Harvard-Studie: Print-Medien ohne gute Online-Strategie sind gefährdet Leser und TV-Zuschauer wandern ins Internet ab

  • Aktualisiert am 13.01.2012
  • von Thomas Benkö

ZÜRICH. Jetzt sind die Verlierer der Informations-Revolution gefunden: Kleinere Tageszeitungen mit schlechtem Online-Auftritt.

Dass das Internet klassische Medien bedroht, ist bekannt. Jetzt liefert eine neue Studie der Harvard-Universität Fakten.

Die Druckauflage des gesamten Zeitungsmarktes in den USA ist von April 06 bis April 07 um drei Prozent gefallen. Im selben Zeitraum verloren die TV-Sender rund eine Million Zuschauer.

Diese Menschenmassen kehren den News aber nicht den Rücken sondern suchen sie im Netz. Die Websites der grossen Tageszeitungen wie New York Times, Washington Post oder USA Today haben um zehn Prozent an Reichweite zugelegt. Das entspricht etwa 8,5 Millionen Besucher pro Monat pro Zeitung. Zu den Verlieren gehören regionale Medienhäuser. Auch die Online-Auftritte der landesweiten TV-Sender verzeichneten rund 30 Prozent mehr Zugriffe.

«Das Netz bedroht im Besonderen Tageszeitungen», schreibt Harvard-Professor Thomas Patterson. Zu den Verlieren gehörten die Publikationen, die es bis jetzt nicht geschafft haben, die eigenen Printprodukte mit dem neuen Medium Internet gewinnbringend zu kombinieren.

Die US-Zahlen treffen in erstaunlichem Mass auch auf die Schweiz zu (siehe Tabelle). Auch hier verzeichnen überregionale Blätter wie heute, «Blick» und «20 Minuten» ein starkes Wachstum. Auch bei den landesweiten Webseiten von SF und Bluewin läufts rund.

GUT ZU WISSEN

Page Impression ist ein Begriff aus der Internet-Marktforschung und bezeichnet den Abruf einer Einzelseite innerhalb einer Website. Die Anzahl an Page Impressions pro Monat ist vor allem für Anbieter interessant, die auf einer Seite Werbung schalten möchten. Quelle: Wikipedia
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