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Nokia bleibt eine Marke für die breite Masse – mit einem riesigen Angebot von ganz unterschiedlichen Handys. Was 2010 neu sein wird: dass auch günstige Geräte ab rund 200 Franken plötzlich mit Smartphone-Funktionen ausgestattet sein werden.
Aber auch am oberen Ende des Mobiltelefon-Marktes will Nokia wieder zuschlagen – und das Segment sogar sprengen. Neues Spitzengerät für Handy-Freaks wird das N900, das Ende Dezember für 898 Franken (ohne Abo) erhältlich sein wird. Es basiert auf dem Linux-Betriebssystem Maemo.
Vorteil: Die Anwendungen und Programme laufen extrem schnell – auch wenn ein Dutzend von ihnen gleichzeitig offen ist. Das Versprechen kann Nokia durchaus erfüllen, wie ein kurzer Test zeigt. Die individuell einstellbare Benutzeroberfläche des schönen 3,5-Zoll-Touchscreens gleiten ruckelfrei hin und her. Die Finger-Bedienung ist angenehm und schnell.
Die Power des Gerätes zeigt sich etwa bei der Videowiedergabe. Auch bei längeren Filmen spult man locker und ohne Verzögerung eine Stunde vorwärts. Und auf dieser Bildschirmgrösse sehen die Videos natürlich auch richtig gut aus. Dazu kommt eine umfassende Ausstattung, etwa mit einer 5-Megapixel-Kamera mit Geo-Tagging, zwei Blitzen, Videofunktion und Schiebeabdeckung fürs Objektiv.
Das alles können auch einige Spitzenmodelle der Konkurrenz – auch wenn die Rechenkraft mit bis zu 1 GB Arbeitsspeicher beeindruckend ist. Nokia profitiert aber noch stärker von der Linux-Plattform. So kann man parallel zu den aus dem Ovi-Store bekannten Anwendungen auch noch spezielle Linux-Maemo-Programme herunterladen. Die Plattform steht Programmierern aus der ganzen Welt offen.
Einziger Kritikpunkt am N900: Die herausschiebbare Tastatur – eigentlich eine tolle Ergänzung zum Touchscreen – ist etwas klein geraten. Vor allem die oberste Tastenreihe ist zu dicht am Gehäuserand, was den Tippkomfort deutlich einschränkt.
Das N900 ist schon ein halber Computer, das Booklet 3G ein ganzer. Das Mini-Notebook ist Nokias erster Schritt in eine neue Welt. Und die Finnen haben sich gleich Grosses vorgenommen, denn das Gerät gehört in den High-End-Bereich. Für 1298 Franken dürfte es Ende des ersten Quartals auch in der Schweiz erhältlich sein. Ein edles Aluminiumgehäuse, ein 10,1-Zoll grosser Bildschirm und 1,25 kg leicht – das Gerät ist wie geschaffen für das Arbeiten unterwegs.
Hier spielt Nokia auch die grössten Trümpfe aus: Bis 12 Stunden Akkuleistung, eingebautes GPS, eingebaute Schnittstelle für 3G-Mobiltelefonie, so dass man nur noch die SIM-Karte einstecken muss und ein Nokia-Software-Paket, das sich automatisch mit dem eigenen (Nokia-)Telefon synchronisiert. In der mobilen Kommunikation ist das Booklet 3G Spitze – und hier wird es auch die Käufer finden.
Wer allerdings vor allem über WLAN ins Internet und Dokumente bearbeiten will, der zahlt viel Geld für relativ wenig Rechenpower. Denn den Intel-Atom-Prozessor mit 1 GB Arbeitsspeicher gibts auch in den viel günstigeren Netbooks – halt ohne Mobilkommunkation total und schicke Verpackung. Darum dürfte das Booklet 3G vorerst ein Nischenprodukt bleiben.