Nach FBI-Hack Wie sicher ist eigentlich mein iPhone?

Das FBI hat das Terroristen-iPhone ohne Hilfe von Apple knacken können. Trotzdem ist die Affäre noch nicht ausgestanden. Ein Experte sagt: «Nutzer müssen sich genau überlegen, welche Daten sie ihrem Gerät anvertrauen.»

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Plötzlich ging alles sehr schnell. Die US-Justiz hat das iPhone des San-Bernardino-Attentäters Sayed Farook selber geknackt und zieht darum die Klagen gegen Apple zurück. Der Hersteller wiederum zeigt sich erleichtert. Die Forderungen des FBI hätten nie aufgestellt werden dürfen.

«Die Daten von Usern sind uns wichtig»: Apple-Chef Tim Cook bei der iPhone-SE-Präsentation letzte Woche. play
«Die Daten von Usern sind uns wichtig»: Apple-Chef Tim Cook bei der iPhone-SE-Präsentation letzte Woche.

Wie hat das FBI das iPhone gehackt? Kennt Apple die Methode? Könnte sie auch auf andere Telefone angewendet werden? Diese Fragen sind noch offen - und werden es eventuell auch bleiben. Die überraschende Wende im Fall «FBI vs. Apple» macht aber den Nutzern auf der ganzen Welt zwei Dinge schmerzlich bewusst: Absolut sicher ist nicht einmal ein System, das vom FBI vorerst als «unknackbar» eingestuft wurde. Und die Diskussion um Privatsphäre und Datenschutz steht erst am Anfang. 

Apple muss jetzt nachbessern

«Es ist nicht erstaunlich, dass jedes System eine Lücke hat. Und dass man diese Lücke bei entsprechend hohem Aufwand auch findet», sagt Hannes Lubich, Professor für Informatik am Institut für Mobile und Verteilte Systeme der Hochschule für Technik an der Fachhochschule Nordwestschweiz. 

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Informatik-Professor Hannes Lubich verzichtet aus Sicherheitsgründen auf ein Smartphone. 

Der IT-Experte geht davon aus, dass Apple seine Sicherheits-Features nachbessern wird. «Die Lücke wird nicht für immer geheim bleiben.» Ohne Gegenmassnahmen würde das Risiko für die iPhone-Nutzer unakzeptabel hoch. Absolute Sicherheit sei aber eine Illusion. «Es wird immer die nächste Lücke geben, die mit entsprechend grösserem Aufwand ausgenutzt werden kann.»

Datenschutz nicht leichtfertig aufgeben

«Staatsübergreifende Lösungen zum Schutz der Privatsphäre wären durchaus erwünscht», findet der Informatik-Professor. Lokale Regelungen wie das gute Schweizer Datenschutzgesetz würden im globalen Internet nicht immer greifen. «Die Pfeiler der Rechtsordnung sollten nicht leichtfertig aufgegeben werden», sagt Hannes Lubich. Auch wenn nach Ereignissen wie den Terroranschlägen in Paris oder Brüssel solche Forderungen schnell aufkommen. 

Der Experte empfiehlt: «Nutzer müssen sich sehr genau überlegen, welche privaten oder geschäftlichen Daten sie ihrem Gerät anvertrauen.» Im Zweifelsfall müsse man höhere Sicherheit mit Komforteinbussen erkaufen. Hannes Lubich übrigens hat persönlich diese Entscheidung getroffen. Er verzichtet auf ein Smartphone und nutzt ein altes Handy. Was mehr Sicherheit, aber weniger Komfort und Funktionalität bedeutet.

Publiziert am 29.03.2016 | Aktualisiert am 29.04.2016
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  • Marc  Heusser aus Zürich
    30.03.2016
    Wer auch immer WhatsApp oder Facebook braucht auf dem Handy - diese Daten sind sowieso schon offen beim NSA und GCHQ (US/UK Geheimdienste). Das war noch ein älteres iPhone, die neueren sind sicherer. Und die Sicherheit wird nochmals verbessert. Also besser Threema (threema.ch) brauchen, und auf die iCloud verzichten. Und einen längeren Passcode, mindestens 6 Stellen und noch besser alphanumerisch. Dann hätte diese Methode kaum Erfolg gehabt.
  • Aron  Ottiger 30.03.2016
    An alle die sich Verfolgt fühlen, alle Handys sind überwacht, bitte verzichtet auf jegliche Handys und Computer und gibt wieder Rauchzeichen von Euch.
  • Somboon  Saleoff aus Koh Samui Suratani
    30.03.2016
    Apple und das FBI sitzen beide in der glichen habgierigen Ami-Kiste. Schlussendlich geht es nur darum ein größeres Stück vom IT-Sicherheitskuchen zu ergattern.
    Denn nur mit Angst Verbreitung lässt sich auch Sicherheit verkaufen.
  • Thomas  Boss aus Dättlikon
    30.03.2016
    Es gibt nicht mal einen Beweis dass das FBI es geknackt hat. Und wenn sie es geknackt haben, hätten sie es geheim halten können, wenn sie nicht befürchtet hätten , den Prozess gegen Apple zu verlieren. Es ging nicht nur um dieses iPhone (es gibt hunderte andere bei Polizeistellen), sondern um ein Grundsatzurteil.
  • Urs  Hagen 29.03.2016
    Alles was irgedwo im Netz hängt ist nicht sicher. Für den Normalo reicht die Sicherheit, nieman interessiert sich für die Telefonnummer von Tante Trude aus Buxtehude. Wer mehr macht mit seinem Handy muss halt wissen wie weit er gehen will.
    • maier  quentin 30.03.2016
      @Hagen. Sie machen da einen riesen grossen Fehler. Diese Behauptung ist sehr kurzsichtig. Wer da ein bischen Durchblick hat, weiss sehr genau, was mit solchen Daten getan werden kann. Der Horror hierzu ist, dass diese Datenmodellierungen und Suchen innert kuerzerster Zeit gemacht werden koennen.
      Zusammen mit Ihren Kreditkartendetails, Ihren FB Aktivitaeten, Ihren Lokalisierungsdaten sind Sie im Nu ein glaeserner Kanditat. Fehlt nur noch der Zugriff zur DNA und Sie werden kaum noch versichert!