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Ende September flatterte Raffaele Merminod (44) aus Habsburg AG plötzlich eine Rechnung über 200 Franken auf den Tisch – adressiert an Sohn Luca (7). «Er soll auf der Webseite Gewinn24.de ein Abo gelöst haben», erzählt Vater Raffaele Merminod, der als Webmaster arbeitet.
Der Internet-Experte überprüft die Homepage und merkt schnell: eine typische Web-Falle, die nicht nur Kinder täuscht. Die Seite erweckt den Eindruck, dass man an einem Wettbewerb teilnehmen kann – und so etwas ist ja normalerweise gratis. Dass man mit der Eingabe seiner Adresse ein Abo für 24 Monate (insgesamt 120 Euro, im Vorraus zahlbar!) löst, bemerkt man erst, wenn man die Teilnahmebedingungen anklickt.
Dieser Fall ist keine Ausnahme. Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) hat täglich mit solchen Internetabzockern zu tun. «Sie belegen mit mehreren hundert Beschwerden einen Spitzenplatz. Und jedes Jahr werden es mehr», sagt SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder.
Die häufigste Falle: Vermeintliche Gratis-Angebote, bei denen die Kosten im Kleingedruckten oder in den Geschäftsbedingungen zu finden sind – genau wie bei Raffaele Merminod. Die laut Sara Stalder wichtigste Regel, wenn eine solche Rechnung ins Haus flattert: «Den Vertrag schriftlich als nichtig erklären und den geforderten Betrag nicht bezahlen.» Damit ist die Angelegenheit meist erledigt.
Wie endete die Abzockerei für Raffaele Merminod? Er schickt der Inkasso-Firma Intrum Justitia, welche die Rechnung mit Gebühren angereichert hat, sofort einen Brief. Der Vertrag sei nichtig, da sein 7-jähriger Sohn getäuscht worden sei. «Eine normale Rechnung von Gewinn24 haben wir zudem nie bekommen.»
Trotzdem erhält er zwei weitere Mahnungen. Er befolgt nun den Ratschlag einer Rechtsberatung und reagiert nicht mehr auf diese Schreiben. «Mich ärgern diese Abzocker-Webseiten masslos. Ich bin sicher, dass sich viele Menschen einschüchtern lassen und bezahlen. Vor allem wenn ein Schweizer Inkasso-Unternehmen mit Konsequenzen droht», sagt Merminod.
Raffaele Merminod, Sohn Luca (7) und die falsche Rechnung.- Toini Lindroos