Getestet Mini-Kamera für Maxi-Bilder

  • Publiziert: 17.12.2009, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Lorenz Keller

Die Lumix GF1 von Panasonic ist so klein wie eine Kompaktkamera, schiesst aber so gute Fotos wie eine Spiegelreflex. Schade, kostet sie so viel wie beide zusammen.

Ambitionierte Hobbyfotografen kennen das Dilemma: Digitale Kompaktkameras passen zwar in die Jackentasche, die Bildqualität ist aber nur beschränkt durch Foto-Know-How beeinflussbar. Die grosse und schwere Spiegelreflex-Ausrüstung hat aber meist nur in einer Extra-Tasche Platz. Gerade in den Ferien möchte man dieses Gewicht nicht immer mitschleppen.

Neu gibt es Zwischengrössen wie die Panasonic Lumix GF1. Das Micro-System muss in unserem Test beweisen, dass es mehr ist als ein fauler Kompromiss. Abmessung und Gewicht sind jedenfalls ideal, um die Kamera neben Reiseführer und Sonnenbrille in die Ferientasche zu packen – solange man sich mit dem Standardobjektiv (28-90 mm) begnügt. Benötigt man den Elefanten auf Safari in Grossaufnahme, muss wohl oder übel die Begleitperson in ihrer Tasche ein Plätzchen für das Wechselobjektiv (etwa das Tele 28- 280 mm) freimachen.

Schon die anschraubbaren Objektive zeigen, dass die GF1 viel mehr mit den Profikameras gemeinsam hat als mit deren Kompakt-Kollegen. So gibt es zwar einen guten Vollautomatikmodus, doch die Stärken spielt die Kamera erst aus, wenn man mit Verschlusszeiten oder Blenden spielt. So lassen sich Bilder in Topqualität schiessen. Klare Farben, eine tolle Tiefenschärfe. Einfach genial.

Beeindruckend sind auch die schnelle Auslösezeit und die gut strukturierten Menüs. Nur wer im Vollautomatik-Modus etwas nachjustieren will, muss etwas viel klicken. Schade auch, dass ein optischer Sucher fehlt. So muss man das Display immer eingeschaltet lassen. Für fleissige Knipser ist darum ein zweiter Akku Pflicht – oder der teure Aufsteck-Sucher, den man sich für 320 Franken kaufen kann.

Fazit: Die Panasonic Lumix GF1 hat nur wenig Schwächen und ist eine geniale Kamera für unterwegs. Allerdings hat die kompakte Abmessung ihren Preis. Für 1099 Franken bekommt man nämlich eine Einsteiger-Spiegelreflex in Normalgrösse samt einer guten Kompaktkamera. Wer auch noch das Tele kauft, wird doppelt belastet. 1101 Franken kostet es und auch das Gewicht ist zwei Mal so hoch.

Panasonic Lumix GF1KEG-K, 12-Megapixel, Objektiv 28-90mm, 3-Zoll-Display, HD-Movies, HDMI-Schnittstelle, 385 g, für 1099 Franken bei Digitec (www.digitec.ch).

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