
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Am frühen Morgen stehen sie schon wieder Schlange. Die iPhone-Verrückten vor dem Laden der Swisscom neben der Zürcher Bahnhofstrasse. Sie warten. Der Platz vor dem Shop ist sauber. Weggeräumt der Müll der letzten Nacht, als 600 Leute Richtung Eingang drängten. Kurz vor Mitternacht musste sogar die Polizei anrücken. Wegen eines Handys!
Warum? Alle haben schon eines. Doch sie wollen ein Neues. Das neue von Apple. Dafür stehen sie über acht (8!) Stunden an. Wenn sie wieder aus dem Laden treten, die Papiertasche mit der schwarzen Schachtel in der Hand, lächeln sie. Seelig.
Erklären können sie es nicht. Sie können nicht sagen, weshalb sie das alles auf sich nehmen. Für ein neues Telefon. Das spätestens in einem Jahr schon wieder veraltet ist, weil es das nächste Neue gibt.
Das aktuelle, teurere Modell, schwarz mit 16 Gigabyte Speicher, ist besonders beliebt und in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag schon um zwei Uhr ausverkauft.
Einige ziehen deshalb enttäuscht ab. Um drei Uhr schliesst der Swisscom-Shop.
Morgens um vier stehen die Ersten schon wieder an. In der Hoffnung, das teure Modell ergattern zu können. Fehlanzeige. Um 6.30 Uhr öffnet der Laden – eine neue Lieferung ist nicht eingetroffen.
Später, es ist 10.26 Uhr, hält ein Taxi mit einer Nidwaldner Nummer vor dem Swisscom-Shop. Chauffeur Andreas Boog steigt aus, klemmt sich zwei Pakete unter den Arm. Drin: Je zehn iPhones. Er ist aufgeboten worden, um die Lieferung vom Lager in Emmen nach Zürich zu spedieren. Doch die reicht nicht lange. Schon um 11.15 Uhr ist Schluss. Keine iPhones mehr zu kaufen. Nur noch die Ausstellungsmodelle stehen im Laden. Und die sind gegen Diebstahl gesichert.
Um 15.45 Uhr heisst es offiziell: «Keine iPhones mehr erhältlich.» In der ganzen Schweiz. Neue Lieferung nächste Woche.