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Google springt auf den Trend der boomenden Internet-Kurzmitteilungen auf und will Ordnung in die Informationsflut bringen. Heute um 19 Uhr Schweizer Zeit hat Google seinen neuen Dienst «Google Buzz» vorgestellt. Eine wichtige Angelegenheit für die Firma, denn sogar Google-Gründer Sergey Brin war bei der Präsentation dabei. Buzz soll nicht nur die Nachrichten von Bekannten eines Nutzers verfolgen, sondern sie auch nach Relevanz auswählen.
Buzz ist mobil
Auf mobilen Geräten mit GPS-Ortung – wie Handys mit Googles Betriebssystem Android – würde zum Beispiel der Aufenthaltsort berücksichtigt, erklärten Google-Manager bei der Vorstellung des Projekts heute in San Francisco.
Google Buzz baut auf die Mail-Dienste Gmail und Googlemail des führenden Suchmaschinen-Betreibers auf. Es ist ein direkter Vorstoss ins Geschäft des populären Kurzmitteilungs-Dienstes Twitter und des weltgrössten Online-Netzwerks Facebook.
Die schnellen Kurznachrichten sind ein Trend, der die Kommunikation im Internet immer stärker prägt. So wurde der stete Strom der «Updates» immer wichtiger für die inzwischen rund 400 Millionen Facebook-Nutzer, die so über das Leben ihrer Online-Freunde auf dem Laufenden bleiben.
Twitter wuchs 2009 schnell und hat nach neuesten Schätzungen zwischen 25 und 30 Millionen Nutzer – die Zahlen gehen jedoch zum Teil weit auseinander. Googles Mail-Angebote besuchen laut dem Marktforscher Comscore pro Monat 176 Millionen Nutzer.
Noch nicht jeder kann buzzen
Buzz wurde heute freigeschaltet. Momentan kann aber erst ein Teil der Gmail-User den Dienst nutzen. Bis alle User aufgeschaltet sind, wird es laut Google einige Tage dauern.
Buzz läuft auch auf den meisten modernen Smartphones wie iPhone oder Android – aber nicht überall stehen gleich viele Funktionen zu Verfügung. So ist der neue Buzz-Layer in der Google-Maps-Applikation dem Google-Handybetriebssystem Android vorbehalten. Hier kann man auf Knopfdruck erfahren, was Leute an einem bestimmten Ort gerade buzzen. Beispelsweise im Stade de Suisse in Bern an einem Fussballmatch, an einer Konferenz im Kongresszentrum – oder einfach auf Ihrem Dorfplatz.
Und? Wird Buzz den Durchbruch schaffen? Eine Prognose ist schwierig. So erfolgreich Google im Internet bei der Suche ist, so schwierig ist es für den Suchriesen bei Social-Diensten Fuss zu fassen. Ob Orkut, Jaiku oder Dodgeball. Alle Versuche sind in den letzten Jahren gescheitert. Nur schon aus Prestige-Gründen muss es jetzt bei Buzz endlich klappen. (SDA/bö/gca)