LG Watch mit SIM-Karte im Test Telefonieren aus dem Handgelenk

Nun ist es so weit, die ersten coolen Smartwatches mit eigener SIM-Karte kommen auf den Markt. Damit kann man nicht nur telefonieren.

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Digital-Redaktor Lorenz Keller spricht mit der Uhr - aber nur zu Testzwecken.

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Irgendwann passiert es einfach. Tim Cook hat ja schon bei der Präsentation der Apple Watch mit seinem Handgelenk telefoniert. Nun hat es auch mich getroffen. Denn die Smartwatch-Branche hat den nächsten Schritt zur Emanzipation gemacht und spendiert der Uhr einen SIM-Karten-Slot.

Natürlich ist das nicht neu. Nischenanbieter, aber auch Samsung mit der Gear S haben bereits Uhren herausgebracht, die volle Telefonfunktionalität bieten. Doch nun ist das auch mit Android Wear möglich – neben Apple ist ja Google der zweite grosse Player im Wachstumsmarkt.

Als Erstes hat LG die Möglichkeiten genutzt – die Marke gehört ja auch sonst zu den Android-Wear-Pionieren. Darum ist die LG Watch Urbane 2nd Edition auch ein ausgereiftes Produkt mit schönem, hellen Screen.

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Telefonieren kann man direkt über die Smartwatch, Lautsprecher und Mikrofon sind eingebaut.

Man kann mit einem mitgelieferten Werkzeug auf der Rückseite einen Deckel abschrauben. Darunter gibts einen normalen Einschub für Nano-SIM-Karten. Trotzdem bleibt die Uhr nach iP67 wasserdicht.

Jederzeit eine SIM-Karte in die Uhr

Der Vorteil dieser Lösung: Man kann die Uhr jederzeit mit einer Karte bestücken und sie auch locker auswechseln, etwa im Ausland. Aber: Uhr und Smartphone haben so jeweils eine separate Telefonnummer. Obwohl natürlich Anrufe aufs Handy weiterhin über die Uhr steuerbar sind.

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Unter dem verschraubbaren Deckel hats einen SIM-Karten-Slot.

Und wie telefoniert es sich übers Handgelenk? Lautsprecher und Mikrofon der Uhr sind durchaus akzeptabel. Allerdings muss man die Watch immer direkt vors Gesicht halten – das ist nach ein paar Minuten ziemlich anstrengend. Wer zudem keine Lust hat, dass die ganze Umgebung das Gespräch mithört, kann auch per Bluetooth ein Headset anschliessen.

Auch SMS kann man direkt über die Uhr schreiben oder mit Spracherkennung diktieren. Schnell und einfach geht das, wenn man die entsprechenden Kontakte im Telefonbuch hinterlegt hat und vorgeschlagene Standard-Texte verwendet. Die Nummer einzutippen ist nicht ganz so komfortabel – logisch, bei einem solchen Mini-Display.

Unabhängig dank Mobilfunk-Verbindung

Natürlich bringt die SIM-Karte auch das Datennetz direkt auf die Uhr. So erhält man auch ohne WLAN-Verbindungen Benachrichtigungen und kann etwa E-Mails mit einem Klick lesen.

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Sogar eine Wählscheibe findet man auf dem kleinen Display.

Wichtig zu wissen: Das Handy muss dazu irgendwo eingeschaltet und mit Empfang herumliegen, da die meisten Uhren-Apps nur als Erweiterung der Smartphone-Apps dienen. Browser oder Google Maps kann man aber auch so jederzeit nutzen. Und es kommen auch immer mehr autonome Apps auf den Markt.

Unser Fazit: Smartwatches haben sich bisher unter anderem nicht bei der Masse durchsetzen können, weil sie zu sehr auf die Verbindung mit dem Handy angewiesen waren. Mehr Unabhängigeit, etwa durch Mobilfunk, bringt mehr Möglichkeiten. LG hat das bei der Urbane 2nd Edition recht gut gelöst. Mit 399 Franken (etwa bei Digitec.ch) ist die Edelstahl-Uhr zudem durchaus bezahlbar.

Übrigens: LG hatte die Watch schon vor Monaten auf den Markt bringen wollen – musste aber kurz nach Verkaufsstart alle Modelle wieder zurücknehmen. Von den damaligen Funktionsproblemen haben wir im Test nichts mehr gemerkt, sie wurden vollumfänglich behoben.

Publiziert am 28.06.2016 | Aktualisiert am 29.12.2016
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