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Nexus One: So bestellen Sie schon jetzt ein Google-Telefon

Offiziell wird das neue Wunder-Handy von Google in der Schweiz nicht verkauft. Doch man kann es auf anderen Kanälen aus den USA beschaffen. Wir haben es ausprobiert.

Von Lorenz Keller | Aktualisiert um 15:24 | 17.01.2010


Google hat uns alle gluschtig gemacht. Doch wie lange man in der Schweiz noch auf das Nexus One warten muss. Niemand weiss es. Vielleicht ein paar Monate, vielleicht ein halbes Jahr. In Genuss des neuen Android-Handys kommen erst die Amerikaner, die Engländer sowie Hongkong und Singapur.

Einfach auf einer Ferienreise kaufen? Geht nicht so einfach. Denn das Nexus One gibts nicht im Laden, sondern nur im Internet. Und bestellen kann man nur von einem Computer aus den entsprechenden Ländern – und nur mit Versandadresse in den USA oder in England.

Natürlich hat die Internet-Community schnell herausgefunden, wie man diese Sperren umgeht. Mit kleinen Progrämmchen spielt man dem Google-Shop vor, dass der eigene Rechner in den USA oder in England steht. Und lässt sich das Gerät an eine virtuelle Postfachadresse liefern, die man ganz günstig via Internet erwerben kann (z.B. www.myus.com). In diesem Service inklusive ist die Weiterleitung aller Post, also auch des Google-Telefons.

Problem für Schweizer: Englische Anbieter versenden nur in den EU-Raum, US-Anbieter sind etwas teurer. Zudem könnte es sein, dass Google bald den Trick verhindert und gewisse Adressen einfach sperrt. Auch technisch ist das Ganze nichts für Anfänger. Wers trotzdem mit einem US-Anbieter versuchen will: hier gibts eine ausführliche Anleitung.

Viele User gehen auch über die bekannten Auktionsplattformen wie Ebay. Allerdings sind die Preise hoch (ca. 800 bis 900 Fr. pro Gerät ohne Versand) und wie seriös die jeweiligen Verkäufer sind, ist schwierig zu sagen. Jedenfalls werden haufenweise Geräte angeboten, die gar noch nicht im Besitz der Verkäufer sind. Achtung: Niemals ohne Sicherheiten eine Zahlung leisten, sonst sind schnell ein paar hundert Franken futsch.

So haben wir bestellt


Wir haben einen dritten Weg gewählt: Den Shoppingdienst Dollarpig.de, der von zwei in den USA lebenden Deutschen geführt wird (siehe Kasten). Obwohl sie eine Provision verlangen, sind sie nicht sehr viel teurer als über die anderen Kanäle. Vor allem nicht, wenn man ein Paypal-Konto hat. Denn so kann man statt einer Überweisung auf ein Eurokonto in Deutschland die Zahlung in Dollar über den Internet-Zahlungsdienst besorgen und profitiert zusätzlich von den günstigen Kursen.

Ganz billig ist der Vergnügen trotzdem nicht: 580 Dollar ist der Grundpreis des Geräts, der Versand je nach Geschwindigkeit zwischen 40 und 80 Dollar plus die Provision für Dollarpig von rund 50 Dollar. Für unsere Express-Bestellung kommen so 750 Franken zusammen. Plus die Zollgebühren und Mehrwertsteuer, die man bei der Lieferung des Kurierdienstes bezahlen muss. So kommt das Nexus One auf rund 800 Franken zu stehen. Wie teuer das Telefon dereinst in der Schweiz sein wird, kann man nur schätzen: 600 bis 700 Franken dürfen es auch sein.

Der Service hat übrigens tadellos geklappt. Anfrage in ein Formular auf der Webseite www.dollarpig.de schreiben. Dann bekommt man eine detaillierte Offerte. Wer zuschlägt, muss via Paypal oder auf ein Konto in Deutschland eine Vorauszahlung leisten. Rund eine Woche nach Bestellung liegt das Google Nexus One nun auf der Redaktion. Ein detaillierter Testbericht folgt in den nächsten Tagen!
Die Profi-Shopper Katja (31) und David White (30) von Dollarpig.de.
Die Profi-Shopper Katja (31) und David White (30) von Dollarpig.de.

Die Profi-Shopper aus den USA

Als Katja (31) und David White (30) 2007 von Deutschland in die USA nach Seattle auswanderten, merkten sie schnell, wie gross das Interesse von Freunden und Verwandten an amerikanischen Produkten ist. Dauernd mussten sie Einkäufe nach Europa verschicken. Warum das Fremdshopping nicht gleich in ein Geschäftsmodell verwandeln, fragten die beiden und gründeten www.dollarpig.de.Die Whites bieten einen Einkaufsservice für alles, was sie beschaffen können. Und sie verschicken die Produkte per Kurierdienst nach Europa. Verzollung, Mehrwertsteuer etc. -alles wird geregelt.Gefragt sind einerseits Markenkleider, da diese in den USA sehr günstig sind – da lohnt sich der Versand. Aber auch alles, was man hier schlicht und einfach gar nicht bekommt. «Das können auch mal 2 Meter grosse Frosty-Schnemänner sein oder ein 500 kg schwerer Whirlpool», erzählt David White.Die grösste Herausforderung für Dollarpig ist übrigens weder die Ware zu beschaffen, noch Versand und Zoll, sondern das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Denn das braucht es, wenn man hunderte Franken im Voraus überweisen muss. Inzwischen hat sich der Service aber schon so gut herumgesprochen, dass sechs Leute für die Firma arbeiten. Und Produkte wie das Google-Phone, die zuerst in den USA lanciert werden, sind ideal für Dollarpig. «Wir haben sehr viele Anfragen nach dem Nexus One. Und die Geräte sind nicht so einfach zu beschaffen, da man sie nicht einfach im Laden kaufen kann», sagt White. Bisher aber müssen sie noch niemanden abweisen.

Eines der ersten Google-Telefone in der Schweiz: Direkt nach dem Auspacken auf der BLICK-Redaktion.
BLICK-Technik-Experte Peter Wolf testet das Google Nexus One.
So schick präsentiert sich Google Maps auf dem Google Nexus One.
Die Blick-Webseite im Hochformat auf dem Google Nexus One
Das sagen Blick.ch-Leser
Melanie Reichert, Zürich - 13:17 | 15.01.2010
» haha, guter trick, aber wohl doch etwas aufwändig. ich bin mit meinem red bull mobile smartphone schon gut versorgt, muss mir also die mühe nicht machen. neugierig bin ich trotzdem auf das ding.
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