Reise in die Zukunft So verändert die Technik den Tourismus

Der Tourismus verändert sich durch die vernetzte Welt auch in der Schweiz radikal, sagt der Basler Futurist Gerd Leonhard.

Offline Reisen ist in der Zukunft die Erholung vom ­digitalen Leben. play

Offline Reisen ist in der Zukunft die Erholung vom ­digitalen Leben.

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Bedeutet Ferien in ein paar Jahren, dass man  zu Hause die digitale Brille aufsetzt und in virtuelle Welten abtaucht? «Nein», be­ruhigt der ­Futurist Gerd ­Leonhard (54) aus Basel. «Im Überfluss der digitalen Gesellschaft zählt das persönliche Erlebnis doppelt.»

Doch was der technische Fortschritt verändern wird, ist die Vermarktung von Ferien. «Der Tourismus der Zukunft ist hypervernetzt, mobil und sozial.» Bei der Planung der Reise helfen smarte Apps und digitale Assistenten. «Da hat die Schweiz noch grossen Aufholbedarf», meint der Futurist. Noch zu viele Hotel-Webseiten seien nicht mal für Smartphones optimiert. Auf Social Networking, also das aktive Bearbeiten von Facebook, Twitter und Co., verzichten viele Tourismus-Anbieter ganz.

Die technischen Möglichkeiten zur Vermarktung zu nutzen, reicht aber nicht. Denn in der Zukunft hat der Tourismus ein Problem: Austauschbare Angebote wie ein Museumsbesuch werden simuliert und mit 3D-Brillen nur noch virtuell unternommen.

Wer echte Touristen anlocken will, muss echte und einmalige Erlebnisse anbieten. Das neue Schlagwort der digitalen Übersättigung heisst: «JOMO» (The Joy of Missing Out). Nicht mehr alles tun, was andere auch machen, sich den Offline-Luxus leisten oder die unvernetzte Natur geniessen. «Das ist eine riesige Chance für den Tourismus, speziell in der von der Eurokrise gebeutelten Schweiz», glaubt Leonhard.

Unsere Bergwelt ist ideal, um temporär auszusteigen. Allerdings müsse dies als «besondere Erfahrung» verkauft werden. Das muss nicht immer bierernst sein: «Warum nicht ein Slogan à la ‹Willkommen in der Langeweile›», schlägt er vor.

Publiziert am 07.04.2015 | Aktualisiert am 08.04.2015
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Futurist Gerd Leonhard ist laut «Wall Street Journal» einer der führenden Medienfuturisten. play

Futurist Gerd Leonhard ist laut «Wall Street Journal» einer der führenden

Medienfuturisten.

1 Kommentare
  • Christian  Joss aus Zürich
    08.04.2015
    Der Typ hat Recht! Es ist allerdings zu befürchten dass ausgerechnet jene Entscheidungsträger auf die es ankommt, für solche klugen Hinweise taube Ohren haben. In der Schweiz, ticken die Uhren längst nicht mehr so wie sie sollten. Erst wenn der Tourismus ganz am Boden liegt, wird gehandelt werden, stimmts?