Series 2 im Test Apple Watch wird den Schweizern noch gefährlicher

Auf den ersten Blick bietet die Apple Watch nur wenig Neues. Doch das täuscht. Die verbesserte Smartwatch dürfte unserer Uhrenindustrie noch mehr zu schaffen machen.

Apple Watch 2: Smartwatch-Druck auf die Schweizer Uhrenindustrie play
Die Apple Watch hat sich zum stylischen Mode-Accessoires gemausert. Uhrenfans haben aber am etwas klobigen und eckigen Gehäuse immer noch keine Freude.

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Ist die Apple Watch nun ein Erfolg oder nicht? Die Experten sind sich nicht einig. Und auch beim Hersteller selber ist man sich nicht so sicher - so jedenfalls der Eindruck von aussen. Apple-Chef Tim Cook etwa räumt der verbesserten Smartwatch an der Präsentation des neuen iPhone 7 viel Platz ein. Genaue Verkaufszahlen nennt er aber weiterhin nicht.

Umgekehrt konnte er verkünden, dass Apple in nur knapp zwei Jahren hinter Rolex zur zweitgrössten Uhrenmarke der Welt geworden ist. Und das ist wohl die realistische Betrachtungsweise: Die Apple Watch wird nie eine so gewichtige Rolle spielen wie das iPhone - in der Uhrenbranche ist sie aber tatsächlich eine Revolution.

Apple Watch 2: Smartwatch-Druck auf die Schweizer Uhrenindustrie play
Platz 2 der Uhrenhersteller: Apple-Boss Tim Cook hat gut lachen.

Und mit der «Series 2» genannten Neuauflage dürfte sich dieser Einfluss noch verstärken - auch wenn sich scheinbar nicht viel geändert hat. So war jedenfalls der Eindruck nach der Keynote vor knapp drei Wochen. Doch der hat gewaltig getäuscht, wie der Test im Alltag gezeigt hat.

Die Apple Watch ist ein Meister der Verwandlung

Klar, Abmessungen und Design sind noch genau gleich wie vor zwei Jahren. Allerdings setzt Apple inzwischen geschickt auf die Karte Lifestyle. Denn mit einfachen Mitteln verwandeln die Amerikaner eine Smartwatch in ganz unterschiedliche Uhren. Die Alu-Version mit Nike-Sportarmband wirkt ganz anders als ein rosa Edelstahlgehäuse mit Metallarmband.

Ganz zu schweigen von den luxuriösen Variante mit Hermès-Armband oder weissem Keramikgehäuse. Dutzende, immer wieder in neuen Varianten aufgelegte Armbänder sind verfügbar, die man schnell und unkompliziert wechseln kann. So verpasst man seiner Uhr auch immer wieder einen neuen Look.

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Eine Uhr, ganz unterschiedliche Optik. Diese Design-Variationen beherrscht Apple perfekt.

Daneben hat Apple die Uhr in entscheidenden Punkten verbessert: Der Prozessor ist spürbar schneller geworden. Die Watch ist nun bis 50 Meter wasserdicht und hat jetzt ein integriertes GPS. Das ist vor allem für alle jene entscheidend, die viel Sport und Fitness machen und die Apple Watch dafür nutzen wollen. So kann man die Uhr im Hallenbad anbehalten und muss beim Joggen kein Handy mehr mitschleppen, wenn man die Strecke aufzeichnen will.

Weg vom Fokus auf die Welt der Apps

Das doppelt so helle Display hingegen mag in Extremsituationen bei voller Sonneneinstrahlung hilfreich sein, man hat aber auch vorher schon gut alles ablesen können. Viel wichtiger sind die Änderungen im Betriebssystem. Eigentlich hat Apple da ziemlich alles über den Haufen geworfen. 

Und das ist gut so, denn die meisten Nutzer werden auf ihrer Smartwatch nicht 20 Apps täglich nutzen, sondern vielleicht fünf oder sechs wichtige Funktionen. Zum Beispiel die Steuerung des Musikplayers, Benachrichtigungen, die Zeitanzeige, den Kalender und die Fitness-Funktionen. Anders als beim iPhone spielt die App-Welt auf der Uhr keine so grosse Rolle - das hat auch Apple erst lernen müssen.

Bis zu 10 Lieblings-Anwendungen kann man neu mit WatchOS 3, das es auch für ältere Uhren gibt, ganz einfach mit einem Klick auf den unteren Knopf aufrufen. Und auch die Watch-Faces lassen sich mit einem Seitenwisch viel schneller ändern. Eine sehr sinnvolle Beschleunigung der Abläufe, die die Bedienung schlanker macht. Und die dem Durchschnittsnutzer wohl viel eher entspricht.

Der Akku der Apple Watch hält leider nicht wirklich länger

Was man sich ebenfalls gewünscht hätte, ist eine deutlich längere Akkulaufzeit. Doch damit kann Apple nicht dienen. Einmal pro 24 Stunden laden, das wird auch weiterhin Alltag sein. Ausser man liest wirklich nur die Zeit ab.

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Neu kann man ganz schnell die Lieblings-Apps aufrufen.

Die kaum veränderte Optik mag manchen Fan enttäuschen, hat aber auch den Vorteil, dass die «alten» Uhren noch nicht alt aussehen. Und dass man auch die erste Generation zu günstigen Preisen weiterverkaufen kann. So gibts die Apple Watch Series 2 weiterhin ab 419 Franken. Die Series 1 mit Alugehäuse wird aber ebenfalls noch verkauft, zu Preisen ab 299 Franken.

Ein spannendes Angebot, weil man zwar auf GPS und die hohe Wasserdichtigkeit verzichten muss. Weil aber Apple die Einsteigerversion mit einem schnelleren Prozessor ausrüstet, ist die Uhr eine spannende Alternative. Sie läuft so richtig schnell und ist ja ebenfalls wasserfest - was im Alltag eigentlich gut reicht.

Unser Fazit: Mit dem Fokus auf die Uhr als Lifestyle-Objekt und den verbesserten Sport- und Fitness-Funktionen ist die Apple Watch ein noch härterer Konkurrent für die traditionelle Uhrenindustrie. Wegen der Preisspielereien dürften nun auch günstigere Uhrenmarken unter Druck kommen.

So gut ist das wasserfeste iPhone 7 wirklich 

Publiziert am 26.09.2016 | Aktualisiert am 31.10.2016
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15 Kommentare
  • Staudenmann  Stefan aus Oberbütschel
    26.09.2016
    Ich als Technik Freek bin begeistert von solchen Uhren. Ist natürlich schon anders, mitzureden wenn man die Vorteile dieser Uhren sieht und schätzt. Geht ja nicht unbedingt ums Design, doch eher um die Technik. Aber dass es Leute gibt die zichtausend für eine Uhr bezahlen die nur die Zeit und Datum Anzeigt und gut "aussieht", kann ich auch nicht verstehen.
  • Nino  dos Santos aus Barcelona
    26.09.2016
    Was soll ich denn mit diesem Spielzeugs? Erinnert mich an die Geschenkührli zur Schokolade! Wenn ich meine Uhr nach 24h laden muss, vergess ich das!
    Alles was ich brauche ist auf meinem Smartphone! Alles!
    • Rochas  Esteban aus Bern
      26.09.2016
      Schlafen Sie nie? Fragen Sie mal Besitzer einer Smartwatch. Vor dem Einschlafen an den Lader auf dem Nachttisch (dauert eine Sekunde). Klick, fertig. Am Morgen wieder voll geladene Uhr anziehen.
      Dafür habe ich den ganzen Tag einen intelligenten Begleiter und Assistenten. Auch muss ich das Telefon nicht mehr aus der Tasche ziehen. Die Schweizer Uhrenindustrie wird unter die Räder kommen, Apple, Samsung und Co. werden nun jährlich bessere Modelle liefern.
  • Nino  dos Santos aus Barcelona
    26.09.2016
    Ich hab eine DigiWatch, aber zum Glück nicht von Apple,
    wenn eine Uhr nach 24h stehen bleibt, was nützt sie dann?
    Sie liegt in de Schublade!
  • Jens  Goldmann 26.09.2016
    Schaut euch doch mal diese Uhr an, das ist doch kein Vergleich mit einer edlen Schweizer Uhr, Das ist reiner Asienimport billigster Art, unter dem Deckmantel Amerikas. Realer Wert Fr. 5.00 Was bitte soll an diesem Teil schön oder Estetisch sein. Wenn ich eine Plastikuhr will kaufe ich mir eine Swatch. Eine Uhr sagt ja was es sein soll, nämlich ein Zeitmessgerät. Alles andere brauche ich nicht auf der Strasse, es gibt genügend Leute die nur noch die Elektronik achten im Strassenverkehr.
  • Karin  Bauer , via Facebook 26.09.2016
    Also ich habe sehr viel Freude an der Apple Watch. Sie kann mir nicht nur Uhrzeit anzeigen. Ich kann sie jederzeit verwandeln. Sie hat viele verschiedene Zifferblätter. Sie unterstützt mich mit der Fitness. Ausserdem erinnert sie mich an Termine und noch sehr vieles mehr. Das aufladen ist kein Ding, man klickt es schnell an den Magneten neben dem Bett, dann dient sie Nachts als Wecker, am Morgen wieder anziehen.