben oder Stative und Halterungen zu retouschieren. 

Wunschtraum 360-Grad-Video aus dem Weltraum

Insgesamt kann die Nachproduktion eines Fünf-Minuten-Videos bis zu einer Arbeitswoche dauern, etwa bei der Dampfschiff-Fahrt auf dem Vierwaldstättersees, bei der unterschiedliche Szenen an verschiedenen Orten gedreht wurden.

360-Grad VR-Video: Im Düsenjet-Cockpit der Patrouille Suisse play
Dominik Baumann mit einigen  der Profi-Kameras für 360-Grad-Videos.

Mit Interesse verfolgt Dominik Baumann die technische Entwicklung. Momentan boomen 360-Grad-Kameras für den Massenmarkt, welche die Aufnahmen von meist zwei Linsen ganz automatisch zu einem fertigen Video zusammenbauen. «Erste Kameras liefern auf für uns Profis eine brauchbare Qualität», sagt Baumann.

Zumindest wenn man die Aufnahmen auf dem Smartphone oder einer günstigen VR-Brille anschaut. So hat ein Arbeitskollege von Baumann einzelne Aufnahmen der Eiger-Besteigung mit einer Samsung Gear VR gedreht. Wenn man das Video in der «BlickVR«-App anschaut, erkennt man keine Unterschiede.

Und was wäre Dominik Baumanns Wunsch-Location für die Zukunft. «Ein 360-Grad-Video aus der internationale Raumstation wäre doch spannend», findet er. Auch wenn eine Reise ins Weltall nochmals ein ganz anderes Vorbereitungs-Level braucht als ein Flug im Kampfjet.

Publiziert am 28.09.2016 | Aktualisiert am 02.10.2016
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