Schweizer App FlightZoomer Cockpitsimulator mit echtem Fluggefühl

Mit seiner FlightZoomer-App steuert der Aargauer Martin Rüedi eine Drohne wie eine Boeing 787. Ein Spass mit ernsthaften Hintergedanken.

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«Swissair 124, this is approach control» tönt es aus dem Smartphone. Danach die Anweisung, nach links zu drehen und die Höhe auf 470 Meter über Meer zu reduzieren. Martin Rüedi (43) gibt die Anweisungen im Cockpit ein und startet die Landung mit dem Instrumenten-Landesystem ILS.

Doch der Pilot sitzt nicht in einer echten Boeing 787 Dreamliner, sondern steht auf einem Feld im Aargau. Und in der Luft fliegt kein Flugzeug, sondern ein Quadcopter. Die Abläufe, die Bedienung und sogar das Layout der Instrumente ist jedoch der echten 787 nachempfunden.

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Programmiert hat die FlightZoomer-Apps der Schweizer Softwareentwickler Martin Rüedi. Seit 2013 arbeitet er als Hobby an diesem Projekt. «Ursprünglich wollte ich einfach beim Fliegen mit der Drohne mehr Rückmeldung haben, etwa die Höhe oder die Geschwindigkeit», erzählt er.

Die neuste Version, die seit kurzem öffentlich und gratis auf flightzoomer.com verfügbar ist, kann noch viel mehr. Der Hobbypilot kann zu Hause Flugpläne oder Landezonen fürs reale Gelände festlegen. Diese Navigationsdatenbank steht dann beim Fliegen zur Verfügung und kann mit einem Autopiloten kombiniert werden. Und das alles funktioniert wie in einem echten Cockpit - einfach auf dem Smartphone.

FlightZoomer: Flugsimulator mit echtem Flugobjekt

Martin Rüedi demonstiert FlightZoomer: Sein selber gebauter Multicopter fliegt im Autopiloten zuerst eine festgelegte Route ab und landet dann mit ILS auf einem virtuellen Flughafen. Ein ziemlich cooler Flugsimulator, weil eben nicht nur simuliert wird, sondern wirklich ein Flugobjekt unterwegs ist.

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FlightZoomer läuft bislang erst unter Windows. Ein Windows-Phone wird zur Steuerung am Boden genutzt, ein zweites ist an Bord der Drohne und misst mit GPS und Sensoren alle wichtigen Daten. Auch ist das System längst nicht mit allen Drohnen kompatibel. Trotzdem ist FlightZoomer mehr als ein spassiges Spielzeug für Enthusiasten.

Denn Martin Rüedi ist überzeugt: «Der Drohnen-Boom wird weitergehen - und weitere Diskussionen über Sicherheit und gesetzliche Regeln auslösen.» Vor allem da auch kommerzielle Anbieter an der Technik interessiert sind. Amazon etwa will mit Drohnen Waren ausliefern. Und auch im Bereich Notfallmedizin, Landwirtschaft oder Rettungseinsätze gibt es vielversprechende Projekte.

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«Warum sollte man diese Copter nicht nach ähnlichen Standards wie Flugzeuge betreiben?», fragt sich Rüedi. Seine App ist ein erster Schritt dazu. Flugpläne, Autopilot, standartisierte Landeanflüge und Abläufe - so könnte man Drohnen auch von einer zentralen Leitstelle aus steuern und überwachen.

Warnung vor Zusammenstoss zwischen Drohne und Flieger

«Mein System liesse sich auch leicht mit den Echtzeitdaten der Flugsicherung kombinieren, so dass der Drohnenpilot gewarnt würde, wenn er einem echten Jet zu nahe kommt», sagt Rüedi.

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Zuerst einmal stehen aber andere Verbesserungen auf der Liste. So hat FlightZoomer bereits einen Simulationsmodus bekommen, damit man Flüge und Routinen wie echte Piloten vorher üben kann. Damit lässt sich die App auch ganz ohne Drohne ausprobieren. Vielleicht weckt FlightZoomer ja auch das Interesse kommerzieller Anbieter. Rüedi: «Erste Kontakte konnte ich bereits knüpfen.»

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So geht die Welt in die Luft

Publiziert am 16.08.2016 | Aktualisiert am 07.09.2016
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