Google-Boss warnt Junge müssen ihren Namen ändern!

NEW YORK - Google macht sich mit seiner Datensammelwut nicht gerade Freunde. Nun warnt ausgerechnet der Oberboss davor, zu viel Privates ins Internet zu stellen – und prophezeit Beunruhigendes für die Zukunft.

  • Publiziert: 19.08.2010, Aktualisiert: 14.01.2012
play Erstaunliche Worte aus dem Mund von Google-CEO Eric Schmidt. (Reuters)

Man stelle sich vor: Fritzli Müller ist gerade mal 13 Jahre alt, aber er beherrscht seinen Computer aus dem Effeff. Er chattet mit Freunden, lädt seine Fotos auf seine Social-Networking-Site hoch, flucht über seine Lehrer und schreibt über seine aufkeimenden sexuellen Wünsche. Und im Video sieht man, wie er mit seinen Kumpels Bier ausprobiert und in die Kamera rülpst.

Irgendwann ist aus Fritzli ein Fritz geworden, der sich für einen Job bei einer Bank oder einer Versicherung interessiert. Doch als er sich bewirbt, heisst es bloss «Sorry». Denn wer will schon jemanden einstellen, der im Internet bewiesen hat, wie peinlich er sein kann?

Ausgerechnet der Google-Boss warnt

Erstaunlicherweise warnt jetzt sogar Google-Boss Eric Schmidt davor, zu viele private Daten ins Internet zu stellen. «Ich glaube nicht, dass die Gesellschaft versteht, was passiert, wenn alle jederzeit auf alles von jedem zugreifen können. Wenn alles jederzeit von jedem aufzeichnet und als Wissen zur Verfügung gestellt wird», sagt er in einem Interview mit dem «Wall Street Journal». Da der Zug für viele aber bereits abgefahren ist, wird es seiner Ansicht nach in der Zukunft zum guten Ton gehören, dass man seinen Namen ändern kann, sobald man erwachsen ist. Damit man nicht länger mit den Jugendsünden in Verbindung gebracht wird, die auf den Servern dieser Welt für immer und ewig gespeichert sind.

Google selber wird allerdings damit fortfahren, persönliche Daten zu sammeln. Denn laut Eric Schmidt liegt darin die Zukunft. «Wir wissen in groben Zügen, wer Sie sind, was Ihnen wichtig ist und wer Ihre Freunde sind», so Schmidt. Durch noch detailliertere persönliche Informationen soll es künftig sogar möglich werden, dass Suchen getätigt werden, ohne dass der Benutzer etwas eintippen muss. Schmidt: «Ich denke, die meisten Leute wollen nicht, das Google ihre Fragen beantwortet. Sie wollen, dass Google ihnen sagt, was sie als nächstes tun sollen.» (gsc)

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