Liken Sie Blick auf Facebook

Quentiq-App: Fitness mit Mass

Ab jetzt ist Quentiq online. Die Schweizer Masseinheit für Fitness und Gesundheit.

  • Publiziert: , Aktualisiert:
Erleben Sie unvergessliche Langlauf-Plauschtage. play Bewegen gibt Punkte: Langlauf-Plausch, hier in Davos. (ZVG)

Gewicht, Grösse, BMI. Alles kann man in Zahlen messen. Nur Fitness nicht. Dies soll sich ab heute ändern. Die Quentiq-App misst den persönlichen Fitnesslevel auf einer Skala von 0 bis 1000. Doch halt: «Quentiq ist keine App», sagt Gründer Peter Ohnemus. «Wir sind eine Health Score Plattform. Die App ist nur ein kleiner Teil, der Sport-Tracker. Später kommen Stress-, Sleep- und Food-Tracker!»

Der begeisterte Tennisspieler und Skifahrer Ohnemus ist sich sicher, dass Quentiq das nächste grosse Ding wird. Der Mann hat Erfahrung. Im Jahr 2000 scheiterte er mit der Softwarefirma Fantastic, dann kam der Erfolg mit dem Nachhaltigkeits-Analyst Asset4. Nun also Quentiq.

«Das System ist wissenschaftlich geprüft», sagt Ohnemus. «Wir arbeiten mit Forschern des Massachusetts Institute of Technology und des Unispitals Zürich zusammen.» Für seine Berechnungen vergleicht Quentiq Messdaten mit rund 70 Millionen Mannjahren klinisch ermittelter Vergleichsdaten.

Für den User funktioniert das System theoretisch einfach. Neben Basisdaten werden auch Blutwerte eingegeben. Nachher werden sportliche Tätigkeiten per Handy-App erfasst. Je mehr Bewegung, desto mehr Punkte. Das ist easy bei langen Wanderungen – doch jede Velofahrt ins Büro per Handy zu bestätigen, ist in der Praxis umständlich.

Ohnemus’ unbescheidenes Ziel ist es, die Schweizer zu mehr Bewegung anzutreiben, ihren Punkte-Score in die Höhe zu treiben – und so die Gesundheitskosten zu senken.
Trotz App: Den inneren Schweinehund muss jeder selbst überwinden.

Das kostet Quentiq

Nach dem Download können Sie Quentiq 30 Tage lang gratis nutzen. Danach gibts folgende Modelle:

  • Kinder: Bis und mit zwölftem Altersjahr ist die Nutzung kostenlos.
  • Jugendliche: Zwischen 13 und 19 Jahren 3 Franken/Monat
  • Erwachsene: Ab 20 Jahren kostets 10 Franken pro Monat. Bei einem Jahresabo gibts 20 Prozent Rabatt.

Quentiq gibts für iPhone (später auch für Blackberry und Android).

«Die Idee kam mir auf einer Skitour»

Herr Ohnemus, Ihre App misst die Gesundheit in Punkten – wo liegen Sie?
Bei 619. Wobei Null «tot» bedeutet – und 1000 «Superman».

Komisch, ich habe mich eben registriert und habe 647 Punkte – ohne mich einmal bewegt zu haben ...
Das ist am Anfang. Wenn Sie sich nicht bewegen, wird der Score langsam aber sicher runtergehen.

Bei Quentiq muss man nicht nur Gewicht und Grösse, sondern auch den Blutwert erfassen. Das ist sehr aufwendig.
Früher ja. Aber heutzutage können Sie das für 50 Franken in jeder Apotheke rasch erledigen lassen.

Glauben Sie wirklich, dass Leute sich dank Ihrer Handy-App mehr bewegen?
Ja. Wir setzen auf den Spieltrieb. Man kann Freunde mit Aktivitäten herausfordern – oder gar Ligen gründen. Dass solche Motivationssysteme funktionieren, zeigen ja auch die Anonymen Alkoholiker oder Weight Watchers.

Wo kam Ihnen die Idee zum App?
Auf einer Skitour. Ich realisierte, dass man heutzutage alles messen kann – ausser die Gesundheit. Da entwickelte ich ein Modell, die Gesundheit in Echtzeit erfassen zu können.

Im Internet regiert die Gratiskultur. Wer zahlt für Quentiq 90 Franken im Jahr?
Viele Leute. Schliesslich kann man so seine Gesundheitskosten senken. Wenn Sie eine Sportuhr von Polar oder Garmin kaufen, zahlen Sie auch 300 Franken. Die App ist günstiger.

Prinzip Hoffnung?
Nein, wir haben Partnerschaften. In Deutschland etwa die Telekom. Hier werden Krankenkassen oder die Firmen Quentiq gratis abgeben – für gesunde Kunden und Mitarbeiter. (bö)