Jeder zweite Teenie schläft zu wenig Forscher fordern Handyverbot im Bett

Jeder zweite Schweizer Jugendliche fühlt sich zu wenig erholt. Schuld sind nicht nur Partys und Videogames – sondern auch das Handy, sagt eine Studie der ZHAW.

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So nicht! Schweizer Forscher empfehlen Jugendlichen eine Stunde Bildschirmpause vor dem Einschlafen. Keystone

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Zwar ist Swisscom Partner der zweijährlichen James-Studie der Schweizer Hochschule ZHAW. Doch das Resultat dieser Umfrage wird dem Mobilfunkanbieter nicht unbedingt gefallen.

Denn die Forscher empfehlen Jugendlichen, vor dem Einschlafen eine Stunde lang nicht auf einen Bildschirm zu schauen, das Smartphone ganz auszuschalten und es nicht als Wecker zu benutzen. Am besten soll man das Smartphone gleich ganz aus dem Schlafzimmer verbannen. 

Da elektronische Medien oft auch vor dem Einschlafen genutzt werden, untersuchten ZHAW-Forscher, ob Zusammenhänge zum Schlaf und der Erholung der Jugendlichen bestehen. Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten befragten Jugendlichen zwischen acht und achteinhalb Stunden schlafen. Allerdings nimmt die Schlafdauer mit dem Alter ab. Während die 12- bis 13-jährigen noch über acht Stunden pro Nacht schlafen, sind es bei den 18- bis 19-jährigen nur noch etwas mehr als sieben Stunden. 

«Die Einschlafzeit der Jugendlichen verschiebt sich natürlicherweise mit zunehmendem Alter nach hinten, sie werden zu sogenannten Eulen», sagt ZHAW-Medienpsychologe Daniel Süss, der die JAMESfocus-Studie mit Gregor Waller und seinem Team durchgeführt hat. 

Hälfte der Jugendlichen fühlt sich schlapp

Neben der Schlafdauer wurde auch der Erholungszustand der Jugendlichen unter der Woche erhoben. Die Hälfte der befragten Jugendlichen fühlt sich unabhängig vom Alter unter der Woche nicht oder eher nicht erholt.

Als Risikofaktoren für die Erholung identifizierten die ZHAW-Forscher Partybesuche, das Spielen von Videogames, das Versenden von Fotos und Filmen mit dem Handy sowie die Nutzung des Handys als Wecker.

Buch besser als WhatsApp

Wenn Jugendliche mit der Familie etwas unternehmen oder vor dem Schlafen ein Buch lesen, fühlen sie sich danach deutlich erholter. Die mediale Ausstattung der Jugendlichen spielt bei Schlafproblemen eine entscheidende Rolle.

«Mobile Geräte lassen sich problemlos ins Zimmer oder sogar ins Bett mitnehmen. Eltern können den Medienkonsum ihrer Kinder dadurch weniger gut kontrollieren», sagt ZHAW-Psychologe Daniel Süss. Daher sollten Schulen oder Eltern bei Konzentrationsproblemen oder Schläfrigkeit das Gamen oder Handysurfen in den Abendstunden thematisieren.

Die Schweizer Jugendlichen sind laut der JAMES-Studie 2014 sehr gut ausgestattet: 98 Prozent besitzen ein eigenes Handy, 76 Prozent einen Computer oder Laptop und 29 Prozent ein Tablet. Die Foscher befragten 1000 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren.

Tipps für Schulen und Eltern

  • Mediennutzung vor dem zu Bett gehen überprüfen: Die Ausschüttung des schlafanstossenden Hormons Melatonin wird durch die Blaulicht-Anteile der Bildschirme verzögert. Deshalb eine einstündige Bildschirmpause vor dem zu Bett gehen einhalten.
    PS: Apple hat hier kürzlich mit dem «NightShift»-Modus in iOS 9.3 Gegensteuer gegeben. Hier wird der Blauanteil reduziert. Das Display leuchtet Orange.
  • Geräte ausschalten: Für einen ungestörten Schlaf sollten mobile Geräte ausgeschaltet oder in den Flugmodus (ohne WLAN) gestellt werden.
  • Handy nicht als Wecker benutzen: Anstelle des Handys einen herkömmlichen Wecker verwenden und das Handy vom Nachttisch verbannen – so gibt es auch keinen Grund, das Gerät ins Zimmer zu nehmen.
  • Konzentrationsfähigkeit: Bei Schülerinnen und Schülern, die während des Unterrichts unkonzentriert oder schläfrig sind, sollte der Medienkonsum – insbesondere in den Abendstunden – thematisiert werden.
Publiziert am 23.03.2016 | Aktualisiert am 22.08.2016
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  • max  gerster 23.03.2016
    dazu braucht es keine Studie. Smartphone gehört nicht ins Bett. Ist zudem wahrscheinlich ungesund wegen den Strahlen die wegen der Verbindung vorhanden sind. Oder Flugmodus ein und Musik hören wäre ok. Aber nicht ständig online sein. Macht mit Sicherheit krank.