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Wir legen in ein paar Wochen los», verspricht Daniel Graf. Dann soll sein Kyte.tv online gehen. Bilder, die mit dem Handy gemacht werden, können live ins Internet und auf andere Mobilfunk-Telefone übertragen werden.
Der 32-jährige Schweizer, der mit seinem Start-up in San Francisco arbeitet, ist der neue Star des Internets. Kyte.tv gilt bereits als eine Art Youtube fürs Handy.
Die Investoren rennen ihm die Bude ein. 2,25 Millionen Dollar (2,7 Millionen Franken) hat Graf bis heute ins Projekt gesteckt. Nun will er das Geschäft rasch zum Fliegen bringen. An Partnern fehlt es nicht.
Wen das tägliche TV-Programm langweilt, kann schon bald selbst die Regie übernehmen. Denn mit Kyte.tv wird jedermann zum Fernsehproduzenten: «Foto-Handy hochheben, Knopf drücken und schon habe ich eine TV-Show prodziert», sagt Daniel Graf.
Graf ist Gründer und CEO von Decentral.tv, die Kyte.tv entwickelt hat. Die Handy-Aufnahmen sollen sich in Echtzeit im Intenet übertragen lassen.
Der Jungunternehmer, der in San Franciso wirkt, will damit nichts Geringeres als die Online-Welt revolutionieren. «Wir brauchen keinen Übertragungswagen und kein Kamerateam.»
Kein Wunder wird sein jüngstes Projekt weltweit mit grosser Aufmerksamkeit verfolgt. Daniel Graf ist zwar erst 32 Jahre alt, hat sich aber schon in der Vergangenheit einen Namen gemacht.
Als Gewinner eines ABB-Stipendiums für ein Masterstudium in den USA gelang dem Ingenieur 1998 der Sprung vom St. Galler Rheintal ins Silicon Valley.
Zusammen mit Informatikgenie Erik Abair entwickelte Graf die weltweit erste MP3-Jukebox und stand auch massgeblich hinter dem drahtlosen Musik-Center Streamium-Line von Philips.
2005 machte er sich mit Decentral.tv selbstständig. «Mich fasziniert, Technologie
einfach an die Leute zu bringen. Sie darf nicht im Weg stehen, sondern ist Mittel zum Ziel», sagt Graf zu CASH daily.
Sein Mut zum Risiko überzeugt die grossen Firmen im Silicon Valley: Die Investoren, die Kyte.tv finanzieren, haben früher bereits auf Firmen wie Google und Hotmail angestossen.
Auch Skype-Gründer Niklas Zennström ist mit von der Partie. Schon in einigen Wochen wird Kyte.tv im Web aufgeschaltet. Schweizer Partner ist Swisscom.
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Die Idee hinter Kyte.tv: Jeder wird zum Regisseur für sein Handy-Fernsehen (Symbolbild). (AP)